Posts mit dem Label Hof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. Juni 2011

Das Ende der Trockenheit?

Auch wenn wir – wie die meisten Menschen :) – es normalerweise lieber sonnig haben: Der Regen in den letzten Tagen war die reine Freude für unseren Garten und die Pflanzen auf den umliegenden Äckern. Jetzt wächst der Mais wieder kräftig und die Gerste, die auf schlechten Böden bereits kurz vor der Notreife zu stehen schien, kann sich in ihren letzten Wochen vor der Ernte vielleicht noch etwas erholen.

Kastanie © H. BruneIm Garten hatten wir bisher noch keine Trockenheitsopfer, dass Wässern scheint sich gelohnt zu haben. Gegen die unzähligen Blattläuse hat das aber nicht geholfen. Und die Kastanien (im Bild) und die Walnuss an der Elisabethallee haben einige Früchte abgeworfen, vielleicht ist das tatsächlich eine Folge des Wassermangels.

Wir hoffen daher auch weiterhin auf ‘durchwachsenes’ Wetter mit Sonne, aber auch gelegentlichen Regenschauern.

Frohe Pfingsten!

Samstag, 26. März 2011

Eingezäunt

An der Einfahrt ‘Elisabeth Allee’ liegen die Wiesen, in denen sich unsere Pferde tummeln können. Allerdings wurden vor Jahren von uns auch mehrere Reihen von Narzissen in der Wiese gepflanzt, die unten den schweren Hufen insbesondere des Kaltblüters doch sehr litten. In diesem Jahr haben wir daher rechtzeitig eine kleine Absperrung erreicht.

Fallterband © H. Brune Zwar wäre diese dünne Kunststofffolie nicht mal in der Lage das kleine Pony wirklich aufzuhalten, aber die Pferde halten sich an diese Grenze. Und so sind die Narzissenreihen in diesem Jahr wieder sehr üppig geworden und zeigen jetzt ihre ersten Blüten:

Narzissen © H. BruneDie angekündigten tiefen Temperaturen für die kommenden Tage werden die volle Blüte wohl noch etwas hinauszögern, aber dann werden sich einige hundert Narzissen gelb-weiß im Frühlingswind wiegen.

Samstag, 30. Oktober 2010

Viele goldene Körner

Vor ungefähr einem Monat hatten wir im Blog vom Beginn der Maisernte berichtet. Nun ist sie schon fast wieder vorbei und der stete Strom von schweren Traktoren mit gewaltigen, hochbeladenen Anhängern lässt allmählich nach. Zwar wird der allergrößte Teil der Maisernte in Form von Silagen eingebracht – entweder klassisch für das Vieh, neuerdings zu immer größeren Teilen für die Biogasanlagen -  aber ein kleiner Teil wird noch gedroschen und ins Lager gefahren. So wie gestern bei uns.

Maiskörner © H. BruneDann liegen immer für kurze Zeit ganze Berge der goldenen Körner auf dem Hof und leuchten in der warmen Herbstsonne. Nach und nach werden sie von den Förderanlagen in die Speicher transportiert, bevor sie aber dauerhaft eingelagert werden können müssen sie noch in die Trocknung. Ähnlich wie bei einem gigantischen Wäschetrockner werden die Körner von warmer Luft umströmt und verlieren ihre Feuchte.

Die Maiskörner sind dabei immer viel nasser als etwa das Sommergetreide, da die Temperaturen im Herbst einfach nicht mehr so hoch sind und die Blätter der Maiskolben die Körner auch viel besser verpacken. Wenn dann die Trocknung schon am frühen Morgen läuft scheint es manchmal so, als ob der ganze Hof in Rauch oder Nebel gehüllt sei, weil das verdunstete Wasser aus dem Mais an der kühlen Luft gleich wieder kondensiert. Ein schöner, aber auch etwas unheimlicher Anblick, vor allem wenn die aufgehende Sonne den Dunst rötlich verfärbt. Bisher hat aber noch kein irritierter Autofahrer oder Passant vergeblich die Feuerwehr alarmiert:)

Mittwoch, 29. September 2010

Bald geht die Maisernte wieder los

Der viele Regen hat zumindest einem gut getan: dem Mais auf unserem Äckern. War er zuvor an einigen Stellen doch sehr kümmerlich durch die trockenen, heißen Wochen am Sommeranfang (erinnert sich noch jemand daran?), so haben die zahlreichen Niederschläge ihm inzwischen eine ordentliche Aufholjagd gestattet. Wenn man heute vorsichtig einen den zahlreichen Maiskolben entblättert erhält man meist einen prächtigen Anblick.

Maiskolben © H. BruneBald werden wieder die großen Erntemaschinen über die Felder rollen, gefolgt von in jedem Jahr noch riesenhafter anmutenden Traktor-Anhänger-Gespannen, die sich dann voll beladen schwerfällig auf die Straßen wälzen. Und in kürzester Zeit sind die Äcker wieder kahl und leer und die Ernte eingefahren.

Samstag, 18. September 2010

Zeit der Kartoffeln – Kartoffelmarkt in Borgholzhausen

Ungefähr drei Monate nach der Blüte im Juni werden die Kartoffeläcker rund um den Hof nach und nach geerntet. Das Blattwerk der Kartoffelpflanzen ist dabei schon lange abgestorben und die Äcker nur an den noch vorhandenen Wällen zu erkennen, die sie in unserer Gegend einzigartig machen.

Kartoffeln © H. Brune Die Kartoffelroder bewegen sich langsam über die Felder und ebnen die Wälle nach und nach ein. Über Siebe und Förderbänder werden die Erdäpfel von Erde und Steinen getrennt, trotzdem werden immer noch Menschen gebraucht um beschädigte Exemplare auszusortieren.

Allerdings entgehen den Maschinen die ganz kleinen Kartoffeln, die nur wenige Zentimeter groß sind. Dabei sind sie so lecker! Man kann mit den Winzlingen zum Beispiel Runzelkartoffeln nach kanarischem Rezept machen. Dabei werden die Kartoffeln zusammen mit einem Viertel ihres Gewichts in Salz so lange gekocht, bis alles Wasser verdunstet ist. Danach ist die Schale ganz locker und runzlig (daher der Name). Leider bekommt man die passenden Kartoffeln fast nie.

Aber jetzt ist die Gelegenheit sie selbst zu sammeln, sobald die Erntemaschinen sie freigelegt und übrig gelassen haben. Die meisten Kartoffelbauern werden einem das Auflesen sicher gestatten, wenn man sie nur fragt. Hier noch mal das Rezept für die Runzelkartoffeln mit konkreten Zahlen:

* 2 Kilogramm sehr kleine Kartoffeln

* 500gr Salz

Alles in einen Topf und zunächst so lange kochen lassen, bis die Kartoffeln fast gar sind (ca. eine halbe Stunde).

Danach mit offenem Deckel das Wasser verdunsten lassen. Dabei die Kartoffeln gelegentlich mit dem Topf etwas schütteln. Dadurch verhindert man das Anbrennen und die Salzkruste wird gleichmäßiger.

Dazu reicht man eigentlich nur die typischen dicken würzigen Soßen (Mojos) der kanarischen Inseln.

Und wer noch mehr über Kartoffeln wissen oder von ihnen essen will: an diesem Wochenende ist wieder der jährliche Kartoffelmarkt in Borgholzhausen. Eine Wegbeschreibung finden Sie in unserem Artikel vom letzten Jahr.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Der Geste neigt die Ähren

Wenn man heute durch die Getreidefelder wandert sieht man wie die Geste ihre Ähren immer tiefer hängen lässt. Das hat nichts mit der gestrigen Niederlage gegen Spanien zu tun: Die Gerste hat die Teigreife fast abgeschlossen und je weiter die Reifung fortschreitet, desto stärker knicken die Ähren:

Geste © H. Brune Da für die kommenden Tage wieder große Hitze angesagt ist könnte es tatsächlich sein, dass wir die ersten Mähdrescher schon an diesem Wochenende dabei beobachten können, wie sie in enorme Staubwolken gehüllt über die gelben Äcker ziehen. Vor allem falls der Wetterbericht für die kommende Woche Regen und Gewitter vorhersagen sollte gibt es bestimmt viele Landwirte, die lieber etwas höhere Trockungskosten in Kauf nehmen an statt zu riskieren, dass die im Moment noch wunderbar aufrecht stehenden Getreidehalme nach einem schweren Regen wie platzgewalzt zurück bleiben.

Sonntag, 4. Juli 2010

Wo sind eigentlich die Phacelia Felder geblieben?

Erinnern Sie sich noch? So vor ca. 15 Jahren tauchten mit einem Male überall Äcker auf, die nach der Getreideernte mit tiefblauen Pflanzen bestellt wurden. Diese Pflanzen waren Phacelia. Sie wurden nicht geerntet, sondern sollten den Ackerboden verbessern - also als sogenannte Gründüngung dienen - und gleichzeitig das nachwachsende Unkraut im Zaum halten und über den Winter die Krume vor Erosion schützen.

Nun blüht die Phacelia in der Nähe unseres Hofe auf einem von den Jägern angelegten Wildacker und lockt alle möglichen Insekten an, hier im Bild sieht man eine Hummel, die schon vor Sonnenaufgang eifrig mit der Nahrungssuche befasst ist:

Phacelia mit Hummel © H. BruneErst bei diesem Anblick fiel uns ein, dass die blauen Felder ja schon seit vielen Jahren wieder verschwunden sind. Wir hatten uns bis dahin noch nie Gedanken gemacht, warum man sie nicht mehr sieht. Aber wozu hat man Familienmitglieder mit landwirtschaftlicher Fachausbildung, die einem eine solche Frage unmittelbar beantworten können?

Nach Auskunft unserer Expertin hat sich die Phacelia insbesondere deshalb nicht durchgesetzt, weil sie mit ihren eher dünnen Blättern das Unkraut wohl doch nicht richtig kurz halten konnte. Das schnelle Verschwinden nach wenigen Jahren ist wohl ein Zeichen dafür, dass diese Ansicht entweder an vielen Stellen gewonnen wurde, oder sie wurde sehr stark von den entsprechenden landwirtschaftlichen Beratern propagiert.

Schade eigentlich, der Anblick war im Spätsommer immer hochwillkommen, und die anderen Namen der Phacelia – Bienenweide und Bienenfreund – deuten auch auf ihre Bedeutung für die honigsammelnden Insekten hin.

Samstag, 19. Juni 2010

Das Getreide wird reif

Auch wenn die Temperaturen im Moment wenig sommerlich erscheinen – der Sommer kommt und ganz sicher lässt sich das an den reifenden Getreidefeldern erkennen.

Getreide © H. Brune Schwer biegen sich inzwischen die Ähren der Gerste und man kann die weniger guten Stellen in den Äckern daran erkennen, dass hier das Getreide bereits ganz hell ist. Nur noch wenige Wochen, dann werden wir wieder die Mähdrescher rollen sehen.

Gleichzeitig ist jetzt auch die hohe Zeit der Kornblumen und des Klatschmohns. Diese beiden Wildblumen lassen sich offenbar auch von der modernen intensiven Landwirtschaft nicht unterkriegen und blühen nun überall, teilweise in großen Gruppen.

Getreide mit Mohn © H. Brune Es ist also die ideale Zeit für einen Sonntagsspaziergang durch die Felder mit einer anschließenden Einkehr in einem netten Gartencafé:)

Freitag, 11. Juni 2010

Lückenschluss nach 20 Jahren

Vor mehr als  zwei Jahrzehnten haben wir auf dem Hof an der Stelle, an der damals noch die Hofmauer und –grenze verlief zwei Blutbuchen neu angepflanzt. Sie sind langsam gewachsen, sogar ein Autounfall auf der Versmolder Straße, die ursprünglich noch direkt am Hof entlang führte und bei dem einer der beiden Bäume wortwörtlich platt gemacht wurde hat sie letztlich nicht aufhalten können.

Und nun ist es so weit: Die eine Rotbuche ‘reicht sich die Hand’ mit der ebenfalls noch relativ jungen Eiche auf der anderen Seite des Hofplatzes:

Blutbuche und Eiche © H. Brune Und hier der Lückenschluss noch einmal im Detail:

Blutbuche und Eiche © H. BruneWeiter so, unsere Bäume!

Dienstag, 25. Mai 2010

Der erste Schnitt ist im Trockenen

Auch in der Landwirtschaft merkt man den bisher eher kühlen Jahresverlauf: Die Bauern in unserer Gegend haben erst jetzt den ersten Grasschnitt von den Wiesen eingefahren, während es in den vergangenen Jahren oft schon am 1. Mai los ging.

Grasschwade © H. Brune

Dienstag, 4. Mai 2010

Die Rapsfelder blühen – und bieten Nahrung für viele

Jetzt ist es wieder so weit: Die großen Rapsfelder blühen und verwandeln die Landschaft in ein gelb-grünes Schachbrettmuster. In diesem Jahr ist die Blüte bei uns etwas später dran als im vergangenen Jahr, aber nicht viel.Schwalbe über blühenden Raps © H. Brune

Überhaupt war es mal wieder sehr beeindruckend zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sich der Raps in den vergangenen Wochen in die Höhe geschraubt hat.

In der Blütezeit zieht der Raps alle möglichen Insekten an, die sich an ihm nähren. So haben auch die Imker schon ihre in Kästen verpackten Bienenstöcke an den Rändern einiger Äcker aufgestellt. In den Waben sammelt sich leckerer Rapshonig.

Auch Vögel werden vom Raps angezogen oder besser: sie werden von den Insekten angezogen, die der Raps anzieht. So kann man nun immer wieder Rauchschwalben sehen, die im rasanten Tiefflug knapp über die Blüten hinweg schießen und dabei Nahrung sammeln. Im Bild ist so eine Szene zu sehen, klicken Sie es an, um es zu vergrößern.

Freitag, 12. Februar 2010

Der Pickert wartet schon

Der lange und frostige Winter hat etwas sehr Gutes: er verlängert die Pickertsaison. Zwar gibt es bei uns im Café das ganze Jahr über den hausgemachten westfälischen Kastenpickert. Aber richtig schmecken lassen kann man ihn sich erst sobald es draußen kalt geworden ist.Westfälischer Kastenpickert © H. Brune

Bei uns auf dem Hof war und ist der Pickert daher das typische Gericht, welches zum Kaffeetrinken am Nachmittag in der kalten Jahreszeit gegessen wird:

Wenn man von der Arbeit auf dem Hof eine kurze Auszeit nimmt um sich vor der abendlichen Werke in den Ställen noch einmal zu stärken ist der Pickert eine Speise, die sich schnell zubereiten lässt und mit Rübensirup, Marmelade, Leberwurst oder auch nur mit Butter und Salz gereicht eine leckere und wärmende Mahlzeit bietet.

Bei uns im Café können Sie wie gesagt jederzeit Pickert essen. Für Gruppen bieten wir nach Vereinbarung auch weitere Pickertsorten an. Sprechen Sie uns an, bevor es zu warm wird für diese westfälische Spezialität:)

Montag, 1. Februar 2010

Ungewöhnlicher Vogelbesuch am Hof

Am Wochenende tauchte in der Wiese am Garten, in der wir gestern die im Schnee tobenden Pferde gezeigt hatten, ungewöhnlicher Besuch auf: Eine ganze Kette von Rebhühnern!

Zwar gibt es im Umkreis von ca. 1.000 Meter um unseren Hof  mindestens zwei Rebhuhnpaare, Rebhühner im Schnee © H. Brunedie in den letzten Jahren immer wieder Jungvögel hochgebracht haben.

Normalerweise sieht man sie aber nie so nahe an Häusern, sondern eher auf abgelegenen Feldwegen oder im Herbst mitten auf den Äckern. Auch dort sind sie aber eigentlich nur zu bemerken, wenn sie von irgendetwas aufgeschreckt wurden und als komplette Kette unglaublich synchron in den Himmel aufsteigen.

Um so überraschter waren wir, als uns am Sonntag die zwölf aufgeplusterten Vögel in Schnee und Sonnenschein vor die Kamera liefen. Übrigens kann man Rebhühner auch auf große Entfernung recht sicher von Fasanen unterscheiden, Rebhühner im Schnee © H. Brune weil man eigentlich nie so viele Fasane in einer Gruppe zu sehen bekommt. Auch sind die Rebhühner kleiner, irgendwie rundlicher und das Gefieder etwas rötlicher.

Dem Rebhuhn ist in der Wikipedia ein recht langer Artikel gewidmet. Leider ist seine Verbreitung in den letzten Jahrzehnten in Deutschland, aber auch in weiten Teilen Europas, sehr zurück gegangen. Eine wesentliche Ursache sind offenbar die starken Veränderungen, die es in der Landwirtschaft gegeben hat: Immer größere Flächen verringern die Anzahl der Feldwege, Hecken und Ackerränder, die der bevorzugte Lebensraum des Rebhuhns sind.

Sonntag, 31. Januar 2010

Die Pferde hatten ihre Freude am frischen Schnee

Nachdem uns auch am heutigen Sonntagmorgen eine frische Schneedecke von einigen Zentimetern Dicke erfreute kam als Krönung am Nachmittag noch gelegentlich die Sonne durch. Zu dieser Zeit wurden gerade die drei Pferde auf ihre Wiese gebracht. Und hier sieht man das Ergebnis:

Die Pferde im Neuschnee © H. Brune [Klicken Sie auf das Bild, um es in Groß zu sehen]

Nachdem die Pferde ein paar Runden gedreht hatten mussten sie sich erst einmal alle ausführlich im Schnee wälzen. Der kleine Ronny und die rote Forny schaffen dabei komplette Drehungen über den Rücken. Nur der große, schwarze Gaylord bleibt immer kurz vor dem Überschlag hängen: offenbar ist sein Rücken dann doch zu breit.

Dafür rudert er mit seinem gewaltigen Haupt im Schnee herum, die weißen Plaggen hängen danach in seiner Mähne und sein von der Anstrengung heißer Atem bildet dicke Wolken an seinen Nüstern.

Alle drei hatten jedenfalls offensichtlich jede Menge Spaß mit der frischen weißen Masse auf ihrem gewohnten Geläuf.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Elisabeths Geschichten: Das neue Pferd

Jeden Donnerstag erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte. Heute geht es um einen tierischen Zuwachs auf dem Hof Brune und ein dramatisches Erlebnis aus ihrer Kindheit:

Was bringt Glück im “Neuen Jahr”? Genau, ein Hufeisen. Was bringt noch mehr Glück als ein Hufeisen? Richtig, vier Hufeisen. Besonders wenn sie an den Hufen eines lebendigen Pferdes sitzen. E. Brune © H. Brune

Jetzt ist es da, das neue Pferd.

Seit Wochen laufen Vorbereitungen um es gebührend unterzubringen. In einer Fachzeitschrift wurde es zum Kauf angeboten. Heiner hatte sich auf den ersten Blick in es verliebt.

Es ist ein wahres Riesenross, ein Percheron Wallach mit glänzend schwarzem Fell. Ein edles Tier, auf den Namen Gaylord hörend. Ein wirkliches Bild von einem Pferd.

Sein Kopf überragt mich um einiges, obwohl ich nicht klein bin. Freundliche, gelassene Augen blicken auf mich herab. Mit weit ausholenden Schritten geht es los. Seine großen, mit Eisen beschlagenen Hufe tappen auf den Boden, Tapp, Tapp. Und wenn er äppelt gibt es einen gewaltigen Haufen.

Vom Garten aus kann man in seinen Stall sehen, wenn er sich nicht gerade auf der Wiese befindet. Mir wird ein wenig bange vor diesem großen Tier. Zudem Heiner eine Kutsche angeschafft hat, mit der er dann mit mir ausfahren will. Zur Zeit macht er den Kutschenführerschein. Gaylord © H. Brune

Als Teenager habe ich auf dem elterlichen Hof selbst mit Pferden geackert, aber die waren mir vertraut und nicht so gewaltig groß.

Als Kind habe ich erlebt. wie unser Kutschpferd durchging. Sollte diese Pferd mit einer Kutsch durchgehen, so würde sie zerbrechen wie eine Streichholzschachtel. Aber es ist ein überaus friedliches Tier und unsere Freunde haben eine Warteliste angefertigt, die festlegt in welcher Reihenfolge sie mitfahren dürfen.

Ich war mit meinen Großeltern unterwegs, die Deichsel der Kutsche hatte sich gelöst und unser Pferd lief in Panik immer schneller und schneller.

Meine Großvater ließ die Leine nicht los, wurde vorne über das Schütt auf die Straße gezogen und verschwand mit dem auf der Straße Funken schlagenden Tier in der Nacht.

Meine Großmutter und ich blieben im nun führerlosen Wagen, der langsam auf den Teich des Tatenhauser Schlosses zurollte, zurück. Immer näher kamen wir dem schwarzen, stillen Wasser. Meine Angst wuchs mit jedem Meter.

In der Dunkelheit hatte ich die stabilen, gemauerten Pfosten und die Eisenstangen dazwischen nicht gesehen, vor denen die Kutsche schließlich zum Stehen kam. Sofort waren hilfsbereite Menschen aus dem nahen Gasthaus zur Stelle, die uns aus dem Wagen hoben.

Mein Großvater brachte einige Zeit später, ohne ernsthafte Verletzungen für Beide, das Pferd zurück. Die Deichsel, heile geblieben, ließ sich wieder anbringen und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Besonders zimperlich war man zu der Zeit nicht.

Ein Bild von Gaylords kleinem Begleiter Ronny kann man hier sehen.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Der Garten nach dem Eisregen

Während heute an Sylvester frischer Schnee eine reine Decke über alles legt - was schon außergewöhnlich genug ist - gab es gestern Abend bei uns in Borgholzhausen ein noch selteneres Wetterphänomen: Eisregen.Hagebutte in Eis © H. Brune

Als gegen 18 Uhr die Temperaturen wieder unter den Gefrierpunkt sanken, der Regen sich aber nicht in Schnee verwandeln wollte, wurden dem Wind ausgesetzte Dinge wie Bäume, Schilder und parkende Autos in kurzer Zeit von einem millimeterdicken Eispanzer versiegelt. Zum Glück dauerte der Regen nicht allzu lange an, sonst hätten wir heute vielleicht wieder ähnliche Verhältnisse vorgefunden, wie bei dem schweren Eisregen in den 8ore Jahren: Damals waren unzählige Stromleitungen von unter der Eislast zerbrechenden Bäumen gekappt worden und Milchviehbetriebe wie der Unsrige hatten ihr Not, da es ohne Strom schwierig ist zu melken. Und aufhören mit dem Melken kann man nicht.

Aber diesmal ist offenbar alles glimpflich verlaufen und wir haben statt dessen die seltene Gelegenheit unseren Garten einmal als Eisgarten zu betrachten. So sieht man an der Elisabethallee die schon schwarz gewordenen Hagebutten der Kartoffelrosen, die durch erstarrte Tropfen nun eine harlekinartige Gestalt angenommen haben. Die Sträucher, ebenfalls dick überkrustet, knistern und knirschen im Wind in einer Tonlage, die sonst nie zu hören ist. Der frisch fallende Schnee bliebt auf den so verkapselten Pflanzen nicht liegen, sondern gleitet ab und zu Boden.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Elisabeths Geschichten: Das Christkind

Jeden Donnerstag schreibt Elisabeth Brune in unserem Blog eine kleine Geschichte aus ihrem Garten oder ihren reichen Erinnerungen. Heute geht es erneut um frühere Weihnachtsbräuche auf dem Land:

Nun kommt es bald das Christkind - Heute abend schon - Wieviel Kinder warten sehnsüchtig darauf.

Warten auf dieses geschlechtsneutrale, ewig kindliche Wesen im Sternenkleid. Dieses freundliche, liebevolle Wesen, das alle Kinderwünsche erfüllen kann. E. Brune © H. BruneNur sehen, sehen kann man es nicht.

In meiner Kindheit ritt es noch mit dem Eselchen über Land. Von einem Bauernhof zum anderen. Weil die Wege weit waren und der Gaben so viele brauchte das Eselchen unterwegs eine Stärkung.

Mit Vaters Hilfe suchten wir Kinder eine Runkelrübe aus, wuschen sie und legten sie mit etwas Heu vor die Deelentür. Runkelrüben sind eine besondere Delikatesse für das Eselchen. Jedes Mal sahen wir sie angeknabbert und das Heu war ganz verschwunden.

Aber Spuren, Hufspuren im Schnee, konnten wir nie entdecken. Wochen vor dem Fest verfassten wir Wunschzettel, in unserer besten Handschrift, malten Bildchen dazu und deponierten sie auf der Fensterbank im Flur.

Am nächsten Morgen fanden wir nur noch einen silbernen Lamettastreifen, vom Christkind hinterlegt, zum Zeichen, dass es persönlich vorbei gekommen war, die Wunschzettel abzuholen.

Nun brach die lange Zeit des Wartens an, warten auf den 'Heiligen Abend'. Meine Mutter verschloss am Abend vorher die Tür der guten Stube - damals gab es sie noch die 'Gute Stube' - damit das Christkind ungestört seine Gaben aufbauen konnte. Wir Kinder hingen den ganzen Tag vor dem Schlüsselloch um einen Blick von dem Wunderbaren zu erhaschen, aber nie sahen wir etwas.

Meine Mutter tröstete: Christuskind © H. Brune"Wenn ihr groß seid könnt ihr das Christkind sehen". Wie hoffte ich darauf. Als ich groß war, hatte ich längst begriffen; nie werde ich das Christkind sehen. 

Den Zauber und das Geheimnisvolle dieser Kindheitsweihnachten umwebt das Fest für immer mit einem märchenhaften Glanz. Die Kinder von heute können per Post mit dem Christkind in Verbindung treten. Es antwortet sogar. Anschrift:

An das Christkind
Weihnachtspostfiliale
16798 Himmelpfort

Wer hat sie erfunden, die Figur des Christkindes? Sie ist ja nicht mit dem Christuskind gleichzusetzen, dessen Geburtstag wir heute feiern. Im Autoradio als Quizfrage gestellt gab es vier Antworten zur Auswahl:

1. Der Evangelist Lukas
2. Thomas von Aquin
3. Meister Eckhart
4. Martin Luther, der Reformator

Die Fahrt war beendet, bevor die Auslöung kam. Ich tippe auf Martin Luther, dem Vater einer größeren Kinderschar. Sollte es jemand wissen, bitte melden.

Ein glückliches Weihnachtsfest wünscht euch eure Elisabeth.

Eine Auflösung der Frage, wer der ‘Erfinder’ des Christkindes war, kann man in dem Artikel in der Wikipedia finden.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Die Hofeichen im Winter

Die Eiche ist ein typischer Bestandteil der Bauernhöfe in unserer Gegend. Jeder ‘klassische’ Hof hat eine Ecke, oftmals Eichen auf dem Hof Brune © H. Brune ein Stück von den Hofgebäuden getrennt, in der eine Eichenreihe oder gar eine Art Eichengarten zu finden ist.

Darunter sind unverwechselbare Wahrzeichen der Landschaft, so z. B. auf dem nicht weit entfernten Hof Rahmann: Diese weit ausladende Eiche ist sogar in Wanderkarten als besonderer Baum eingezeichnet. An unseren Hof wachsen 4 alte Exemplare direkt an der Versmolder Straße. Es waren früher einmal mehr, aber einige wurden morsch und mussten gefällt werden.

Sind die Eichen auch mit Laub sehr ansprechende Bäume, so zeigen sie doch erst im Winter, wenn sie bar jedes Kleides sind, ihre eigentliche bizarre Schönheit. Gerade in der Morgen- oder Abenddämmerung, wenn sich die knorrigen Äste gegen den von hellem Rot zu dunklem Blau wechselnden Himmel wie Aderngeflechte oder umgekehrte Wurzelwerke erscheinen.

Ohne Eichen würde dem Winterspaziergang über unser Land etwas Entscheidendes fehlen.

Samstag, 10. Oktober 2009

Sonnenblumen und Bienen

Vor ca. 2 Wochen hatten wir in unserem Blog von der Rückkehr der Sonnenblumen berichtet, die jetzt auf vielen Äckern als Zwischenfrüchte wachsen.Bienen und Sonnenblumen © H. Brune Gestern kamen wir noch einmal bei schönstem Herbstwetter an dem gleichen Acker an den Hängen des Teutoburger Waldes vorbei.

Zwar hatten die Sonnenblumen ganz offensichtlich auch unter dem schweren Regen gelitten (siehe z. B. die entsprechende Meldung des Mindener Tageblatts) und wirkten im wahrsten Sinne des Wortes etwas geknickt, aber trotzdem machten sie ihrem Namen ‘Sonnen’blume alle Ehre.

Seit unserem letzten Besuch hat ein Imker einige Kisten mit Bienenschwärmen an den Ackerrand gestellt. Bei der Bemalung der Kisten hat man sich offenbar von farbenfrohen Blüten inspirieren lassen und um die Einfluglöcher herum wurde noch ein besonderer Farbkreis gemalt. Ob das den Bienen die Rückkehr erleichtern soll?

Die Honigsammlerinnen waren jedenfalls gestern sehr aktiv und an den Bienenstöcken herrschte reger Verkehr. Auf den Sonnenblumenblüten sah man manchmal dick mit gelben Pollen bestäubte Vertreterinnen, die sich den Nektar friedlich mit einigen viel größeren Hummeln und letzten Schmetterlingen wie den Tagpfauenaugen teilten.

Heute hingegen werden die Bienen wohl nicht fliegen können: zu kalt, grau und regnerisch ist es jetzt. Wer mehr über die Honigbiene erfahren möchte, dem sei der sehr umfangreiche Artikel in der Wikipedia über die Westliche Honigbiene ans Herz gelegt.

Dienstag, 29. September 2009

Die Rückkehr der Sonnenblumen

Seit einigen Tagen können wir in unserer Nachbarschaft die Rückkehr der Sonnenblumen feiern, denn die ersten Äcker, Sonnenblumenfeld © H. Brune auf denen diese großen Korbblütler nach der Getreideernte als Zwischenfrüchte gesät wurden, stehen jetzt in voller Blüte.

Das nebenstehende Bild zeigt z. B. einen Acker an den Hängen des nahen Teutoburger Waldes, welcher sich am Wochenende im schönsten Sonnenschein wie ein langes goldenes Band am Hang präsentierte.

Für die Bienen sind die großen Blüten eine sehr willkommene Nahrungsquelle in einer Zeit, in der die Blüten in der freien Natur allmählich verschwinden. Aber man konnte (genau wie im Garten) auch viele Tagpfauenaugen beobachten.

Da die Sonnenblumen nicht geerntet werden sind sie in den kommenden Monaten ebenfalls für allerlei Wildtiere, von überwinternden Singvögeln bis hin zu Rehen, ein besonderer Anziehungspunkt.