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Samstag, 1. Februar 2014

Elisabeths Gartengeschichten: Spatzenfreude

E. Brune © H. Brune
Seit einigen Jahren hat die Spatzenpopulation wieder zugenommen, auch in unserem Garten. In früheren Jahren konnten sie eine wahre Plage seien. Sie pickten den Bauern das Korn von der Tenne und wurden entsprechend verfolgt. Ich erinnere mich an ein Frühjahr, in dem sie in wahren Heerscharen über die treibenden Knospen der Forsythiensträucher herfielen und diese vertilgten. Mit der Frühjahrsblüte war es danach vorbei.

Spatzen sind übrigens auch Insektenfresser. Aber im Grunde war keiner traurig, das die Spatzen fast verschwanden. in den Sanierungsgebieten der Großstädte fast bis zu 70%. Für die Auslösung dieser Dezimierung werden verschiedene Faktoren ins Feld geführt. Inzwischen steht er auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Dort werden gefährdete Brutvögel Deutschlands aufgeführt.

Der Spatz ist ein Kulturfolger. Geschätzt wird, das er seit 10000 Jahren die Nähe der Menschen sucht. Aber jetzt sind sie wieder da. Fröhlich und lärmend stöbern sie in den Sträuchern herum. An Regentagen sind sie leiser, man nimmt sie fast gar nicht wahr. Doch mit einem mal ist ein Gezeter ohne gleichen vor der Terrassentür zu hören. Ja was ist denn jetzt los? Die Terrasse wurde vor einigen Jahren überdacht. Das neue Dach wurde größer, als die Terrasse breit war. Der Rasen ging an der Stelle zurück, denn der Regen erreichte ihn nicht mehr. Diesen trockenen Sandstreifen hatten die Spatzen jetzt entdeckt. Unter großem Lärmen scharrten sie kleine Mulden, puderten sich mit dem Sand ein und genossen es sichtlich. Die kleinen Mulden sind immer noch zu sehen. Das Pudern vertreibt die Parasiten, unter denen auch Vögel leiden. Seine Begeisterung für diese Staubbäder hat ihm die Bezeichnung ‘Dreckspatz’ eingebracht.

Samstag, 20. April 2013

Elisabeths Geschichten: Der Mittelspecht

E. Brune © H. Brune
In diesem Winter hielt sich zum ersten Mal ein Buntspecht dauerhaft in unserem Garten auf, als häufiger Gast an unseren Futterstellen. Ein sogenannter Mittelspecht. Er liegt in seiner Größe zwischen den kleinsten und grössten Spechten.

Ich war richtig stolz, als ich ihn am Futternetz erblickte. Minutenlang hing er da und holte mit seinem kräftigen Schnabel Brocken auf Brocken aus dem Netz heraus.

Der Mittelspecht gilt als stark gefährdet. Zum Überleben braucht er ein Netzwerk von Eichenwäldern,das er immer weniger vorfindet. Bei uns im Umkreis scheint er noch häufig vorzukommen. Immer wieder wird von ihm berichtet.

In unserem Garten gibt es einiges an Unterholz, an Büschen und Sträuchern, die zudem reichlich Beeren und Früchte tragen, die den Singvögeln als Nahrung dienen. Entsprechend viele gefiederte Gäste brauchen im Winter, bei Frost, Eis und Schnee, meine Unterstützung um überleben zu können.

Damit mir das Füttern nicht allzu sehr das Portemonnaie leert habe ich eine Spezial Futtermischung erdacht, die nahrhaft und leicht herzustellen ist: Ich nehme eine 1 kg schwere Stange Frittierfett, erhitze diese in einem großen Topf bis alles Fett geschmolzen ist und rühre 4 Tüten Haferflocken a 500 Gramm unter.

Nach dem Erkalten der Masse gebe ich einen Teil in unsere beiden Futterhäuschen, mit dem Rest fülle ich leere Zitronen- oder Zwiebelnetze und hänge sie in die Bäume. Zweimal diese Menge verfüttere ich innerhalb einer Woche und das, obwohl die Vögel auch am Cafe und oben im Haus auf dem Balkon gefüttert werden.

An so ein Netz hängt sich der Mittelspecht. Dabei fliegt er das Netz nicht direkt an, sondern läuft blitzschnell den Baumstamm in Spiralen hoch, bis er am Netz angelangt ist. Zeitweise waren sogar zwei Spechte vor Ort. Nun hoffe ich, dass es ein Pärchen ist und dass sie bei uns im Garten brüten und kleine Spechtkinder großziehen.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Zahlreicher Vogelnachwuchs

In diesem Jahr gibt es viel Nachwuchs bei den Singvögeln in unserem Garten! Unter einem der Fenster des Cafés sind junge Kohlmeisen bereits flügge geworden und Familienmitglieder haben noch zwei Blaumeisennester ausgemacht. Unter einem kleinen Dach ist dann noch dieses Nest zu sehen:

Vermutlich sind es kleine Amseln, auch sie sind nun schon ausgeflogen. Und im Kuhstall jagen brütende Schwalben nach Insekten. Schön :-)

Samstag, 11. Februar 2012

Vogelspuren

Lange war dieser Winter sehr warm und die Vögel fanden genug Nahrung in der Natur. So brauchten sie keine Futterhilfen. Erst mit dem Kälteeinbruch der letzten zwei Wochen hat sich das geändert:

20120204_094803

Jetzt werden die Meisenknödel und Nusssäckchen belagert und rasend schnell aufgezehrt.

DSC_6793Die Buchfinken, die nicht in der Lage sind sich direkt an den Meisenringen festzuhalten, suchen eifrig auf dem Boden nach heruntergefallenen Resten und  hinterlassen dicht Spurgeflechte im der dünnen Schneedecke, die bisher gefallen ist.

20120204_094837 Auch die Hagebutten der vielen Ramblerrosen finden jetzt endlich Abnehmer, in früheren Jahren waren sie zu dieser Zeit meist schon komplett aufgezehrt.

DSC_6706

Insbesondere die Amseln sind sehr begierig auf diese Nahrung, haben aber ein Problem: Die Äste mit den Früchten sind viel zu dünn um ihr Gewicht zu tragen. Also müssen sie Tricks entwickeln um die Leckerbissen zu erlangen: Einige balancieren heftig mit den Flügeln schlagend auf den dünnen Reisern und halten sich so lange genug in der Luft um ein paar Exemplare zu ernten.

Manche Amseln haben aber eine andere Technik entwickelt, die sich gut von einem Fensterplatz im Café beobachten lässt:

DSC_6816Zuerst wird unterhalb der Ramblerrose auf dem Boden Position bezogen und von dort aus das Ziel angepeilt.

DSC_6823

Dann wird in einer Mischung aus großem Sprung und hektischem Flug hochgeschnellt und versucht einige Hagebutten zu erhaschen.

DSC_6819

So schaffen es die Amseln nach und auch noch die Früchte zu erreichen, die an den äußersten und dünnsten Zweigen hängen.

Mittwoch, 27. April 2011

Die Amseln brüten am Café

Vor zwei Jahren versuchte sich eine Ringeltaube zwei Mal an einem Brutversuch direkt auf unserer Caféterrasse. Leider erfolglos, beide Mal lagen die leeren Eierschalen irgendwann unter dem Nest. Jetzt brütet wieder ein Vogel direkt am Café, dieses Mal ist es eine Amsel:

Brütende Amsel © H. Brune Sie hat sich aber vermutlich einen besseren Platz ausgesucht, denn ihr Nest ist in dem Rosenbogen an der Vorderseite. Dort ist es gut versteckt und näher am Gebäude, so dass Räuber vielleicht etwas abgeschreckt werden. Wir wünschen der Amsel viel Glück!

Dienstag, 8. März 2011

Naturschauspiel

Auf den Äckern nahe unseres Hofes in Borgholzhausen-Oldendorf kann man seit ein paar Tagen einen großen Schwarm von Kiebitzen beobachten. Offenbar kommt dieser Zugvogel jetzt aus dem Süden zurück und die vielleicht hundertköpfige Gruppe hat hier eine kurze Rast eingelegt.

Kiebitze im Flug © H. Brune Der Kiebitz ist mit seinem weißen Bauch, dem grünlich schillernden Rücken und der Federtolle auf den Haupt ein unverwechselbarer Vogel. Beim den morgendlichen Spaziergängen hört man jetzt auch schon lange vor Sonnenaufgang seinen einzigartigen Ruf in den Feldern und wenn erst einmal die Brutzeit begonnen hat kann man die Vögel bei einzigartigen Flugmanövern beobachten, mit denen sie Krähen und Raubvögel von ihren Gelegen vertreiben.

Bei uns ist die sogenannte Thielheide ein altes Brutgebiet, in dem sich in jedem Jahr einige Paare finden um auf den Äckern und Wiesen ihre Eier direkt auf den Erdboden zu legen. Allerdings nimmt die Verbreitung des Kiebitz – nicht nur bei uns – durch die Veränderungen in der Landwirtschaft und die Bebauung ihrer Lebensräume offenbar allmählich ab. Um so schöner ist es eine so große Gruppe dieser interessanten Vögel beobachten zu können. Wir sind gespannt, wann sie wohl weiterziehen werden.

Montag, 3. Januar 2011

Wühlarbeiten

Trotz aller Vogelfütterungsaktionen in unserem Garten sind einige der gefiederten Gartenbewohner offenbar immer noch hungrig. Das zeigt sich an solchen Anblicken, die sich uns an schneefreien Stellen seit ein paar Tagen bieten:

Ritzen © H. BruneRitzen und Fugen zwischen den Pflastersteinen sind aufgescharrt und Sand und Steinchen in weitem Umkreis verteilt. Selbst vor den Steinplatten auf der überdachten Terrasse direkt am Hauseingang haben die ‘Übeltäter’ gewütet. Und hier ist er:

Amsel © H. Brune Es sind die Amseln, die sich mit großem Eifer an die Arbeit gemacht haben und nach Würmern und Insekten suchen. Den Rest des Jahres durchwühlen sie ja meist unter den Büschen das Laub und tragen so zur Umsetzung des alten Pflanzenmaterials bei, aber da im Moment noch alles unter hohem und hartem Schnee begraben ist suchen sie sich offenbar Alternativen.

Montag, 13. Dezember 2010

Neuer Vogelbesuch

Winterzeit ist immer auch Vogelzeit: wann kann man die kleinen Lieblinge im Garten schon so gut beobachten wie am Futterhaus oder am Meisenknödel direkt vor dem Fenster?

An diesem Wochenende hatten wir dabei zwei ungewöhnliche Gäste: einen Buntspecht und einen Kleiber. Über unser Twitterkonto hatten wir schon darüber berichtet, dass diese beiden Vögel offenbar von einem außergewöhnlich großen Meisenknödel angezogen. Vielleicht lag der Grund dafür darin, dass wir den dicken Knödel an besonders stabilen Ästen aufhängen mussten, die dann auch in der Lage waren einen Specht zu tragen.

Kleiber © H. Brune Leider sind uns vom Buntspecht noch keine Bilder gelungen und auch die Fotografien des Kleibers sind alles andere als perfekt. Das Licht war gestern einfach zu trübe. Trotzdem kann man hier schön eine typische Eigenschaft des Kleibers sehen: nämlich das Fressen ‘über Kopf’. Wenn einem ein Kleiber in der freien Natur begegnet, so kann man ihn meist daran zweifelsfrei erkennen, dass er mit dem Kopf nach unten die Baumstämme hinunter rennt. Das kann von den heimischen Vögeln sonst keiner in dieser Weise.

Laut der Wikipedia ist ein anderer Name des Kleibers “Spechtmeise”. Und tatsächlich: wenn man sich das folgende Bild so ansieht gibt es gewisse Ähnlichkeiten:

Kleiber © H. Brune Mal sehen, ob uns in den kommenden Wochen noch mal ein besseres Bild dieses neuen Besuchers gelingt.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Nur zu Besuch

Am Wochenende gelangen uns ein paar unscharfe Bilder eines kleinen schnepfenartigen Vogels, der wir bisher nur beim erschreckten Auffliegen kurz zu Gesicht bekamen:

Flussuferläufer © H. Brune Der Vogel sitzt hier am Ufer unseres Feuerlöschteiches und ist eifrig – aber unauffällig – damit beschäftigt den Gewässerrand abzusuchen. Irgendwie ähnlich einer großen Bachstelze. Wenn er auffliegt sieht man die leuchtend weiße Unterseite:

Flussuferläufer © H. BruneIndem wir unsere Bestimmungsbücher und das in der Familie vorhandenen ornithologische Potential nutzten kamen wir zur Lösung: Es handelt sich hier um einen Flussuferläufer. Auch eine Nachfrage bei der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh bestätigte unsere Bestimmung.

Dieser Vogel ist offenbar gar nicht so selten, laut der Wikipedia und unseren Bestimmungsbüchern kommt er in ganz Mitteleuropa vor. Aber da er so unauffällig ist bekommt man ihn selten zu sehen, da ist sein markanter Ruf schon deutlich eher zu bemerken. Den Winter verbringt dieser Langzieher dann im Mittelmeerraum und in Afrika.

Freitag, 2. Juli 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Kohlmeisen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um die Singvögel, die unseren und andere Gärten bevölkern:

Im Sommer nehmen wir sie kaum wahr, die munteren Gesellen, die so fleißig unseren Garten von Raupen und Blattläusen befreien. Im Winter sehen wir sie leicht und oft.

Sie turnen im kahlen Geäst herum, suchen in den Fensternischen nach Spinnen und Käfern und bevölkern unsere Futterplätze. Im beginnenden Frühjahr machen uns ihre Zizibe - Zizibe Rufe darauf aufmerksam, das die kalte Jahreszeit bald vorbei ist. E. Brune © H. Brune

Diese hübschen, nützlichen Vögel brauchen natürlich Nistplätze. Dabei scheuen sie auch nicht vor ungewöhnlichen Orten zurück. Christinas Mann hat hinter der Garage, an einem überdachten Platz, 4 Autoreifen mit Felgen übereinander gestapelt und gerade diese hielten die Meiseneltern für den idealen Nistplatz. Durch die Felgenöffnungen flogen sie hinein und bauten aus Moos, Halmen und Haaren ein kleines weiches Nestchen.

Es dauerte nicht lange und sieben Eier lagen im Versteck. Sieben Eier sind für eine kleine Vogelmutter ganz schön viel, um sie zu bebrüten. Nach der üblichen Brutzeit ertönte aus sieben Vogelbabykehlen der Schrei nach Futter. Dieses Schreien hörten nicht nur die Vogeleltern nein, es hörten auch die Katzen aus Nachbars Garten. In der Nacht kamen sie geschlichen und angelten mit langen Pfoten und spitzen Krallen nach den Meisenkindern. Leider konnten sie zwei erwischen.

Christina sah am andern Morgen die Bescherung mit Entsetzen. Seitdem deckt sie tagsüber die  beiden hinteren Löcher, unter die sie das Nest geschoben hat, zu. Am Abend für die Nacht auch die beiden vorderen. Des Morgens, wenn sie die Vogelkinderstube aufsucht, um Abdeckung fortzunehmen, warten die Vogeleltern bereits mit aufmerksamen Augen und Futter im Schnabel im nächsten Baum. Kohlmeise © H. Brune

Auf diese Weise sind fünf süße Meisenkinder groß geworden. Mein Gartenfreund, der in einer Siedlung mit wunderhübschen Gärten wohnt, erzählt, dass bei ihm wenig Singvögel zusehen sind. Katzen, Elstern und Krähen räubern die Nester aus. Leider stehen die räuberischen Vögel unter Schutz. Vielleicht sollte man mal eine Nistbaukasten Aktion starten. In Nistkästen sind die Vögel sicher.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die Entenrettung

Zur Zeit scheint die Zeit der Entenrettungen zu sein, fast jeden Tag findet man im Internet Berichte von heldenhaften Polizisten und Feuerwehrleuten, die jungen Entenfamilien, die sich in unmöglichen Situationen befinden, in die Freiheit helfen. Hier zum Beispiel der Bericht einer Entenrettung von der Autobahn A1. Manchmal hat man fast den Verdacht die Entenmütter suchten sich bewusst Verstecke für ihr Gelege, bei denen sie auf menschliche Hilfe für nach Nachwuchs angewiesen sind. So brüten an der Universität Bielefeld seit Jahren Enten in den abgeschlossenen Innenhöfen, wo sie jedes Mal mit samt den Kleinen eingefangen und herausgetragen werden müssen.Enten © H. Brune

Seit gestern können wir uns jedenfalls auch Entenretter nennen, und das kam so: Als wir abends noch Einkäufe am Café ausluden hörte man vom Teich das typische aufgeregte Piepsen von Entenjungen, die sich zu weit von der Mutter entfernt haben. Nun ist das zunächst nicht weiter ungewöhnlich, die kleinen neugieren Kerlchen geraten halt manchmal auf ihren Exkursionen einen Moment in Panik, wenn sie die Mutter nicht sofort wieder finden.

Hier war das Gepiepse aber viel lauter und wollte überhaupt nicht mehr enden. Neugierig geworden schauten wir uns das Geschehen einmal an: Auf den ersten Blick war nur eine Ente mit zwei Jungen zu erkennen, die aufgeregt hin und her schwamm. Schließlich entdeckten wir den Grund für den Tumult: neun (9!) der Jungen waren in den kleinen Schacht gefallen, durch den das Wasser den Teich verlässt:

Entenjunge © H. BruneIn den Schacht fällt das Wasser über einen Miniturwasserfall etwa 30 Zentimeter. Ob die entdeckungslustigen Entchen einfach mal ausprobieren wollten was es da unten zu sehen gibt? Jedenfalls kamen sie nicht wieder aus eigener Kraft heraus und so mussten wir sie befreien. Die kleinen Flaumbälle ließen sich nicht gerne packen und waren während des kurzen Transports wie paralysiert. Aber sobald sie Wasser unter sich spürten und merkten, dass sie frei waren zogen sie wie kleine Schnellboote mit voller Geschwindigkeit von dannen.

Und sofort zeigte sich auch die Treue der Entenmutter, die sich zwar vor uns zurück gezogen hatte, auf das Piepsen der Kleinen aber sofort wieder auftauchte, so dass alle Jungen wieder zu ihr fanden. Am Ende war dann die zwölfköpfige Entenfamilie glücklich vereint.

Montag, 31. Mai 2010

Wie im Taubenschlag

Eine Art von Vögeln, die sich bei uns ebenfalls sehr wohl zu fühlen scheint, sind die Ringeltauben. Diese größte heimische Wildtaube ist eigentlich immer schon mit einigen Exemplaren auf unserem Hof anzutreffen gewesen.Ringeltaube © H. Brune

Wenn man nun vor unserem Café sitzt kann man die eifrigen Nestbauaktivitäten der Tauben beobachten.

Immer wieder fliegen sie zu der Trauerbirke am Teich und suchen nach passenden Reisern für ihr – man muss es so sagen – wenig kunstvolles Nest.

Birken scheinen beim Nestbau ganz besonders beliebig zu sein, lassen sich ihre langen und elastischen Äste doch gut ineinander flechten. Vielleicht sind die Birken damit ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Ringeltauben bei uns halten. Das Nest ist in diesem Jahr allerdings nicht direkt auf der Caféterrasse, sondern etwas versteckter und höher gelegen.Ringeltaube © H. Brune

Ein weiterer Grund, warum sich die Tauben so wohlfühlen, ist vermutlich der Teich. Gerne nimmt man hier gemeinsam ein Bad und putzt sich danach ausgiebig, entweder in den Ästen der großen Kiefern, oder wieder auf der Trauerbirke, deren nackte Astrücken ideale Sitzplätze zu sein scheinen.

Und schließlich gibt es auf dem Hof ja auch immer mal irgendwelche heruntergefallenen Körner zu picken. Dies ist vielleicht der letzte Grund, warum die großen grauen Flieger so standorttreu sind.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Vogelkonzerte

Das Frühjahr ist zugleich die große Zeit der gefiederten Sänger. Wenn man jetzt im Garten sitzt – aber auch beim frühmorgendlichen Spaziergang im Wald – hört man die vielfältigen und manchmal überraschend lauten Melodien der Singvögel. Im Bild sieht man einen Buchfinken, der am Wochenende auf dem Dach des Cafés seiner Sangesfreude aus voller Brust ihren Lauf lies.

Singender Buchfink © H. Brune

Montag, 17. Mai 2010

Vogelnachwuchs

In unserem Garten kann man wie in jedem Frühjahr auch jetzt viele viele Singvögel beobachten. Die Balz- und Paarungszeit ist bei vielen Arten offenbar schon vorbei und es gibt den ersten Nachwuchs!

Kohlmeise mit Raupe © H. BruneGestern bemerkten wir zum Beispiel im Apfelbaum am Café zwei Kohlmeisen, die immer wieder im Baum herum hüpften und dabei offensichtlich meist etwas im Schnabel hatten. Auch kann man nun ein fast ununterbrochenes aufgeregtes Piepsen hören, welches direkt aus der Wand des Cafés zu kommen scheint.

Mit etwas Geduld konnten wir dann die folgenden Beobachtungen machen:

Startende Kohlmeise © H. BruneDas Kohlmeisenpärchen hat offenbar an einem der Fenster eine Lücke im Putz gefunden und in der Dämmschicht sein Nest untergebracht und erfolgreich Junge ausgebrütet. Nun kommen die beiden im Minutentakt (manchmal sogar noch häufiger) zum Nest und liefern Raupen ab. Uns war gar nicht klar, dass wir schon wieder so viele davon im Garten haben.

Auf dem Weg zu ihrem Nest sind die Meisen sehr vorsichtig: nie fliegen sie es direkt an sondern nehmen immer einen Umweg durch den Baum und arbeiten sich dann über viele Zwischenstationen (= Äste) heran. Wenn sie ihre Speisen abgeliefert haben starten sie sofort aus dem Schatten und verschwinden so schnell wie möglich. Hoffentlich lohnt sich ihre Vorsicht und die Hofkatzen werden nicht auf sie aufmerksam.

Dienstag, 4. Mai 2010

Die Rapsfelder blühen – und bieten Nahrung für viele

Jetzt ist es wieder so weit: Die großen Rapsfelder blühen und verwandeln die Landschaft in ein gelb-grünes Schachbrettmuster. In diesem Jahr ist die Blüte bei uns etwas später dran als im vergangenen Jahr, aber nicht viel.Schwalbe über blühenden Raps © H. Brune

Überhaupt war es mal wieder sehr beeindruckend zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sich der Raps in den vergangenen Wochen in die Höhe geschraubt hat.

In der Blütezeit zieht der Raps alle möglichen Insekten an, die sich an ihm nähren. So haben auch die Imker schon ihre in Kästen verpackten Bienenstöcke an den Rändern einiger Äcker aufgestellt. In den Waben sammelt sich leckerer Rapshonig.

Auch Vögel werden vom Raps angezogen oder besser: sie werden von den Insekten angezogen, die der Raps anzieht. So kann man nun immer wieder Rauchschwalben sehen, die im rasanten Tiefflug knapp über die Blüten hinweg schießen und dabei Nahrung sammeln. Im Bild ist so eine Szene zu sehen, klicken Sie es an, um es zu vergrößern.

Mittwoch, 28. April 2010

Die großen Vogelfutterautomaten arbeiten wieder

Den lange und schneereichen Winter über haben wir die Vögel in unserem Garten mit Futter versorgt und damit nicht gespart. Trotzdem sehen unsere Bemühungen im Vergleich eher kleinlich aus wenn man sich großen Futterautomaten ansieht, die nun die Vogelwelt ganz natürlich mit Nahrung versorgen: Damit meinen wir die Kiefern, die am Teich entlang an der Caféeinfahrt wachsen.Kiefernzapfen © H. Brune

An den Kiefern öffnen sich an warmen und trockenen Tagen die Zapfen vom letzten Jahr (man kann es dann knistern und knacken hören) und verstreuen ihre Saat. Die Kiefernsamen haben einen kleinem Flügel, der sie kreiselnd zu Boden schweben lässt. Jeder Windhauch trägt sie vom Mutterbaum davon, auch bei schwachem Wind schaffen es einige auf die doch einige Meter entfernte Caféterrasse oder gar in den Hauptgarten.

Wenn so ein Same herabsinkt ist die Stunde der Singvögel Buchfink © H. Brunegekommen, insbesondere der Buchfinken: Sie hüpfen auf dem Pflaster suchend umher und lesen diese nahrhafte Speise eifrig auf. Sie sind dabei erstaunlich furchtlos und kommen bis auf kurze Distanz an ruhig sitzende Menschen heran.

Vermutlich ist diese energiereiche Kost im Moment genau das Richtige in der anstrengenden Paarungszeit: wie sonst sollten die Buchfinken ihre lautstarken Konzerte durchhalten können?

Montag, 12. April 2010

Das gefiederte Aufräumkommando war wieder da

Wenn wir morgens unser Café aufschließen müssen wir oft durch Moosbrocken und altes Laub stapfen, obwohl am Vorabend noch alles ganz sauber war. Woher das Moos und das Laub kommen, können wir uns grundsätzlich denken: Von Dach und aus der Regenrinne des Cafés. Aber wieso liegt es jeden Morgen vor unserer Tür?Mosswürfe vom Dach © H. Brune

Wir haben einen ganz dringenden Verdacht, und der fällt auf die Amseln bzw, Schwarzdrosseln: Die sind sowieso immer dabei zu beobachten, wie sie mit kräftigen Kopfbewegungen unter Büschen und Bäumen das alte Laub wenden. Vermutlich tragen sie so neben den Regenwürmern ganz wesentlich zur Verrottung der abgestorbenen Pflanzenteile bei.

Allerdings konnten wir sie in Bezug auf die Mooswürfe von unserem Dach noch nie in Flagranti erwischen. Ob sie uns durch die Fenster beobachten und nur dann kommen, wenn sich nichts rührt?

Mittwoch, 7. April 2010

Wir nennen ihn ‘Stefan’

Der Besuch der Rebhühner am Hof im vergangenen Winter war ein eher seltenes Ereignis und für uns eine große Überraschung. Hingegen bekommen wir einen Fasanenhahn viel häufiger zu sehen. So häufig, dass wir ihm schon einen Namen gegeben haben: Stefan.

Unser Hahn kommt schon seit einigen Jahren regelmäßig vorbei, wobei es natürlich sein kann, dass es sich nicht immer um das selbe Exemplar handelt. Und manchmal, wenn Stefan gleich mehrfach am Tag vorbei schaute, hatten wir auch schon den Verdacht es könnte vielleicht mehr als einen Fasan bei uns geben.Fasan 'Stefan' © H. Brune

Den ganzen letzten Winter jedenfalls konnte man ihn regelmäßig am Vormittag aus Richtung Berghausen kommen sehen.

Seine Fährte war im Schnee leicht bis zum Kuhtunnel unter der Versmolderstraße zurück zu verfolgen, verlief dann am Teich entlang (mal rechts und mal links) und führte in einigen Fällen direkt unter den großen Caféfenstern entlang. Möglicherweise angelockt von den Vogelfutterstellen, die wir dort für die Singvögel eingerichtet hatten.

Wenn Stefan so nah heran kam war dies immer eine Herausforderung für unseren Caféhund Zorro. Als Jagdhund kann er einen frechen Fasan eigentlich nicht so ohne weiteres passieren lassen, aber mit fortschreitendem Alter und bei ungemütlichem Wetter war es dann oft seine Lösung so zu tun, als habe er nichts gesehen.

Jetzt im Frühjahr verhält sich Stefan noch auffälliger: mit lautem Gackeln versucht er Hennen auf sich einzuschwören, und scheint damit auch allmählich Erfolg zu haben. Vermutlich wird er dann in der Brutzeit verschwinden und sich erst wieder im Herbst bei uns einstellen.

Und warum nennen wir den Fasan Stefan? Weil er uns an einen guten Freund mit diesem Namen erinnert, der auch immer kommt und geht, gerade wie es ihm gefällt:)

Samstag, 3. April 2010

Die Feldlerchen singen wieder

Neben den pflanzlichen Frühlingsboten in Garten und Natur, von denen hier schon mehrfach die Rede war, gibt es auch Frühlingsboten der Lüfte: Die Singvögel. Dabei soll es heute einmal nicht um die üblichen Verdächtigen wie Buchfink, Meise und Amsel gehen, die man jetzt täglich im Garten sehen und vor allem hören kann, sondern um die Feldlerche.Feldlechte im Flug © H. Brune

Die Feldlerche ist ein Bewohner der offenen Landschaft und lässt sich am besten beim Spaziergang über die Felder beobachten. Dieser zu den meisten Zeiten des Jahres nur beim Auffliegen auffällige Vogel zeigt jetzt warum insbesondere er vor all den anderen heimischen Vögeln als fliegender Frühlingsbote gilt:

Die männlichen Feldlerchen starten nun nämlich zu ihren außergewöhnlichen Sangesflügen, bei denen sie vom Erdboden starten und sich viele Minuten lang ununterbrochen singend immer höher und höher schrauben. Ein Verhalten, welches in diesem Gedichtsfragment treffend beschrieben wird:

An ihren bunten Liedern klettert
Die Lerche selig in die Luft

(aus Nikolas Lenau, Liebesfeier)

Das Bild zeigt eine Kollage von Einzelaufnahmen eines solchen Fluges, der oft mit einem Sturzflug der Lerche beendet wird. Die Lerchen sind in den vergangenen Jahren in Deutschland weniger geworden, auch wenn sie, wie man zum Beispiel in der Wikipedia nachlesen kann, weltweit nicht als gefährdet gilt. In unserer Gegend wird versucht diesen Rückgang mit den Lerchenfenstern aufzuhalten, über die wir im vergangen Jahr schon einmal berichtet hatten.

Samstag, 27. März 2010

Ein Platycercus elegans im Garten

Vorgestern hatten wir ungewöhnlichen Besuch im Garten: einen sogenannten Pennantsittich (Platycercus elegans). Das farbenprächtige Exemplar tauchte plötzlich in den Bäumen auf uns lies sich gerne mit einigen Körnern anlocken.Pennantsittich H. Brune

In den vergangenen Jahren haben sich auf unserem Hof immer mal wieder entflogene Sittiche eingefunden, vermutlich weil sie an den Silagen und Getreidespeichern immer etwas Nahrung finden können. Meist sind sie aber schnell weiter gezogen in ihr ungewisses Schicksal, ohne das wir sie näher betrachten konnten.

Auch der Pennantsittich ist kein heimischer Vogel. Er stammt – wie man zum Beispiel in der Wikipedia nachlesen kann – aus den östlichen Küstenregionen Australiens und wird hier als Volierenvogel gehalten. Sein kräftiger Schnabel macht es notwendig ihm vorsichtig – am besten mit Handschuhen – zu begegnen.

Nachdem wir ihn überlisten und einfangen konnten hat er nun bei einem Vogelfreund ein artgerechnetes Heim gefunden, in dem er auch besser vor dem heute doch wieder recht unfreundlichen Wetter geschützt ist.