Donnerstag, 29. Juli 2010

Die Welt ist eine Kugeldistel

Wie in fast jedem Jahr beginnt die Blüte der Kugeldisteln jetzt gegen Ende Juli / Anfang August. Nun füllen sich die stacheligen Kugeln nach und nach von oben nach unten mit Blüten. Wie ein blauer Igel mit gesträubten Stacheln. Und wie in jedem Jahr ziehen sie am Tage große Zahlen von Hummeln und Bienen an.

Hummeln und Kugeldistel © H. BruneWenn die Hummeln so über die Blüten krabbeln und die Kugeln umrunden bekommt man manchmal den kurzen Eindruck von Weltreisenden, die in kürzester Zeit den Globus umrunden. Fast wie getriebene Geschäftsreisende, die hastig die Erde umfliegen. Aber dann wacht man wieder auf und ist in seinem Garten und alles ist entspannt und gut:)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Nur zu Besuch

Am Wochenende gelangen uns ein paar unscharfe Bilder eines kleinen schnepfenartigen Vogels, der wir bisher nur beim erschreckten Auffliegen kurz zu Gesicht bekamen:

Flussuferläufer © H. Brune Der Vogel sitzt hier am Ufer unseres Feuerlöschteiches und ist eifrig – aber unauffällig – damit beschäftigt den Gewässerrand abzusuchen. Irgendwie ähnlich einer großen Bachstelze. Wenn er auffliegt sieht man die leuchtend weiße Unterseite:

Flussuferläufer © H. BruneIndem wir unsere Bestimmungsbücher und das in der Familie vorhandenen ornithologische Potential nutzten kamen wir zur Lösung: Es handelt sich hier um einen Flussuferläufer. Auch eine Nachfrage bei der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh bestätigte unsere Bestimmung.

Dieser Vogel ist offenbar gar nicht so selten, laut der Wikipedia und unseren Bestimmungsbüchern kommt er in ganz Mitteleuropa vor. Aber da er so unauffällig ist bekommt man ihn selten zu sehen, da ist sein markanter Ruf schon deutlich eher zu bemerken. Den Winter verbringt dieser Langzieher dann im Mittelmeerraum und in Afrika.

Montag, 26. Juli 2010

Die Heiligenhafenrose

Unter den Kastanien am Café zeigt jetzt eine Rose ihre Blüte, die uns besonders ans Herz gewachsen ist. Nicht weil sie zu den besonders spektakulären Sorten in unserem Garten zählt, sondern weil sie eine spezielle Geschichte hat:

Rose © H. BruneAuch während unserer jährlichen Winterurlaube an der Ostsee im Städtchen Heiligenhafen müssen wir jeden Morgen früh mit dem Hund unsere Runden drehen. Oft landet man dabei an abgelegenen Stellen und auf Wegen, die die meisten Urlauber nicht finden. Diese Wege – oder eher Trampelpfade - sind dann auch nicht so geputzt und werden von den Einheimischen zum Beispiel für die Ablagerung ihrer Gartenabfälle genutzt.

Im tiefsten Winter stießen wir an einer solchen wilden Kompoststelle auf eine kleine blühende Rose. Was für ein Anblick die kleine rosa Knospe im Schnee bot. Da es sowieso unser letzter Urlaubstag war und wir nicht glaubten, dass das Röschen auf Dauer in seiner frostigen Umgebung würde überstehen können zogen wir es aus dem Boden, was ganz leicht und ohne Schäden an den feinen Wurzeln gelang.

Nach einer Reise von 400km bei uns angelangt haben wir es zunächst im Haus gelassen und dann im Frühjahr ausgepflanzt. Nun wächst die Heiligenhafenrose schon einige Jahre bei uns. Die ersten Jahre fiel sie weiterhin durch eine Blüte zu merkwürdigen Jahreszeiten auf. So also ob sie irgendwie aus dem natürlichen Takt geraten sei. Inzwischen hat sich das aber ausgeglichen.

Dienstag, 20. Juli 2010

Die nur in der Nacht blühenden

In unserem Garten – aber in noch größere Anzahl an den Wegesrändern – blühen in der Abenddämmerung die Nachtkerzen auf. Sie öffnen dabei ihre Blüten in erstaunlich kurzer Zeit. Die großen gelben Teller wirken so, als sei die Sonne nicht hinter dem Horizont verschwunden, sondern in vielen kleinen Abbildern auf die Stängel der Nachtkerzen gesprungen.

Nachtkerze © H. Brune Der Wikipediaartikel zur Nachtkerze enthält einige interessante Dinge: So ist diese Pflanze gar kein einheimisches Gewächs, sondern wurde erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa eingeführt. Und während wir schon lange wussten, dass das Nachtkerzenöl hilfreich bei bestimmten Hauterkrankungen ist, waren wir noch nicht auf die Idee gekommen, dass man die dicken Wurzeln essen könnte. Ob sie wirklich so schmecken wie der alternative Name Schinkenwurz es nahelegt?

Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Winden begrüßen den Morgen

Nicht nur der Mohn öffnet seine Blüten in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang, auch bei den Ackerwinden kann man nun gut beobachten, wie sie auf Licht reagieren. In der Nacht schließen sie ihre Kelchblüten:

Ackerwinde © H. Brune

Aber nur eine Stunde nach Sonnenaufgang haben sie sich meist schon komplett geöffnet:

Ackerwinde © H. Brune Überall kann man die Ackerwinden nun sehen, manchmal auch zusammen mit den noch deutlich größeren Zaunwinden. An den Ackerrändern ranken sie an den reifen Getreidehalmen empor. Bis dann der Mähdrescher kommt.

Samstag, 10. Juli 2010

Rosen, so viele Rosen

Trotz (oder wegen?) der großen Hitze ist unser Garten jetzt voll mit blühenden Edelrosen. Diese kleine Fotosammlung haben wir heute morgen geschossen, als es noch nicht so warm war:

Rosen © H. Brune

Auch wenn die Blüten bei mehr als 30° oft schnell welk werden, so kommen doch immer wieder ganz schnell neue hinterher. Ein höchst erfreulicher Anblick. Und den Duft nicht zu vergessen!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Der Geste neigt die Ähren

Wenn man heute durch die Getreidefelder wandert sieht man wie die Geste ihre Ähren immer tiefer hängen lässt. Das hat nichts mit der gestrigen Niederlage gegen Spanien zu tun: Die Gerste hat die Teigreife fast abgeschlossen und je weiter die Reifung fortschreitet, desto stärker knicken die Ähren:

Geste © H. Brune Da für die kommenden Tage wieder große Hitze angesagt ist könnte es tatsächlich sein, dass wir die ersten Mähdrescher schon an diesem Wochenende dabei beobachten können, wie sie in enorme Staubwolken gehüllt über die gelben Äcker ziehen. Vor allem falls der Wetterbericht für die kommende Woche Regen und Gewitter vorhersagen sollte gibt es bestimmt viele Landwirte, die lieber etwas höhere Trockungskosten in Kauf nehmen an statt zu riskieren, dass die im Moment noch wunderbar aufrecht stehenden Getreidehalme nach einem schweren Regen wie platzgewalzt zurück bleiben.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Jetzt stellen sich die Schmetterlinge ein

Bis vor wenigen Tagen hatten wir den Eindruck ein eher schmetterlingsarmes Jahr zu erleben. Allgemein schien es wenig Insekten zu geben, was in Bezug auf Fliegen und Mücken auch seine Vorteile hatte.

Mit der Hitzewelle der letzten Tage scheint sich dies aber sehr schnell zu normalisieren. Wir konnten zum Beispiel am vergangenen Wochenende erstmals wirklich viele Falter beobachten, wenn auch noch nicht in unserem Garten: Wie bereits schon früher bemerkt waren es insbesondere die wilden Kratzdisteln welche wie ein Magnet auf die Schmetterlinge zu wirken schienen. In wenigen Minuten konnten wir an einer einzigen Stelle gleich sechs verschiedene Arten beobachten und auch vor die Kameralinse bekommen:

Schmetterlinge © H. Brune

Im Uhrzeigersinn sieht man hier einen Kohlweißling, einen Dickkopffalter (vermutlich ein Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter), ein Großes Ochsenauge, einen Kleinen Fuchs sowie einen Jakobskrautbären. In der Mitte schließlich thront ein Kleiner Feuerfalter auf einer Kamillenblüte.

Hoffentlich kommen die bunten Sommervögel bald auch in größeren Scharen zu uns in den Garten.

Montag, 5. Juli 2010

Marshmallows essen oder Eibisch bewundern

Im Bett an der Caféterrasse gedeiht der Eibisch auch in diesem Jahr wieder prächtig und hat inzwischen mehr als Hüfthöhe erreicht. Nicht mehr lange und er wird wieder seine typischen Malvenblüten zeigen, aber auch jetzt ist sein sattes leicht grau mattiertes Grün schon eine Augenweide.

Eibisch © H. Brune Und wieder stellen wir uns wie in den vergangen Jahren die Frage, ob wir nun doch endlich einmal die Süßigkeit Marschmallow daraus herstellen sollen. Ob wohl unsere Kommentatorin vom vergangenen Jahr ihr Versprechen wahr gemacht und ein Eibischbeet angelegt hat?

Sonntag, 4. Juli 2010

Wo sind eigentlich die Phacelia Felder geblieben?

Erinnern Sie sich noch? So vor ca. 15 Jahren tauchten mit einem Male überall Äcker auf, die nach der Getreideernte mit tiefblauen Pflanzen bestellt wurden. Diese Pflanzen waren Phacelia. Sie wurden nicht geerntet, sondern sollten den Ackerboden verbessern - also als sogenannte Gründüngung dienen - und gleichzeitig das nachwachsende Unkraut im Zaum halten und über den Winter die Krume vor Erosion schützen.

Nun blüht die Phacelia in der Nähe unseres Hofe auf einem von den Jägern angelegten Wildacker und lockt alle möglichen Insekten an, hier im Bild sieht man eine Hummel, die schon vor Sonnenaufgang eifrig mit der Nahrungssuche befasst ist:

Phacelia mit Hummel © H. BruneErst bei diesem Anblick fiel uns ein, dass die blauen Felder ja schon seit vielen Jahren wieder verschwunden sind. Wir hatten uns bis dahin noch nie Gedanken gemacht, warum man sie nicht mehr sieht. Aber wozu hat man Familienmitglieder mit landwirtschaftlicher Fachausbildung, die einem eine solche Frage unmittelbar beantworten können?

Nach Auskunft unserer Expertin hat sich die Phacelia insbesondere deshalb nicht durchgesetzt, weil sie mit ihren eher dünnen Blättern das Unkraut wohl doch nicht richtig kurz halten konnte. Das schnelle Verschwinden nach wenigen Jahren ist wohl ein Zeichen dafür, dass diese Ansicht entweder an vielen Stellen gewonnen wurde, oder sie wurde sehr stark von den entsprechenden landwirtschaftlichen Beratern propagiert.

Schade eigentlich, der Anblick war im Spätsommer immer hochwillkommen, und die anderen Namen der Phacelia – Bienenweide und Bienenfreund – deuten auch auf ihre Bedeutung für die honigsammelnden Insekten hin.

Samstag, 3. Juli 2010

Manche Rose übertreibt

Beim morgendlichen Fotorundgang durch den Garten fiel uns heute ein großer abgeknickter Zweig an der Rose Moonlight auf. Offenbar hat es die Rose bei der Blütenbildung so sehr übertrieben, dass sie ihre eigene Last nicht mehr (er)tragen konnte. Und dabei stehen uns die angekündigten Unwetter doch noch bevor. Wir haben dann versucht das Beste daraus zu machen:

Rose Moonlight H. Brune So haben wir wenigstens eine schöne Tischdeko, für die wir sonst unsere Rosen nicht so häufig opfern:)

Freitag, 2. Juli 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Kohlmeisen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um die Singvögel, die unseren und andere Gärten bevölkern:

Im Sommer nehmen wir sie kaum wahr, die munteren Gesellen, die so fleißig unseren Garten von Raupen und Blattläusen befreien. Im Winter sehen wir sie leicht und oft.

Sie turnen im kahlen Geäst herum, suchen in den Fensternischen nach Spinnen und Käfern und bevölkern unsere Futterplätze. Im beginnenden Frühjahr machen uns ihre Zizibe - Zizibe Rufe darauf aufmerksam, das die kalte Jahreszeit bald vorbei ist. E. Brune © H. Brune

Diese hübschen, nützlichen Vögel brauchen natürlich Nistplätze. Dabei scheuen sie auch nicht vor ungewöhnlichen Orten zurück. Christinas Mann hat hinter der Garage, an einem überdachten Platz, 4 Autoreifen mit Felgen übereinander gestapelt und gerade diese hielten die Meiseneltern für den idealen Nistplatz. Durch die Felgenöffnungen flogen sie hinein und bauten aus Moos, Halmen und Haaren ein kleines weiches Nestchen.

Es dauerte nicht lange und sieben Eier lagen im Versteck. Sieben Eier sind für eine kleine Vogelmutter ganz schön viel, um sie zu bebrüten. Nach der üblichen Brutzeit ertönte aus sieben Vogelbabykehlen der Schrei nach Futter. Dieses Schreien hörten nicht nur die Vogeleltern nein, es hörten auch die Katzen aus Nachbars Garten. In der Nacht kamen sie geschlichen und angelten mit langen Pfoten und spitzen Krallen nach den Meisenkindern. Leider konnten sie zwei erwischen.

Christina sah am andern Morgen die Bescherung mit Entsetzen. Seitdem deckt sie tagsüber die  beiden hinteren Löcher, unter die sie das Nest geschoben hat, zu. Am Abend für die Nacht auch die beiden vorderen. Des Morgens, wenn sie die Vogelkinderstube aufsucht, um Abdeckung fortzunehmen, warten die Vogeleltern bereits mit aufmerksamen Augen und Futter im Schnabel im nächsten Baum. Kohlmeise © H. Brune

Auf diese Weise sind fünf süße Meisenkinder groß geworden. Mein Gartenfreund, der in einer Siedlung mit wunderhübschen Gärten wohnt, erzählt, dass bei ihm wenig Singvögel zusehen sind. Katzen, Elstern und Krähen räubern die Nester aus. Leider stehen die räuberischen Vögel unter Schutz. Vielleicht sollte man mal eine Nistbaukasten Aktion starten. In Nistkästen sind die Vögel sicher.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die Entenrettung

Zur Zeit scheint die Zeit der Entenrettungen zu sein, fast jeden Tag findet man im Internet Berichte von heldenhaften Polizisten und Feuerwehrleuten, die jungen Entenfamilien, die sich in unmöglichen Situationen befinden, in die Freiheit helfen. Hier zum Beispiel der Bericht einer Entenrettung von der Autobahn A1. Manchmal hat man fast den Verdacht die Entenmütter suchten sich bewusst Verstecke für ihr Gelege, bei denen sie auf menschliche Hilfe für nach Nachwuchs angewiesen sind. So brüten an der Universität Bielefeld seit Jahren Enten in den abgeschlossenen Innenhöfen, wo sie jedes Mal mit samt den Kleinen eingefangen und herausgetragen werden müssen.Enten © H. Brune

Seit gestern können wir uns jedenfalls auch Entenretter nennen, und das kam so: Als wir abends noch Einkäufe am Café ausluden hörte man vom Teich das typische aufgeregte Piepsen von Entenjungen, die sich zu weit von der Mutter entfernt haben. Nun ist das zunächst nicht weiter ungewöhnlich, die kleinen neugieren Kerlchen geraten halt manchmal auf ihren Exkursionen einen Moment in Panik, wenn sie die Mutter nicht sofort wieder finden.

Hier war das Gepiepse aber viel lauter und wollte überhaupt nicht mehr enden. Neugierig geworden schauten wir uns das Geschehen einmal an: Auf den ersten Blick war nur eine Ente mit zwei Jungen zu erkennen, die aufgeregt hin und her schwamm. Schließlich entdeckten wir den Grund für den Tumult: neun (9!) der Jungen waren in den kleinen Schacht gefallen, durch den das Wasser den Teich verlässt:

Entenjunge © H. BruneIn den Schacht fällt das Wasser über einen Miniturwasserfall etwa 30 Zentimeter. Ob die entdeckungslustigen Entchen einfach mal ausprobieren wollten was es da unten zu sehen gibt? Jedenfalls kamen sie nicht wieder aus eigener Kraft heraus und so mussten wir sie befreien. Die kleinen Flaumbälle ließen sich nicht gerne packen und waren während des kurzen Transports wie paralysiert. Aber sobald sie Wasser unter sich spürten und merkten, dass sie frei waren zogen sie wie kleine Schnellboote mit voller Geschwindigkeit von dannen.

Und sofort zeigte sich auch die Treue der Entenmutter, die sich zwar vor uns zurück gezogen hatte, auf das Piepsen der Kleinen aber sofort wieder auftauchte, so dass alle Jungen wieder zu ihr fanden. Am Ende war dann die zwölfköpfige Entenfamilie glücklich vereint.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Zeit für Experimente

An den Wegesrändern blüht jetzt wieder das Mädesüß. Dieses Rosengewächs haben wir im letzten Jahr zum ersten Mal verwendet um daraus eine Torte herzustellen.

Mädesüß H. Brune An diesem Wochenende müsste das auch wieder möglich sein, denn mit den Hochsommertemperturen blüht dieses intensiv nach Honig und Mandeln duftende Wildkraut jetzt sehr schnell auf. Vielleicht können wir unser selbst entwickeltes Rezept noch etwas verbessern, auch wenn das Ergebnis im letzten Jahr schon sehr zufriedenstellend war. Wenn es so weit ist und die Torte in der Kühlung steht werden wir das über Twitter vermelden:)

Dienstag, 29. Juni 2010

Jagdszenen aus Oldendorf

Die neu auf unserem Hof aufgetauchten Kaninchen haben offenbar Nachwuchs bekommen! Jedenfalls sieht man nun in den Gartenteilen an der oberen Hofeinfahrt häufig ein winziges keckes Kaninchen. Kaninchen © H. Brune

Möglicherweise ist es nicht nur eines, aber bisher haben wir noch nie zwei zur gleichen Zeit beobachten können.

Das Kaninchen fühlt sich hier offenbar sehr wohl und auch sehr sicher: es kann von Beetinsel zu Beetinsel huschen und bei ganz großer Not schnell in die nahen Brennnesseln am Bach flüchten.

Das macht Zorro ganz irre.

Er ist sowieso nicht gut auf die Kaninchen zu sprechen, die ihn seit Jahren bei den abendlichen Spaziergängen ärgern, in dem sie im Industriegebiet frech auf der Straße sitzen und cool abwarten, bis sich Zorro ganz nahe heran geschlichen hat. Hund © H. Brune

Dann verschwinden sie ohne Mühe hinter einem der Zäune und bleiben wenige Meter entfernt – aber unerreichbar für den schwarzen Jäger – sitzen. Der Hund empfindet das vermutlich als grobe Respektlosigkeit.

Auf der anderen Seite ist der Jagdtrieb einfach zu ausgeprägt, als dass er sie einfach ignorieren könnte. Also schleicht er nun jeden Morgen (und Abend) vorsichtig zur Hofeinfahrt und schiebt sich langsam durch die Beete. Aber das Kaninchen kennt ihn inzwischen und sitzt nur noch demonstrativer mitten auf dem Rasen, wo es eine gute Übersicht hat. Ein echtes Katz-und-Maus-Spiel….

Montag, 28. Juni 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Vergissmeinnicht

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um das Vergissmeinnicht, welches inzwischen zwar weitgehend verblüht ist, aber unseren Garten auch in diesem Jahr wieder völlig blau gefärbt hat:

Himmelblaue Blütenwolken schweben über den Gartenbeeten. Sie haben sich richtig gut ausgesät im letzten Jahr, die Vergissmeinnicht. Das feuchte Frühjahr ließ sie sich prächtig entwickeln, zum Glück, denn der harte Winter setze den Rosen sosehr zu, dass sie ganz von unten wieder austreiben mussten. E. Brune © H. Brune

So sind die Vergissmeinnicht willkommene Lückenfüller. In dem großen Rosenbeet mit dem gemütlich auf einer dicken Kugel sitzendem Engel, schwebten über dem Vergissmeinnichthimmel, mit feinen weißen Blütenköpfen, die Dichternarzissen, wie kleine Wölkchen. Ein anmutiges Bild.

Besonders lange haben sie geblüht in diesem Jahr, dem kalten, nassen Mai ist das zu verdanken. Aber jetzt ist ihre Zeit vorbei. Es ist nötig sie aus den Beeten zu entfernen. Die stark zurückgefrorenen Rosen werden durch sie im Neuaustrieb behindert.

Auf abseits gelegenen Beeten lasse ich einige Pflanzen zur Samenreife gelangen. Diesen arbeite ich dann wieder in den Boden ein und bald keimen dort die neuen Pflänzchen. Vergissmeinnicht sind zweijährige Pflanzen, dass heißt sie blühen erst im Jahr nach der Aussaat. Bis zum Winterbegin ist es gut, wenn sie sich kräftig entwickelt haben. Im nächsten Frühjahr lassen sie sich bei Bedarf verpflanzen, um Beetlücken zu schließen.

Es gibt eine hübsche kleine Geschichte zu erzählen, wie das Schneeglöckchen zu seinem Namen kam: Der Himmel war ganz traurig darüber, dass die Menschen auf der Erde fast immer mit gesenkten Köpfen gingen. Traurig sahen sie auf ihre Füsse herab, allenfalls betrachteten sie ein paar Blumen am Wegesrand. Niemand nahm das leuchtende Blau des Himmels am Tag, über den hier und da ein paar weiße Wölkchen segelten, noch den dunkelsamtenen, mit goldenen Sternen bestickten Nachthimmel wahr. Vergissmeinnicht © H. Brune

In seinem Kummer besprach sich der Himmel mit den Engeln. Diese wussten Rat. Sie riefen die Pflanzenelfen herbei und eine neue Blume wurde kreiert. Eine Blume mit himmelblauen, kleinen Blüten und in jeder Blüte saß in der Mitte ein kleines goldenes Sternlein. Was meint ihr wohl wie hieß der Name dieser neuen Pflanze? Nun, sie hieß Vergissmeinnicht.

Vergissmeinnicht den Himmel.

So hatten alle traurigen, kopfhängerischen Menschen das Abbild des Himmels vor Augen und ihre Traurigkeit verwandelte sich in Freude.

Samstag, 26. Juni 2010

Kleine Ursache, große Wirkung

An der kleinen Trauerweide, die man uns im Frühjahr in einem Topf für das Café geschenkt hat, fanden sich in den letzten Tagen immer mehr kahlgefressene Blattstiele. Raupe © H. Brune Da wir nicht abwarten wollten, ob sich das Problem bis zur völlige Kahlheit des kleinen Bäumchens ausweiten würde, machten wir uns schließlich auf die Suche nach dem oder den Übeltätern.

Zuerst fanden wir einiges an Blattläusen, die sorgfältig von Ameisen bewachtet wurden. Was ihnen aber letztlich nichts genutzt hat. Allerdings fressen Blattläuse keine Blätter, es musste also noch etwas anderes geben.

Als nächstes stießen wir auf einige Gallen in den Blättern. Auch an solchen Blättern, die angefressen worden waren. Die Gallen hatte man dabei sorgfältig ausgespart.

Ganz zum Schluss, als fast alle Äste abgesucht waren, fanden wir dann doch die Ursache: eine einzige kleine Raupe, die hier im Bild schon in Schreckhaltung zu sehen ist. Die Bestimmung ist uns nicht wirklich gelungen, auch wenn auf dieser Internetseite ein identisches Exemplar zu sehen ist.

Jedenfalls sind nach Entfernung dieser kleinen Fressmaschine bisher keine weiteren Blätter angenagt worden. Kaum zu glauben, dass so eine kleine Ursache so viele Blätter vertilgen konnte…

Jasminblüte, 2. Aufzug

Schon vor drei Wochen hatten wir im Blog vom Beginn der Jasminblüte berichtet.Jasmin © H. Brune Der damals genannte Strauch an unserem Teich ist inzwischen komplett verblüht und zeigt uns nun seine Fruchtstände.  Zu seinen Füßen liegt immer noch ein Kranz aus weißen Blütenblättern, die vom sommerlichen Wetter schnell gebräunt werden.

Trotzdem ist die Jasminblüte noch lange nicht vorbei: Direkt an der Caféterrasse ist jetzt das späte Exemplar so weit und prachtvoll über und über mit weißen Blüten besetzt. Jasmin © H. Brune Und da dieser Strauch näher dran ist kann man ihn im Café auch viel intensiver riechen.

Es gilt also weiterhin: unser Garten ist ein Duftgarten, denn inzwischen sind auch viele Edelrosen in der Blüte, darunter einige der duftintensivsten Sorten wie die Cantaloop Rose oder Rose de Resht.

Montag, 21. Juni 2010

Das neue Rosenbeet lässt sich gut an

Im vergangenen Herbst hatten wir ausführlich darüber berichtet wie wir – mit Hilfe des Hundes – ein neues Rosenbeet in unserem Garten anlegten. Nun können wir die ersten Ergebnisse bewundern:

Rose © H. Brune Gestern blühten zwei der neuen Rosen und sie haben auch schon eine ordentliche Wuchshöhe erreicht. Sie umgeben dabei eine Rosenelfe (ihm Hintergrund zu sehen), die nach der Ekkehard-Broermann-Ausstellung im Frühjahr bei uns geblieben ist.

Wenn die Rosenblüte so weiter geht, dann stehen bis zum kommenden Wochenende sicher alle Exemplare in voller Pracht.

Sonntag, 20. Juni 2010

Ein gutes Jahr für den Holunder

Zur Zeit blüht bei uns der Holunder, und wie er blüht! Fast alle Büsche im Garten und der Umgebung sind dicht an dicht mit den großen Blütentellern besetzt.Holunderblüten © H. Brune

Bei der großen Blütenmenge muss man auch kein schlechtes Gewissen haben wenn man einige erntet und daraus zum Beispiel Holunderblütensekt ansetzt.

So wie wir heute. Das Getränk kann man auch nach 24 Stunden schon trinken, dann ist es noch alkoholfrei und sehr süß, aber schon sehr lecker.

Oder man frittiert die Blüten in einem Teigmantel. Ein Rezept dazu findet sich zum Beispiel auf chefkoch.de.