Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Winden begrüßen den Morgen

Nicht nur der Mohn öffnet seine Blüten in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang, auch bei den Ackerwinden kann man nun gut beobachten, wie sie auf Licht reagieren. In der Nacht schließen sie ihre Kelchblüten:

Ackerwinde © H. Brune

Aber nur eine Stunde nach Sonnenaufgang haben sie sich meist schon komplett geöffnet:

Ackerwinde © H. Brune Überall kann man die Ackerwinden nun sehen, manchmal auch zusammen mit den noch deutlich größeren Zaunwinden. An den Ackerrändern ranken sie an den reifen Getreidehalmen empor. Bis dann der Mähdrescher kommt.

Samstag, 10. Juli 2010

Rosen, so viele Rosen

Trotz (oder wegen?) der großen Hitze ist unser Garten jetzt voll mit blühenden Edelrosen. Diese kleine Fotosammlung haben wir heute morgen geschossen, als es noch nicht so warm war:

Rosen © H. Brune

Auch wenn die Blüten bei mehr als 30° oft schnell welk werden, so kommen doch immer wieder ganz schnell neue hinterher. Ein höchst erfreulicher Anblick. Und den Duft nicht zu vergessen!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Der Geste neigt die Ähren

Wenn man heute durch die Getreidefelder wandert sieht man wie die Geste ihre Ähren immer tiefer hängen lässt. Das hat nichts mit der gestrigen Niederlage gegen Spanien zu tun: Die Gerste hat die Teigreife fast abgeschlossen und je weiter die Reifung fortschreitet, desto stärker knicken die Ähren:

Geste © H. Brune Da für die kommenden Tage wieder große Hitze angesagt ist könnte es tatsächlich sein, dass wir die ersten Mähdrescher schon an diesem Wochenende dabei beobachten können, wie sie in enorme Staubwolken gehüllt über die gelben Äcker ziehen. Vor allem falls der Wetterbericht für die kommende Woche Regen und Gewitter vorhersagen sollte gibt es bestimmt viele Landwirte, die lieber etwas höhere Trockungskosten in Kauf nehmen an statt zu riskieren, dass die im Moment noch wunderbar aufrecht stehenden Getreidehalme nach einem schweren Regen wie platzgewalzt zurück bleiben.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Jetzt stellen sich die Schmetterlinge ein

Bis vor wenigen Tagen hatten wir den Eindruck ein eher schmetterlingsarmes Jahr zu erleben. Allgemein schien es wenig Insekten zu geben, was in Bezug auf Fliegen und Mücken auch seine Vorteile hatte.

Mit der Hitzewelle der letzten Tage scheint sich dies aber sehr schnell zu normalisieren. Wir konnten zum Beispiel am vergangenen Wochenende erstmals wirklich viele Falter beobachten, wenn auch noch nicht in unserem Garten: Wie bereits schon früher bemerkt waren es insbesondere die wilden Kratzdisteln welche wie ein Magnet auf die Schmetterlinge zu wirken schienen. In wenigen Minuten konnten wir an einer einzigen Stelle gleich sechs verschiedene Arten beobachten und auch vor die Kameralinse bekommen:

Schmetterlinge © H. Brune

Im Uhrzeigersinn sieht man hier einen Kohlweißling, einen Dickkopffalter (vermutlich ein Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter), ein Großes Ochsenauge, einen Kleinen Fuchs sowie einen Jakobskrautbären. In der Mitte schließlich thront ein Kleiner Feuerfalter auf einer Kamillenblüte.

Hoffentlich kommen die bunten Sommervögel bald auch in größeren Scharen zu uns in den Garten.

Montag, 5. Juli 2010

Marshmallows essen oder Eibisch bewundern

Im Bett an der Caféterrasse gedeiht der Eibisch auch in diesem Jahr wieder prächtig und hat inzwischen mehr als Hüfthöhe erreicht. Nicht mehr lange und er wird wieder seine typischen Malvenblüten zeigen, aber auch jetzt ist sein sattes leicht grau mattiertes Grün schon eine Augenweide.

Eibisch © H. Brune Und wieder stellen wir uns wie in den vergangen Jahren die Frage, ob wir nun doch endlich einmal die Süßigkeit Marschmallow daraus herstellen sollen. Ob wohl unsere Kommentatorin vom vergangenen Jahr ihr Versprechen wahr gemacht und ein Eibischbeet angelegt hat?

Sonntag, 4. Juli 2010

Wo sind eigentlich die Phacelia Felder geblieben?

Erinnern Sie sich noch? So vor ca. 15 Jahren tauchten mit einem Male überall Äcker auf, die nach der Getreideernte mit tiefblauen Pflanzen bestellt wurden. Diese Pflanzen waren Phacelia. Sie wurden nicht geerntet, sondern sollten den Ackerboden verbessern - also als sogenannte Gründüngung dienen - und gleichzeitig das nachwachsende Unkraut im Zaum halten und über den Winter die Krume vor Erosion schützen.

Nun blüht die Phacelia in der Nähe unseres Hofe auf einem von den Jägern angelegten Wildacker und lockt alle möglichen Insekten an, hier im Bild sieht man eine Hummel, die schon vor Sonnenaufgang eifrig mit der Nahrungssuche befasst ist:

Phacelia mit Hummel © H. BruneErst bei diesem Anblick fiel uns ein, dass die blauen Felder ja schon seit vielen Jahren wieder verschwunden sind. Wir hatten uns bis dahin noch nie Gedanken gemacht, warum man sie nicht mehr sieht. Aber wozu hat man Familienmitglieder mit landwirtschaftlicher Fachausbildung, die einem eine solche Frage unmittelbar beantworten können?

Nach Auskunft unserer Expertin hat sich die Phacelia insbesondere deshalb nicht durchgesetzt, weil sie mit ihren eher dünnen Blättern das Unkraut wohl doch nicht richtig kurz halten konnte. Das schnelle Verschwinden nach wenigen Jahren ist wohl ein Zeichen dafür, dass diese Ansicht entweder an vielen Stellen gewonnen wurde, oder sie wurde sehr stark von den entsprechenden landwirtschaftlichen Beratern propagiert.

Schade eigentlich, der Anblick war im Spätsommer immer hochwillkommen, und die anderen Namen der Phacelia – Bienenweide und Bienenfreund – deuten auch auf ihre Bedeutung für die honigsammelnden Insekten hin.

Samstag, 3. Juli 2010

Manche Rose übertreibt

Beim morgendlichen Fotorundgang durch den Garten fiel uns heute ein großer abgeknickter Zweig an der Rose Moonlight auf. Offenbar hat es die Rose bei der Blütenbildung so sehr übertrieben, dass sie ihre eigene Last nicht mehr (er)tragen konnte. Und dabei stehen uns die angekündigten Unwetter doch noch bevor. Wir haben dann versucht das Beste daraus zu machen:

Rose Moonlight H. Brune So haben wir wenigstens eine schöne Tischdeko, für die wir sonst unsere Rosen nicht so häufig opfern:)

Freitag, 2. Juli 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Kohlmeisen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um die Singvögel, die unseren und andere Gärten bevölkern:

Im Sommer nehmen wir sie kaum wahr, die munteren Gesellen, die so fleißig unseren Garten von Raupen und Blattläusen befreien. Im Winter sehen wir sie leicht und oft.

Sie turnen im kahlen Geäst herum, suchen in den Fensternischen nach Spinnen und Käfern und bevölkern unsere Futterplätze. Im beginnenden Frühjahr machen uns ihre Zizibe - Zizibe Rufe darauf aufmerksam, das die kalte Jahreszeit bald vorbei ist. E. Brune © H. Brune

Diese hübschen, nützlichen Vögel brauchen natürlich Nistplätze. Dabei scheuen sie auch nicht vor ungewöhnlichen Orten zurück. Christinas Mann hat hinter der Garage, an einem überdachten Platz, 4 Autoreifen mit Felgen übereinander gestapelt und gerade diese hielten die Meiseneltern für den idealen Nistplatz. Durch die Felgenöffnungen flogen sie hinein und bauten aus Moos, Halmen und Haaren ein kleines weiches Nestchen.

Es dauerte nicht lange und sieben Eier lagen im Versteck. Sieben Eier sind für eine kleine Vogelmutter ganz schön viel, um sie zu bebrüten. Nach der üblichen Brutzeit ertönte aus sieben Vogelbabykehlen der Schrei nach Futter. Dieses Schreien hörten nicht nur die Vogeleltern nein, es hörten auch die Katzen aus Nachbars Garten. In der Nacht kamen sie geschlichen und angelten mit langen Pfoten und spitzen Krallen nach den Meisenkindern. Leider konnten sie zwei erwischen.

Christina sah am andern Morgen die Bescherung mit Entsetzen. Seitdem deckt sie tagsüber die  beiden hinteren Löcher, unter die sie das Nest geschoben hat, zu. Am Abend für die Nacht auch die beiden vorderen. Des Morgens, wenn sie die Vogelkinderstube aufsucht, um Abdeckung fortzunehmen, warten die Vogeleltern bereits mit aufmerksamen Augen und Futter im Schnabel im nächsten Baum. Kohlmeise © H. Brune

Auf diese Weise sind fünf süße Meisenkinder groß geworden. Mein Gartenfreund, der in einer Siedlung mit wunderhübschen Gärten wohnt, erzählt, dass bei ihm wenig Singvögel zusehen sind. Katzen, Elstern und Krähen räubern die Nester aus. Leider stehen die räuberischen Vögel unter Schutz. Vielleicht sollte man mal eine Nistbaukasten Aktion starten. In Nistkästen sind die Vögel sicher.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die Entenrettung

Zur Zeit scheint die Zeit der Entenrettungen zu sein, fast jeden Tag findet man im Internet Berichte von heldenhaften Polizisten und Feuerwehrleuten, die jungen Entenfamilien, die sich in unmöglichen Situationen befinden, in die Freiheit helfen. Hier zum Beispiel der Bericht einer Entenrettung von der Autobahn A1. Manchmal hat man fast den Verdacht die Entenmütter suchten sich bewusst Verstecke für ihr Gelege, bei denen sie auf menschliche Hilfe für nach Nachwuchs angewiesen sind. So brüten an der Universität Bielefeld seit Jahren Enten in den abgeschlossenen Innenhöfen, wo sie jedes Mal mit samt den Kleinen eingefangen und herausgetragen werden müssen.Enten © H. Brune

Seit gestern können wir uns jedenfalls auch Entenretter nennen, und das kam so: Als wir abends noch Einkäufe am Café ausluden hörte man vom Teich das typische aufgeregte Piepsen von Entenjungen, die sich zu weit von der Mutter entfernt haben. Nun ist das zunächst nicht weiter ungewöhnlich, die kleinen neugieren Kerlchen geraten halt manchmal auf ihren Exkursionen einen Moment in Panik, wenn sie die Mutter nicht sofort wieder finden.

Hier war das Gepiepse aber viel lauter und wollte überhaupt nicht mehr enden. Neugierig geworden schauten wir uns das Geschehen einmal an: Auf den ersten Blick war nur eine Ente mit zwei Jungen zu erkennen, die aufgeregt hin und her schwamm. Schließlich entdeckten wir den Grund für den Tumult: neun (9!) der Jungen waren in den kleinen Schacht gefallen, durch den das Wasser den Teich verlässt:

Entenjunge © H. BruneIn den Schacht fällt das Wasser über einen Miniturwasserfall etwa 30 Zentimeter. Ob die entdeckungslustigen Entchen einfach mal ausprobieren wollten was es da unten zu sehen gibt? Jedenfalls kamen sie nicht wieder aus eigener Kraft heraus und so mussten wir sie befreien. Die kleinen Flaumbälle ließen sich nicht gerne packen und waren während des kurzen Transports wie paralysiert. Aber sobald sie Wasser unter sich spürten und merkten, dass sie frei waren zogen sie wie kleine Schnellboote mit voller Geschwindigkeit von dannen.

Und sofort zeigte sich auch die Treue der Entenmutter, die sich zwar vor uns zurück gezogen hatte, auf das Piepsen der Kleinen aber sofort wieder auftauchte, so dass alle Jungen wieder zu ihr fanden. Am Ende war dann die zwölfköpfige Entenfamilie glücklich vereint.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Zeit für Experimente

An den Wegesrändern blüht jetzt wieder das Mädesüß. Dieses Rosengewächs haben wir im letzten Jahr zum ersten Mal verwendet um daraus eine Torte herzustellen.

Mädesüß H. Brune An diesem Wochenende müsste das auch wieder möglich sein, denn mit den Hochsommertemperturen blüht dieses intensiv nach Honig und Mandeln duftende Wildkraut jetzt sehr schnell auf. Vielleicht können wir unser selbst entwickeltes Rezept noch etwas verbessern, auch wenn das Ergebnis im letzten Jahr schon sehr zufriedenstellend war. Wenn es so weit ist und die Torte in der Kühlung steht werden wir das über Twitter vermelden:)

Dienstag, 29. Juni 2010

Jagdszenen aus Oldendorf

Die neu auf unserem Hof aufgetauchten Kaninchen haben offenbar Nachwuchs bekommen! Jedenfalls sieht man nun in den Gartenteilen an der oberen Hofeinfahrt häufig ein winziges keckes Kaninchen. Kaninchen © H. Brune

Möglicherweise ist es nicht nur eines, aber bisher haben wir noch nie zwei zur gleichen Zeit beobachten können.

Das Kaninchen fühlt sich hier offenbar sehr wohl und auch sehr sicher: es kann von Beetinsel zu Beetinsel huschen und bei ganz großer Not schnell in die nahen Brennnesseln am Bach flüchten.

Das macht Zorro ganz irre.

Er ist sowieso nicht gut auf die Kaninchen zu sprechen, die ihn seit Jahren bei den abendlichen Spaziergängen ärgern, in dem sie im Industriegebiet frech auf der Straße sitzen und cool abwarten, bis sich Zorro ganz nahe heran geschlichen hat. Hund © H. Brune

Dann verschwinden sie ohne Mühe hinter einem der Zäune und bleiben wenige Meter entfernt – aber unerreichbar für den schwarzen Jäger – sitzen. Der Hund empfindet das vermutlich als grobe Respektlosigkeit.

Auf der anderen Seite ist der Jagdtrieb einfach zu ausgeprägt, als dass er sie einfach ignorieren könnte. Also schleicht er nun jeden Morgen (und Abend) vorsichtig zur Hofeinfahrt und schiebt sich langsam durch die Beete. Aber das Kaninchen kennt ihn inzwischen und sitzt nur noch demonstrativer mitten auf dem Rasen, wo es eine gute Übersicht hat. Ein echtes Katz-und-Maus-Spiel….

Montag, 28. Juni 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Vergissmeinnicht

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um das Vergissmeinnicht, welches inzwischen zwar weitgehend verblüht ist, aber unseren Garten auch in diesem Jahr wieder völlig blau gefärbt hat:

Himmelblaue Blütenwolken schweben über den Gartenbeeten. Sie haben sich richtig gut ausgesät im letzten Jahr, die Vergissmeinnicht. Das feuchte Frühjahr ließ sie sich prächtig entwickeln, zum Glück, denn der harte Winter setze den Rosen sosehr zu, dass sie ganz von unten wieder austreiben mussten. E. Brune © H. Brune

So sind die Vergissmeinnicht willkommene Lückenfüller. In dem großen Rosenbeet mit dem gemütlich auf einer dicken Kugel sitzendem Engel, schwebten über dem Vergissmeinnichthimmel, mit feinen weißen Blütenköpfen, die Dichternarzissen, wie kleine Wölkchen. Ein anmutiges Bild.

Besonders lange haben sie geblüht in diesem Jahr, dem kalten, nassen Mai ist das zu verdanken. Aber jetzt ist ihre Zeit vorbei. Es ist nötig sie aus den Beeten zu entfernen. Die stark zurückgefrorenen Rosen werden durch sie im Neuaustrieb behindert.

Auf abseits gelegenen Beeten lasse ich einige Pflanzen zur Samenreife gelangen. Diesen arbeite ich dann wieder in den Boden ein und bald keimen dort die neuen Pflänzchen. Vergissmeinnicht sind zweijährige Pflanzen, dass heißt sie blühen erst im Jahr nach der Aussaat. Bis zum Winterbegin ist es gut, wenn sie sich kräftig entwickelt haben. Im nächsten Frühjahr lassen sie sich bei Bedarf verpflanzen, um Beetlücken zu schließen.

Es gibt eine hübsche kleine Geschichte zu erzählen, wie das Schneeglöckchen zu seinem Namen kam: Der Himmel war ganz traurig darüber, dass die Menschen auf der Erde fast immer mit gesenkten Köpfen gingen. Traurig sahen sie auf ihre Füsse herab, allenfalls betrachteten sie ein paar Blumen am Wegesrand. Niemand nahm das leuchtende Blau des Himmels am Tag, über den hier und da ein paar weiße Wölkchen segelten, noch den dunkelsamtenen, mit goldenen Sternen bestickten Nachthimmel wahr. Vergissmeinnicht © H. Brune

In seinem Kummer besprach sich der Himmel mit den Engeln. Diese wussten Rat. Sie riefen die Pflanzenelfen herbei und eine neue Blume wurde kreiert. Eine Blume mit himmelblauen, kleinen Blüten und in jeder Blüte saß in der Mitte ein kleines goldenes Sternlein. Was meint ihr wohl wie hieß der Name dieser neuen Pflanze? Nun, sie hieß Vergissmeinnicht.

Vergissmeinnicht den Himmel.

So hatten alle traurigen, kopfhängerischen Menschen das Abbild des Himmels vor Augen und ihre Traurigkeit verwandelte sich in Freude.

Samstag, 26. Juni 2010

Kleine Ursache, große Wirkung

An der kleinen Trauerweide, die man uns im Frühjahr in einem Topf für das Café geschenkt hat, fanden sich in den letzten Tagen immer mehr kahlgefressene Blattstiele. Raupe © H. Brune Da wir nicht abwarten wollten, ob sich das Problem bis zur völlige Kahlheit des kleinen Bäumchens ausweiten würde, machten wir uns schließlich auf die Suche nach dem oder den Übeltätern.

Zuerst fanden wir einiges an Blattläusen, die sorgfältig von Ameisen bewachtet wurden. Was ihnen aber letztlich nichts genutzt hat. Allerdings fressen Blattläuse keine Blätter, es musste also noch etwas anderes geben.

Als nächstes stießen wir auf einige Gallen in den Blättern. Auch an solchen Blättern, die angefressen worden waren. Die Gallen hatte man dabei sorgfältig ausgespart.

Ganz zum Schluss, als fast alle Äste abgesucht waren, fanden wir dann doch die Ursache: eine einzige kleine Raupe, die hier im Bild schon in Schreckhaltung zu sehen ist. Die Bestimmung ist uns nicht wirklich gelungen, auch wenn auf dieser Internetseite ein identisches Exemplar zu sehen ist.

Jedenfalls sind nach Entfernung dieser kleinen Fressmaschine bisher keine weiteren Blätter angenagt worden. Kaum zu glauben, dass so eine kleine Ursache so viele Blätter vertilgen konnte…

Jasminblüte, 2. Aufzug

Schon vor drei Wochen hatten wir im Blog vom Beginn der Jasminblüte berichtet.Jasmin © H. Brune Der damals genannte Strauch an unserem Teich ist inzwischen komplett verblüht und zeigt uns nun seine Fruchtstände.  Zu seinen Füßen liegt immer noch ein Kranz aus weißen Blütenblättern, die vom sommerlichen Wetter schnell gebräunt werden.

Trotzdem ist die Jasminblüte noch lange nicht vorbei: Direkt an der Caféterrasse ist jetzt das späte Exemplar so weit und prachtvoll über und über mit weißen Blüten besetzt. Jasmin © H. Brune Und da dieser Strauch näher dran ist kann man ihn im Café auch viel intensiver riechen.

Es gilt also weiterhin: unser Garten ist ein Duftgarten, denn inzwischen sind auch viele Edelrosen in der Blüte, darunter einige der duftintensivsten Sorten wie die Cantaloop Rose oder Rose de Resht.

Montag, 21. Juni 2010

Das neue Rosenbeet lässt sich gut an

Im vergangenen Herbst hatten wir ausführlich darüber berichtet wie wir – mit Hilfe des Hundes – ein neues Rosenbeet in unserem Garten anlegten. Nun können wir die ersten Ergebnisse bewundern:

Rose © H. Brune Gestern blühten zwei der neuen Rosen und sie haben auch schon eine ordentliche Wuchshöhe erreicht. Sie umgeben dabei eine Rosenelfe (ihm Hintergrund zu sehen), die nach der Ekkehard-Broermann-Ausstellung im Frühjahr bei uns geblieben ist.

Wenn die Rosenblüte so weiter geht, dann stehen bis zum kommenden Wochenende sicher alle Exemplare in voller Pracht.

Sonntag, 20. Juni 2010

Ein gutes Jahr für den Holunder

Zur Zeit blüht bei uns der Holunder, und wie er blüht! Fast alle Büsche im Garten und der Umgebung sind dicht an dicht mit den großen Blütentellern besetzt.Holunderblüten © H. Brune

Bei der großen Blütenmenge muss man auch kein schlechtes Gewissen haben wenn man einige erntet und daraus zum Beispiel Holunderblütensekt ansetzt.

So wie wir heute. Das Getränk kann man auch nach 24 Stunden schon trinken, dann ist es noch alkoholfrei und sehr süß, aber schon sehr lecker.

Oder man frittiert die Blüten in einem Teigmantel. Ein Rezept dazu findet sich zum Beispiel auf chefkoch.de.

Samstag, 19. Juni 2010

Das Getreide wird reif

Auch wenn die Temperaturen im Moment wenig sommerlich erscheinen – der Sommer kommt und ganz sicher lässt sich das an den reifenden Getreidefeldern erkennen.

Getreide © H. Brune Schwer biegen sich inzwischen die Ähren der Gerste und man kann die weniger guten Stellen in den Äckern daran erkennen, dass hier das Getreide bereits ganz hell ist. Nur noch wenige Wochen, dann werden wir wieder die Mähdrescher rollen sehen.

Gleichzeitig ist jetzt auch die hohe Zeit der Kornblumen und des Klatschmohns. Diese beiden Wildblumen lassen sich offenbar auch von der modernen intensiven Landwirtschaft nicht unterkriegen und blühen nun überall, teilweise in großen Gruppen.

Getreide mit Mohn © H. Brune Es ist also die ideale Zeit für einen Sonntagsspaziergang durch die Felder mit einer anschließenden Einkehr in einem netten Gartencafé:)

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die Stunde der Nachtschmetterlinge

In unseren Beeten blühen nun wieder die roten Lichtnelken. Und wie schon im vergangenen Jahr ziehen sie mit Einbruch der Dämmerung einiges an Schmetterlingsbesuch an.Schmetterling an roter Lichtnelke © H. Brune

Leider ist es schwierig genau zu bestimmen welche Art gerade vor einem hektisch um die Blüten schwirrt. Selbst wenn einem ein richtiger Schnappschuss gelingt ist es für laienhafte Schmetterlingsfreunde wie uns oft nicht möglich aus der Vielzahl von braun-grauen Nachtfaltern das Exemplar herauszufinden, welches am besten passt.

Wir haben in diesem Fall den Verdacht, dass es sich vielleicht um die Lichtnelken-Eule handeln könnte. Aber möglicherweise hat ja eine Leserin oder ein Leser mehr Ahnung und kann uns auf die Sprünge helfen? Klicken Sie auf das Bild um es in einer großen Version sehen zu können.

Das Geheimnis der Tigerraupen gelüftet

Schon seit einigen Jahren waren uns immer wieder besonders auffällige Raupen vor die Kameralinse gekommen, die im Frühsommer massenhaft am wild wachsenden Jakobs-Greiskraut auftauchen. Raupen des Blutbären © H. Brune

Sie sind schwarz-gelb geringelt - also getigert - und scheinen keine große Furcht vor gefräßigen Vögeln zu haben. Entsprechend ihrer Hauptnahrungspflanze wird sie als Jakobskrautbär bezeichnet.

Ihre wespenartige Zeichnung soll wohl schon von weitem auf ihre Giftigkeit hinweisen: diesen Schutz erwerben die Raupen laut der Wikipedia dabei erst durch die Aufnahme des Jakobskrauts.

Wo ist nun das Geheimnis? Nun, schon einige Jahre lang versuchten wir den zu der Raupe gehörenden Falter einmal zu erblicken. Bei der großen Zahl von Raupen hätten man annehmen können, dass dies nicht so schwer ist.

Tatsächlich hatten wir aber bisher kein Glück, denn die Raupen verpuppen sich am Ende ihrer Entwicklung und kriechen in den Boden. Blutbär © H. BruneErst im Frühjahr des folgenden Jahres kommen sie hervor und entfalten sich.

Und vor ein paar Tagen kamen wir zu genau so einem Moment zu einer der Brachflächen, an denen seit Jahren viel Greiskraut wächst. Und endlich haben wir das fehlende Stück in der Entwicklungskette beobachten können:

Im Bild ist einer der Falter zu sehen, wie er gerade seine Flügel aufspannt und dabei von der Morgensonne gewärmt wird. Die tiefroten Flecken haben ihm übrigens den alternativen Namen Blutbär eingetragen. Wobei man bei einem Blutbären vermutlich im ersten Moment an etwas deutlich größeres und gefährlicheres denkt.

Fall abgeschlossen:)

Mittwoch, 16. Juni 2010

Der Riesenmohn blüht

In unserem Garten blühen drei unterschiedliche Mohnsorten. Nach dem frühen Islandmohn und vor dem Klatschmohn kommt der Riesenmohn. Vermutlich hat er einen anderen Namen, aber auf Grund der enormen Größe seiner Blüten passt die Bezeichnung:)

Riesenmohn © H. Brune Schön ist an dieser Mohnsorte auch die vergleichweise lange Haltbarkeit der Blüten: während die Blüten bei den meisten Arten schon nach einem Tag wieder zerfallen hat man hier deutlich länger Freude.

Sonntag, 13. Juni 2010

Die Edelrosen kommen

Die Blüte der Edelrosen startet jetzt in unserem Garten. Schon blühen Constanze Spry (im Bild zu sehen) und die Cantalooprose, dazu kommen Nelkenrosen, Hechtrose und inzwischen tausende Blüten der großen Ramblerrosen. Bei der Geschwindigkeit, in der sich gerade neue Blüten öffnen, kann es nicht mehr lange dauern, bis auch die anderen Sorten nachziehen.
Rose Constanze Spry H. Brune

Elisabeths Gartengeschichten: Marienblümchen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

In jeder Nacht, in der Dunkelheit, gehen die Engel über die Erde. Sie gehen und schauen ob alles in Ordnung, Ruhe und Frieden ist. Und überall wo sie in der freien Natur oder in den Gärten, auf ein Marienblümchen treffen, küssen sie es. E. Brune © H. Brune

Das Marienblümchen mit seinem weissen Blütenkranz, schimmert sanft in der Nacht und die Engel mit ihren Engelaugen übersehen sowiso nichts.

Also die Engel schenken dem Marienblümchen einen Kuss. Aus lauter Freude darüber, errötet das Blümlein leicht und ein Hauch dieses Errötens bleibt an seinen Blütenspitzen zurück. So kommt es das jedes neue Marienblümchen diese rosa Spitzen zeigen kann,

Marienblümchen, auch Gänseblümchen genannt, bevölkern unsern Rasen. Ich weiß, auf einen ordentlichen englischen Rasen gehören keine Gänseblümchen. Ich kenne einen Gartenbesitzer, der sie in seinem Garten mit der Pinzette auszupft. Er verjagt sogar die Amseln, weil sie auf der Jagd nach Engerlingen seinen Garten zu sehr lüpfen. Aber ich liebe sie. Marienblümchen © H. Brune

Unser Rasen ist sowieso nicht englisch. Wühlmausgänge und Maulwurfshügel führten zu leicht unterschiedlichen Höhenverhältnissen. In dem Schatten der hohen Blutbuchen hat sich Moos angesiedelt. Nach den Gänseblümchen und auch mit ihnen, blüht gelb der kriechende Hahnenfuß. Sie schaffen das trotz Rasenmäher.

Das hört sich jetzt alles nach Wildnis und Unkraut an und doch strömt gerade dieser Rasen eine unbändige Freude aus. Im Sonnenschein strahlen die Marienblümchen um die Wette. Fast blendet das leuchtende der Sonne zugewandte Weiß, den Blick. Alles vermittelt Kraft und Stärke und Lebenslust.

Es tut einfach gut, von einem geschütztem Plätzchen aus, dieses Leuchten und Strahlen in sich hineinfließen zu lassen. Versuchen sie es einfach einmal.

Freitag, 11. Juni 2010

Lückenschluss nach 20 Jahren

Vor mehr als  zwei Jahrzehnten haben wir auf dem Hof an der Stelle, an der damals noch die Hofmauer und –grenze verlief zwei Blutbuchen neu angepflanzt. Sie sind langsam gewachsen, sogar ein Autounfall auf der Versmolder Straße, die ursprünglich noch direkt am Hof entlang führte und bei dem einer der beiden Bäume wortwörtlich platt gemacht wurde hat sie letztlich nicht aufhalten können.

Und nun ist es so weit: Die eine Rotbuche ‘reicht sich die Hand’ mit der ebenfalls noch relativ jungen Eiche auf der anderen Seite des Hofplatzes:

Blutbuche und Eiche © H. Brune Und hier der Lückenschluss noch einmal im Detail:

Blutbuche und Eiche © H. BruneWeiter so, unsere Bäume!

Mittwoch, 9. Juni 2010

Jetzt geht sie los, die Blüte der großen Ramblerrosen

Heute Abend haben sich die ersten Blüten an unseren Ramblerrosen geöffnet! Bisher sind es nur wenige Dutzend Exemplare die sich auch nur an den Pflanzen mit der stärksten Sonneneinstrahlung finden. Aber damit ist nun die Zeit der Ramblerrosenblüte auf unserem Hof offiziell eröffnet.
Ramblerrose © H. Brune Nun werden die Blüten bis zu einer Woche brauchen um sich an der größten Rose gegenüber dem Café bis in die Spitze hinauf zu arbeiten, etwas später kommen dann auch schattiger stehende Exemplare wie das auf der Terrasse hinzu.
Die volle Blüte dauert dann vielleicht auch ungefähr eine Woche, bevor – mal schnell und mal langsamer – das Verblühen beginnt. Wer dieses Ereignis noch nie bei uns gesehen hat sollte versuchen in diesem Jahr einmal vorbei zu schauen. Es lohnt sich wirklich.

Dienstag, 8. Juni 2010

Einer für alle – alle für einen!

Über dem Eingang zu unserer Caféterrasse wuchert jetzt wieder der Hopfen. Hopfenranken © H. BruneEin echtes Wachstumswunder, denn seit wir ihn im April zuletzt im Blog erwähnt haben hat er mindestens 3.5 Meter lange Triebe entwickelt. 

Diese greifen nach jedem Halt um sich in die Höhe zu winden. Und wenn es keinen Halt gibt, dann tun sich einfach mehrere Ranken zusammen und schaffen es so auch weite Strecken zu überwinden.

Sie halten also zusammen wie die drei Musketiere und sehen diese drei Ranken nicht ein wenig so aus wie drei gekreuzte Klingen? Von daher: ‘Einer für alle – alle für einen!’

Spielereien mit Gartenbildern

Haben Sie das auch schon mal erlebt? Wenn man eine Sache sehr lange macht läuft man immer Gefahr ihr irgendwann einmal überdrüssig zu werden. So zum Beispiel die Gartenfotografie, bei der man nach einigen Jahren und einigen tausend Bildern gelegentlich den Eindruck bekommt eigentlich alles schon einmal abgelichtet zu haben. Da hilft dann auch eine neue Kamera oder ein anderes Objektiv wenig wenn es immer nur darum geht ein noch perfekteres Bild zu machen. Also warum nicht mal den umgekehrten Weg gehen und die Imperfektion suchen?

© H. Brune In diesem Fall sieht das so aus, dass wir eine neue App für unser Smartphone installieren, welche dann die mit der Handykamera aufgenommenen Bilder mit einem Retrolook versieht.

© H. BruneDie künstliche Unschärfe, die Schwärzungen und die wie angefressen wirkenden Ränder erzeugen einen ungewöhnlichen Eindruck, der manchmal scheinbar den Kern des Motives noch besser hervorbringt als ein gestochen scharfes Bild.

© H. Brune Damit gewinnt dann der Kameragang durch den Garten wieder einen ganz neuen Reiz der in der Überraschung liegt, wie ein altgewohntes Motiv wohl jetzt wirken wird.

© H. BruneWenn Sie es auch einmal ausprobieren wollen: Wir haben die Android App Retro Camera verwendet. Aber es gibt bestimmt noch jede Menge andere Apps.

Montag, 7. Juni 2010

Willkommen im Duftgarten

Auch wenn der gestrige – hochwillkommene! – Regen die Luft abgekühlt und damit das Blumenwachstum wieder etwas ausgebremst hat: unser Garten ist zur Zeit eine Art kleiner Duftgarten, da nun drei Pflanzen in voller Blüte stehen, die ihr Aroma in ganz besonders hoher Intensität verströmen. Da wäre zum Ersten die Kartoffelrose:
Kartoffelrose © H. Brune Sie wächst mit vielen Exemplaren an der Elisabethallee und verwandelt diese in eine Art Dufttunnel, da sich der Rosengeruch in dem von dichten Sträuchern begrenzten Weg stark konzentriert.
Zwischen Café und Elisabethallee gelegen blüht nun auch der erste Jasmin:
Jasmin mit Landkärtchen © H. Brune Dieser eine Strauch schafft es ganz alleine den Cafévorplatz und den Parkplatz mit seinem Duft zu überziehen. In eine paar Tagen werden im Garten noch weitere Sträucher einer späteren Sorte dazu stoßen. Der Jasmin lockt viele Hummeln und Bienen an und manchmal – wie im Bild zu sehen – sogar Schmetterlinge wie das Landkärtchen.
Die dritte nun blühende Duftpflanze ist schließlich die Nachtviole:
Nachviole mit Schmetterlingen © H. Brune Sie wächst in großer Zahl in den Beeten auf dem ganzen Gelände und verströmt insbesondere gegen Abend – daher auch der Name – ihren irgendwie an exotische Gewürze erinnernden Duft. Auch sie zieht Schmetterlinge, wie man im Bild sehen kann.
Übrigens: kommt es Ihnen auch so vor, als ob wir in diesem Jahr noch nicht wirklich viele Schmetterlinge beobachten konnten?

Sonntag, 6. Juni 2010

Die große Zeit der Lilien beginnt

Mit den Sommertemperaturen kommt auch eine rasante Entwicklung um Garten: überall blüht es plötzlich und die Auswahl für unser Blog fällt schon fast schwer. Da allerdings die vielen Lilien ganz besonders hervortreten wollen wir sie heute in den Vordergrund stellen. In den Beeten öffnen sich jetzt ganz unterschiedliche Sorten, von ‘normal’ großen und gefärbten bis hin zu gewaltigen Exemplaren mit ungewöhnlichen Farbkombinationen. Hier eine kleine Auswahl der Knospen, die wir gestern fotografieren konnten:

Lilienknopsen © H. Brune

Freitag, 4. Juni 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Pusteblumen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

In der frühen, sehr frühen Morgendämmerung, gehe ich zum Briefkasten um die Zeitung zu holen. Auf Strümpfen gehe ich, die Steine des Weges sind trocken, so wenig hat es getaut in dieser Nacht.E. Brune © H. Brune

Sie sind trocken, obwohl der Wetterbericht immer wieder von Deutschland überquerenden Regenbändern spricht. Bei uns hat keines gequert, obgleich bei unserem leichten Boden, können wir gut ein paar Schauerbänder brauchen.

Falls es jemand interessiert, warum ich so früh aufstehe, am Freitagmorgen, ich stehe so früh auf, weil ich an diesem Tag Brot für Kerstins Cafe backe.

Vor Beginn der Arbeit ermuntere ich mich mit einer Tasse Kaffee und etwas Zeitungslektüre. Ich bin süchtig nach dem Fortsetzungsroman, fast geniere ich mich es zu gestehen.

Nach der langen Vorgeschichte komme ich zu dem was ich eigentlich erzählen will. Ich öffne die Haustür, atme tief die frische, duftende Morgenluft ein, trete auf die Terrasse hinaus, blicke nach links und ein zauberhaftes Bild eröffnet sich mir.

Auf dem kleinen Rasen im Abendgarten, ist ein größeres ovales Rasenstück seit Wochen nicht gemäht worden. Es wurde nicht gemäht, damit die frühen Narzissen die dort geblüht haben, in Ruhe ihre Blätter ausreifen und ihre Zwiebeln Kraft für das Blühen im nächsten Jahr sammeln können. Pusteblumen © H. Brune

Natürlich wachsen und blühen dort auch Löwenzahnpflanzen, da mein Garten naturnah geführt wird. Aus den Löwenzahnblüten entwickeln sich Pusteblumen und ebendiese schienen sich abgesprochen haben, alle auf einmal ihre Pusteblumenköpfe zu zeigen.

Steil aufgerichtet standen die Stängel und hielten zu Dutzenden ihre filigranen Bälle ins zögernde Morgenlicht. Ein märchenhafter Anblick der mich fröhlich auf den Tag einstimmte.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Nicht verpassen: Die Blüte der großen Ramblerrosen

Jetzt stehen sie wieder in den Startlöchern, die gewaltigen Ramblerrosen, die auf unserem Hof an mehreren Stellen prächtig gedeien. Sei es das mindestens 8 Meter hohe Exemplar in den Kiefern gegenüber über dem Café, sei es der Rosenpilz direkt auf der Caféterrasse oder die vielen Exemplare in den Büschen an der Elisabeth Allee: Alle sind voller Knospen, die mit dem nun wärmer werdenden Wetter schnell wachsen.
Knospen der Ramblerrose Im vergangenen Jahr war die Blüte Ende Mai/Anfang Juni bereits in vollem Gange und wenig später schon beendet. Das ist der Nachteil dieser gewaltigen Blütenpracht: ihre kurze Dauer. In diesem Jahr wird die Blüte aber wohl erst Mitte Juni ihren Höhepunkt erreichen. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

Dienstag, 1. Juni 2010

Regenmantel? Frauenmantel

Den gestrigen Montag hatte sich das Wetter mal wieder für einen ordentlichen westfälischen Landregen reserviert. Und so regnete es von morgens bis abends mehr oder weniger durch, fast ununterbrochen fiel ein feiner Nieselregen vom Himmel.Frauenmantel © H. Brune

Am Abend aber drang dann doch die Sonne wieder durch und brachte an der Hofeinfahrt den Fleck mit Frauenmantel zum Strahlen. Warum insbesondere den Frauenmantel?

Nun, der Frauenmantel, der wie so vieles im Garten zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehört, scheidet bei hoher Luftfeuchtigkeit an seinen Blatträndern Wassertropfen aus. Und bei Regen wird der Effekt noch verstärkt, so dass die Pflanzen im Sonnenuntergang ein einziges glitzerndes Wassertropfenmeer waren.

Der Frauenmantel hat daher im Volksmund auch viele Namen, die sich auf sein wetteranzeigendes Verhalten beziehen, wie Taublatt oder Taumantel.

Montag, 31. Mai 2010

Wie im Taubenschlag

Eine Art von Vögeln, die sich bei uns ebenfalls sehr wohl zu fühlen scheint, sind die Ringeltauben. Diese größte heimische Wildtaube ist eigentlich immer schon mit einigen Exemplaren auf unserem Hof anzutreffen gewesen.Ringeltaube © H. Brune

Wenn man nun vor unserem Café sitzt kann man die eifrigen Nestbauaktivitäten der Tauben beobachten.

Immer wieder fliegen sie zu der Trauerbirke am Teich und suchen nach passenden Reisern für ihr – man muss es so sagen – wenig kunstvolles Nest.

Birken scheinen beim Nestbau ganz besonders beliebig zu sein, lassen sich ihre langen und elastischen Äste doch gut ineinander flechten. Vielleicht sind die Birken damit ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Ringeltauben bei uns halten. Das Nest ist in diesem Jahr allerdings nicht direkt auf der Caféterrasse, sondern etwas versteckter und höher gelegen.Ringeltaube © H. Brune

Ein weiterer Grund, warum sich die Tauben so wohlfühlen, ist vermutlich der Teich. Gerne nimmt man hier gemeinsam ein Bad und putzt sich danach ausgiebig, entweder in den Ästen der großen Kiefern, oder wieder auf der Trauerbirke, deren nackte Astrücken ideale Sitzplätze zu sein scheinen.

Und schließlich gibt es auf dem Hof ja auch immer mal irgendwelche heruntergefallenen Körner zu picken. Dies ist vielleicht der letzte Grund, warum die großen grauen Flieger so standorttreu sind.

Sonntag, 30. Mai 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Akelei

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Die geheimnisvolle Blume hat mich schon als Kind fasziniert. Sie wuchs im Garten meiner Mutter, einer Bäuerin. Obwohl sie keinen typischen Bauerngarten besaß von der Aufteilung her, wuchsen doch viele Bauerngartenstauden in ihm. E. Brune © H. Brune

Als Kind habe ich oft vor dieser Pflanze gestanden und die ungewöhnlich geformten Blüten in tiefem  Blau betrachtet. Heute gibt es Züchtungen in den Farben weis, gelb, rot und blau, wobei immer neue Varianten auftauchen. Auch der Steingartenliebhaber findet kleinwüchsige Formen.

Die ausgefallene Blütenform hat zu verschiedenen Bezeichnungen im Volksmund geführt, wie Schlotterhose, Elfenhandschuh, Venuswagen, 5 Vögel beieinander. Mit etwas Phantasie lassen sich 5 Tauben mit ausgebreiten Flügen erkennen, die im Kreis zusammensitzend, einander die Köpfe zuwenden. Der Name Columbine rührt daher und dadurch ist sie als Blume des Heiligen Geistes bekannt geworden.

Die Standortfrage ist leicht geklärt. Sie verträgt Sonne als auch Halbschatten und ist ideal geeignet für den lichten Gehölzbereich. Da sie vorwiegend von Hummeln bestäubt wird, zieht sie diese possierlichen Insekten in den Garten. Akelei H. Brune

Die auch wild vorkommende Pflanze ist ein Hahnenfußgewächs, daher giftig und steht unter Schutz. Sie gehört zu den hypoallergenen Pflanzen, das heißt, weder Heuschnupfen durch Pollenflug noch Hautreizungen durch Berührungen treten auf. Sie sät sich selber aus und trotzt dadurch ihrer Kurzlebigkeit als Staude.

Akeleien sind ausgezeichnete Schnittblumen. Mit ihren nickenden Köpfen und dem Blattwerk erfreuen sie lange in der Vase.

Sie waren ein Zeichen Freyas, der Göttin der Liebe. Später wurden sie ein Attribut Marias, und Jesus Christus. Wie so oft, übertrug man auch hier heidnische Symbole auf die christliche Geschichte.

Sehr bekannt ist das Albrecht Dürer zugeschriebene Aquarell "Akelei". Es zeigt die ursprüngliche, noch nicht durch Zucht veränderte Pflanze.

In der Blumensprache heißt es: Sei mutig, vergiss deine Scheu.