Freitag, 1. Oktober 2010

Das Efeu ist eine Besonderheit

Das ganze Jahr über erfreut uns das Efeu – mal mehr und mal weniger auffällig – mit seinen schönen immergrünen Blättern. Aber jetzt im Herbst zeigt es seine Blüten zu einer Zeit, in der fast alles andere verblüht ist. Damit stellt es eine große Ausnahme in unserer heimischen Pflanzenwelt dar und bildet eine Art Blühbrücke zu Winterblühern wie dem Winterjasmin.

Admiral auf Efeublüte © H. Brune Dementsprechend sind die Efeuranken bei einigen Insekten jetzt sehr beliebt, die hier die letzte Nahrung im Jahr finden. Unter den Schmetterlingen beobachtet man aber eigentlich nur den Admiral bei Besuchen der unscheinbaren Blüten. Eine Besonderheit, die sogar in der Wikipedia erwähnt wird.

Mittwoch, 29. September 2010

Bald geht die Maisernte wieder los

Der viele Regen hat zumindest einem gut getan: dem Mais auf unserem Äckern. War er zuvor an einigen Stellen doch sehr kümmerlich durch die trockenen, heißen Wochen am Sommeranfang (erinnert sich noch jemand daran?), so haben die zahlreichen Niederschläge ihm inzwischen eine ordentliche Aufholjagd gestattet. Wenn man heute vorsichtig einen den zahlreichen Maiskolben entblättert erhält man meist einen prächtigen Anblick.

Maiskolben © H. BruneBald werden wieder die großen Erntemaschinen über die Felder rollen, gefolgt von in jedem Jahr noch riesenhafter anmutenden Traktor-Anhänger-Gespannen, die sich dann voll beladen schwerfällig auf die Straßen wälzen. Und in kürzester Zeit sind die Äcker wieder kahl und leer und die Ernte eingefahren.

Montag, 27. September 2010

Die Weintrauben sind reif

An der Dachrinne unseres Cafés rankt seit vielen Jahren der Wein. Ursprünglich rankte er in der Dachrinne, aber irgendwann haben wir ihn verlegt und nun schlängelt er sich in Bandhalterungen am Haus entlang. So hat er mehr Freiheit und wir freie Dachrinnen.

Weintrauben © H. Brune Im Herbst ist der Wein besonders schön: Wenn sich die Blätter von den Rändern beginnend rot färben und die Sonne sie erleuchtet ist dies immer ein wunderbarer Anblick, besonders vom warmen Ofen aus:)

Und dann noch die Weintrauben, die nun reif sind. Zwar lassen sie sich nicht verspeisen – jedenfalls lohnt der knappe Millimeter Fruchtfleisch auf dem dicken Kern den Aufwand nicht – aber sie verschönern das farbige Laub noch einmal mit blauen Akzenten.

Mittwoch, 22. September 2010

Die hohe Zeit der Mikrogärten beginnt

Während im Garten allmählich die Anzahl der Blüten abnimmt und kein frisches Grün mehr hinzu kommt gibt es anderen Stellen in der Natur, deren Hochzeit jetzt erst beginnt. Gemeint sind die Flechten und Moose, die sich die meiste Zeit des Jahres unauffällig – höchstens mal im Rasen störend – verhalten und auf die Gelegenheit warten, wenn viel Feuchtigkeit vorhanden und keine Konkurrenz von größeren Pflanzen mehr zu befürchten ist.

Flechten und Moose © H. BruneEinige der interessantesten Ansammlungen dieser winzigen Lebewesen – die teilweise gar nicht zu den Pflanzen gerechnet werden – findet man auf hölzernen Weidepfählen. Wenn die oberen Enden im Laufe der Jahre etwas marode werden und einsinken bieten diese abgehobenen Plattformen einen sicheren Hort für kleine abgeschlossen wirkende Lebensgemeinschaften. Ganz abgeschlossen sind sie natürlich nicht, gerade Vögel machen hier natürlich auch ihre ‘Beiträge’.

Also beim nächsten Spaziergang ruhig einmal einen Blick auf die Weidepfähle werfen, je älter desto besser, und die phantastischen Strukturen der dort gedeihenden Mikrowelt bestaunen.

Montag, 20. September 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Blattlausparade

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Blattläuse, eine Plage im Garten, sind eine Nahrungsquelle für Ameisen. Sie kitzeln die Läuse mit ihren Fühlern am Hinterleib, worauf diese ein süßes Sekret absondern das die Ameisen begierig aufschlecken. Man könnte sagen, die Ameisen halten sich Blattlausherden so wie ein Bauer sich seine Milchkuhherde hält. E. Brune © H. Brune

Haben sie schon einmal gehört, dass eine Bananenschale, in eine von Blattläusen befallene Pflanze gehängt, diese vertreiben soll? Während einer Kräuterführung erzählte mir eine Dame davon.

Da Läuse gehäuft hauptsächlich im Frühsommer auftreten hatte ich noch keine Gelegenheit diesen Tipp auszuprobieren. Trotzdem möchte ich ihn weitergeben. Sollte es stimmen bräuchte man nur einen Obsttag einzulegen und hätte zugleich ein preiswertes und umweltfreundliches Antiläusemittel. Außerdem würde es der Figur gut tun.

Der Kapuzinerkresse wird nachgesagt, das sie Blattläuse vertreibt. Nach meinen Beobachtungen wirkt sie eher so, dass sie selber die Läuse an sich zieht, die sich dann auf der Unterseite ihrer großen hellgrünen Blätter versammeln und somit andere Pflanzen verschonen.

Wir selber haben schon mit Spülmittellösungen erfolgreich experimentiert. Diese mit eines Wasserzerstäubers auf die Blattläuse gespritzt vernichtet sie zuverlässig. Ein weiteres gut wirkendes Mittel gegen Schadinsekten aller Art sind Sprühlösungen aus Neembaum Produkten. Dieses natürliche Mittel ist in Gartenbaumärkten erhältlich und schadet weder uns noch unserer Umwelt.

Natürliche Blattlausfeinde, sogenannte Nützlinge, sind die zarten grünen Florfliegen, der allseits beliebte Marienkäfer, mit seiner hübschen roten Farbe, seine plumpe orangefarbene Larve und natürlich unsere Singvögel. Wir sollten alles tun um sie im Garten zu halten.

Samstag, 18. September 2010

Zeit der Kartoffeln – Kartoffelmarkt in Borgholzhausen

Ungefähr drei Monate nach der Blüte im Juni werden die Kartoffeläcker rund um den Hof nach und nach geerntet. Das Blattwerk der Kartoffelpflanzen ist dabei schon lange abgestorben und die Äcker nur an den noch vorhandenen Wällen zu erkennen, die sie in unserer Gegend einzigartig machen.

Kartoffeln © H. Brune Die Kartoffelroder bewegen sich langsam über die Felder und ebnen die Wälle nach und nach ein. Über Siebe und Förderbänder werden die Erdäpfel von Erde und Steinen getrennt, trotzdem werden immer noch Menschen gebraucht um beschädigte Exemplare auszusortieren.

Allerdings entgehen den Maschinen die ganz kleinen Kartoffeln, die nur wenige Zentimeter groß sind. Dabei sind sie so lecker! Man kann mit den Winzlingen zum Beispiel Runzelkartoffeln nach kanarischem Rezept machen. Dabei werden die Kartoffeln zusammen mit einem Viertel ihres Gewichts in Salz so lange gekocht, bis alles Wasser verdunstet ist. Danach ist die Schale ganz locker und runzlig (daher der Name). Leider bekommt man die passenden Kartoffeln fast nie.

Aber jetzt ist die Gelegenheit sie selbst zu sammeln, sobald die Erntemaschinen sie freigelegt und übrig gelassen haben. Die meisten Kartoffelbauern werden einem das Auflesen sicher gestatten, wenn man sie nur fragt. Hier noch mal das Rezept für die Runzelkartoffeln mit konkreten Zahlen:

* 2 Kilogramm sehr kleine Kartoffeln

* 500gr Salz

Alles in einen Topf und zunächst so lange kochen lassen, bis die Kartoffeln fast gar sind (ca. eine halbe Stunde).

Danach mit offenem Deckel das Wasser verdunsten lassen. Dabei die Kartoffeln gelegentlich mit dem Topf etwas schütteln. Dadurch verhindert man das Anbrennen und die Salzkruste wird gleichmäßiger.

Dazu reicht man eigentlich nur die typischen dicken würzigen Soßen (Mojos) der kanarischen Inseln.

Und wer noch mehr über Kartoffeln wissen oder von ihnen essen will: an diesem Wochenende ist wieder der jährliche Kartoffelmarkt in Borgholzhausen. Eine Wegbeschreibung finden Sie in unserem Artikel vom letzten Jahr.

Mittwoch, 15. September 2010

Einmal im Jahr kommt der Fliegenpilz

Es hat keinen Sinn mehr darum herum zu reden: es ist Herbst. Aber der Herbst ist auch die Zeit der Pilze und damit auch die Zeit der überraschend aus dem Boden schießenden Objekte. Ganz besonders gespannt sind wir in jedem Jahr ob der Fliegenpilz sich wieder zeigen wird. Schon in 2008 hatten wir von ihm berichtet und davon, dass er vermutlich mit Holzhäcksel in unseren Garten gekommen ist.

Fliegenpilz © H. Brune

Und tatsächlich bohrte sich am Sonntag Abend der Pilz nahe einer Birkenwurzel aus dem Boden, noch ganz kugelig und erdbedeckt. Heute morgen nun hat er sich komplett entfaltet und seine volle Höhe erreicht. Besonders auffällig an diesem Giftpilz ist ja immer der Kontrast zwischen dem knallroten Hut und dem reinweißen Fuß. Zum Glück haben ihn in diesem Jahr auch die Nacktschnecken verschont, die Pilze – auch giftige - sonst offenbar als besonderen Leckerbissen betrachten sie in wenigen Stunden komplett verzehren können.

Dienstag, 14. September 2010

Die Zeit der lästigen Birken beginnt

Nun fliegen wie wieder, die unzähligen Birkensamen. Kein Wunder das die Birke als Pionierpflanze gilt und offene Flächen zuerst besiedelt, ihre Saat findet man – vom Wind fortgetragen – einfach überall. Manchmal schon im nächsten Spinnennetz:

Birkensamen im Spinnennetz © H. Brune Die kleine Birkengruppe zwischen Caféterrasse und Pferdeweide ist auch so weit und fängt an uns zu überschütten. Gelegentlich landen dann die Samen auch erschöpft im Schaum des nächsten Milchkaffees.

Birkensamen © H. Brune

Sonntag, 12. September 2010

‘Rotkäppchen und der schwarze Golf’ – Lesung im Café im Kräutergarten von Amelie Wittmann am 15.10 und 26.11.2010

Die Autorin Amelie Wittmann besucht unser Café im Kräutergarten in Borgholzhausen im Oktober und November und liest aus Ihrem Buch Rotkäppchen und der schwarze Golf.

Termine: 15.10. und 26.11.2010 jeweils ab 19 Uhr

rotkappe

Zum Buch:

Britta ist fünfzig. Sie lebt in einer kleinen Stadt in Norddeutschland, arbeitet in einem Möbelgeschäft und hat drei Liebhaber;
zwei jüngere und einen älteren.
Genuss pur! Das ist ihre Devise, denn sie ist eine Frau mit Herz und Power.

http://www.albech.de/rotkappe.htm

Zur Autorin:

Amelie Wittmann wurde in einem idyllischen Dorf am Mittellandkanal geboren. Heute lebt sie im Mühlenkreis Minden Lübbecke am nördlichen Hang des Wiehengebirges. Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder. Die Reihe ihrer Veröffentlichungen setzt dieser erfrischende Frauenroman auf gelungene Weise fort.

Pressestimme:

„Amelie Wittmann erzählt die Geschichte einer starken Frau, die keine Angst hat, schwach zu werden, wenn der Richtige kommt“

Stadtmagazin Schlendrian

Weitere Hinweise:

Die Wegbeschreibung zu unserem Café finden Sie hier. Auch in unserer Facebook Seite finden Sie diese Veranstaltungen und können sich – wenn Sie mögen – registrieren.

Weiterer Veranstaltungshinweis:

Vor den beiden Lesungen findet jeweils die Lesung für Kinder ‘Gustav Paapilotto’ statt.

Freitag, 10. September 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Cantalooprose

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Einfach aus der Erde gerissen hat er ihn und mitgegeben, der Wirt des Restaurants Cantaloop.

Der Strauch hatte schon die ersten Blätter getrieben, besaß aber sehr wenig Wurzelwerk. E. Brune © H. BruneObwohl wir ihn eifrig gossen, wurde er von Tag zu Tag kümmerlicher. Das sehr heiße Frühjahr machte ihm das Leben schwer. Es hilft nichts, sagte ich zu Kerstin, wenn wir die Rose retten wollen, müssen wir sie ganz zurückschneiden. Brannte die Sonne zu heiß stellten wir noch einen Schattenspender auf. So langsam erholte sich die Pflanze.Cantaloop Rose © H. Brune

Im nächsten Jahr schon zeigten sich die ersten Blüten. Dicht gefüllt sind sie, reinweiß und einen märchenhaften Duft ausströmend. Da sie eine historische Rose und somit wurzelecht ist, ist sie auch nicht frostgefährdet. Über Wurzelausläufer vermehrt sie sich und ist inzwischen zu einem stattlichem Busch geworden.

Ihren wahren Namen haben wir trotz Rosenlexikon nicht herausgefunden. Sie ist einmalblühend, gesund und robust. Sie blüht sehr früh im Rosenjahr, in überaus reicher Fülle. Die einmal blühenden Rosen blühen so schön, weil sie elf Monate Zeit haben sich auf ihre Blüte vorzubereiten.

Mittwoch, 8. September 2010

Die Schmetterlinge sind hungrig

Man hätte annehmen können, dass die Schmetterlinge den schweren Regenfällen der letzten Wochen schon alle zum Opfer gefallen sein könnten, aber am vergangenen sonnigen Wochenende wurden wir mal wieder eines besseren belehrt.

C-Falter auf Fetthenne © H. Brune Allerdings sind die Falter offenbar sehr hungrig, denn sie sammelten sich auf den wenigen gerade verfügbaren Futterquellen in durchaus großer Zahl. Neben den Sommerfliedern bieten im Moment fast nur noch die Fetthennen Nahrung.

Im Bild sieht man übrigens einen C-Falter, den wir in diesem Jahr nur sehr selten beobachten konnten. Wie wir früher schon geschrieben hatten duldet er andere Falter nur ungern in seiner Umgebung. Und auch dieses Exemplar musste den mit ihm auf der Honigweide sitzenden Admiral (im Bild als verschwommener bunter Fleck rechts im Hintergrund zu sehen) kurz nach der Aufnahme erst einmal verscheuchen.

Dienstag, 7. September 2010

Die ersten Kastanien

Am letzten Wochenende haben wir leider einen untrüglichen Indikator für den Herbstbeginn vorgefunden, denn die erste Kastanie lag auf unserem Caféparkplatz. Zwar war es noch kein besonders prächtiges Exemplar, aber dafür ein total süßes. Das Kastänchen liegt hier zum Größenvergleich auf einer 2 Cent Münze.

Kastanie © H. Brune

Ihre großen Geschwister, die sich dann besser für Bastelarbeiten eignen, werden wohl bald folgen und dann wieder den ganzen Boden unter unserem kleinen Kastanienwäldchen bedecken.

Die nervigen Miniermotten scheinen in diesem Jahr – ähnlich wie andere Insekten – einen schweren Stand gehabt zu haben denn unsere Bäume sehen vergleichsweise gut aus. Vielleicht hat auch die zuletzt kühle und feuchte Witterung die Blätter geschützt.

Montag, 6. September 2010

Der Rote Korsar

Vor nun fast 11 Monaten haben wir in unserem Blog recht ausführlich vom Anlegen eines neuen Rosenbeets berichtet. Damals haben wir die gepflanzte Rosensorte noch nicht verraten, es handelt sich um ‘Roter Korsar’, und die Blüten machen dem Namen alle Ehre:

Rosenbeet © H. Brune Die Rosen sind – vielleicht durch unsere sorgfältige Vorbereitung? – sehr gut angegangen und haben wie im Bild zu sehen ziemlich lange Ranken gebildet. Sie übertreffen sogar schon die Höhe der Rosenelfe im Mittelpunkt, die noch aus der Ekkehard-Broermann-Ausstellung im Frühjahr stammt. Da werden wir uns wohl etwas einfallen lassen müssen um sie in Zukunft zu bändigen.

Weitere Bilder von den Blüten des Roten Korsaren finden Sie im übrigens in unserem Rosenfotoalbum. Im Moment sind es die beiden letzten Bilder im Album.

Sonntag, 5. September 2010

‘Gustav Paapilotto’ – Lesung für Kinder von Angelika Heidbrede im Café im Kräutergarten am 15.10. und 26.11.2010

“Mein Name ist Gustav Paapilotto. Das entzückende Wesen zu meinen Füßen ist meine Frau Sophie.

Unser kleiner Zwergenstaat lebte viele Jahre verborgen im Wiehengebirge, bis wir beschlossen, ins Große Torfmoor umzusiedeln. In diesem Buch wird über unser aufregendes Leben im Wiehengebirge und Großem Torfmoor erzählt.

Die Autorin und wir Zwerge (die es ja gibt, ihr müsst nur daran glauben) wünschen euch viel Spaß beim Lesen.”

Plakat der Lesung 'Gustav Paapilotto' von Angelika Heidbrede © H. Brune

Die Autorin Angelika Heidbreede hält in unserem Café im Kräutergarten zwei Lesungen für Kinder von 4 bis 8 Jahren aus ihrem bezaubernden Buch über das bisher viel zu wenig bekannte Leben unserer heimischen Zwerge. Die Lesungen beginnen jeweils um 16:30 Uhr und enden ca. gegen 18 Uhr an den Freitagen

  • 15. Oktober 2010
  • 26. November 2010
    Die Wegbeschreibung zu unserem Café finden Sie hier. Auch in unserer Facebook Seite finden Sie diese Veranstaltungen und können sich – wenn Sie mögen – registrieren. Und wer sich gar nicht mehr gedulden kann, der hat auf der Internetseite der Autorin die Möglichkeit sich mit Gustav schon einmal über das Zwergennetz in Verbindung zu setzen:)
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Weiterer Veranstaltungshinweis:

Im Anschluss an die beiden Lesungen findet - diesmal für die Erwachsenen - die Lesung von Amelie Wittmann ‘Rotkäppchen und der schwarze Golf’ statt.

Elisabeths Gartengeschichten: Blühstopp

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? In diesem Jahr setzen die Geranien kaum neue Blüten an. Auch die Rosen sind sehr verhalten mit ihrer Nachblüte. Die Geranien hatte ich im Frühjahr mit einem teuren Langzeitdünger beglückt  und auch fleißig gegossen in den heißen trockenen Wochen.E. Brune © H. Brune
Schnell sucht man die Schuld bei sich selber, oder denkt, da hast du eine schlechte Sorte erwischt.

Eine Gartenbekannte, auf dem Lande wohnend hat man viele Gartenbekannte, also diese Dame, die Jahr für Jahr ihren Garten in ein wahres Blütenparadies verwandelt, erzählte mir das gleiche von ihren Geranien.
Gestern besuchte ich den Garten eines Rentners dessen ganzer Lebensinhalt die Pflege seines grünen Domizils ist. Auch seine Rosen hatten, genau wie bei mir, nur zu einer kümmerlichen
Nachblüte angesetzt.
Inzwischen frage ich mich, ob die Pflanzen auf das Wetter reagieren. Da ich gut gegossen und gedüngt habe, müssten sie eindeutig bessere Blühergebnisse zeigen.
Diese Frage stelle ich ich mir, seitdem ich vor einigen Wochen, eine einjährige, schnell wachsende
Sommerblume im Topf geschenkt bekommen habe. Ich versorgte sie mit Flüssigdünger, goss sie gut und sie wuchs üppig. Nach einer einzigen Regennacht aber hatte sie sich um das Doppelte gestreckt.
Das trockene warme Sommerwetter, in Verbindung mit reichlichen Wassergaben, hat auch die Stockrosen und den Phlox zu wahren Blütenwundern veranlasst.
Also es gibt erfreulicherweise immer einen Ausgleich für unsere Bemühungen.

Freitag, 3. September 2010

Überraschende Ernte

Bei einer Familienfeier in der vergangenen Woche kamen die Kinder plötzlich mit ungewöhnlichen Früchten an, die sie in unserem Obstgarten gepflückt hatten. In ihrer Farbe kamen sie den Pflaumen nahe, aber von der Größe und Form her glichen sie eher Mirabellen.

© H. Brune Die Kinder hatten diese Früchte an wild gewachsenen Bäumen gefunden, die sich vor langen Jahren einmal selbst zwischen Bach und dem eigentlichen Obstgarten gesät hatten. Wir hatten sie wachsen lassen, da sie im Frühjahr mit als erstes blühen und somit das Winterende einläuten. Allerdings waren trotz der vielen Blüten bisher nie Früchte in wesentlicher Zahl zu finden.

Merkwürdig das es in diesem Jahr, in dem viele Obstbäume beim Ertrag zu schwächeln scheinen, ausgerechnet diese Bäume zu einer einmaligen Spitzenleistung treibt. Allerdings lässt der Geschmack – der irgendwie zwischen Pflaume und Mirabelle liegt - durch die fehlende Sonne noch etwas zu wünschen übrig.

Dienstag, 31. August 2010

Wo sind eigentlich die Wespen geblieben?

Nicht das wir – oder unsere Gäste im Café – sie besonders vermissen würden, aber trotzdem ist ihr Fehlen in diesem Jahr so auffällig, dass man die Frage einfach stellen muss: Wo sind die Wespen geblieben? Normalerweise werden die gelb-schwarz gestreiften Insekten spätestens mit der Pflaumenreife allmählich lästig, auch wenn sie bei uns nie besonders zahlreich waren. Aber bisher haben wir noch kein Exemplar im Café erwischt.

Wespe in Lauchblüten © H. BruneIm Garten trifft man gelegentlich auf einzelne Tiere wie dieses hier, dass sich in den vergangenen Regentagen unter Schnittlauchblüten versteckte.  Ob nur der Regen und das kühle Wetter als Erklärung reichen? Aber auch andere lästige Insekten wie die Mücken waren in diesem Jahr bei uns eher selten.

Montag, 30. August 2010

Einwanderer aus Amerika

In dieser Zeit, in der sich der blaue Himmel kaum zeigen mag, sind wir um so dankbarer für diesen kleinen Einwanderer von der anderen Seite des Ozeans:

Virginia Dreimasterblume © H. Brune

Die leuchtenden Blüten der Virginia-Dreimasterblume lassen sich auch vom schwersten Regen nicht unterkriegen und scheinen auch nicht weiter unter den Wassertropfen zu leiden. Bei der Wikipedia kann man nachlesen, dass diese Pflanze schon im 17. Jahrhundert zusammen mit anderen wie der Lobelie und dem Phlox aus Nordamerika in Europa eingeführt wurde.

Eigentlich hatten wir aber aus einem anderen Grund über die Dreimasterblume schreiben wollen: nach unserer Beobachtung schließen sich die Blüten oft schon an frühen Nachmittag wieder, offenbar insbesondere dann, wenn die Sonne scheint. Leider haben wir dazu keine Informationen gefunden, die das Verhalten bestätigen. Aber vielleicht kann uns einer unserer Leser bestätigen, dass wir hier nicht völlig falsch liegen?

Sonntag, 29. August 2010

Reiche Ernte

Nicht nur die Obstbäume produzieren jetzt im Spätsommer in unserem Garten Früchte, die wir nutzen können: auch die Rosen sind ganz ausgezeichnete Lieferanten! Die Rede ist natürlich von den Hagebutten, die nun in ganz unterschiedlichen Formen farbenfroh in der Sonne glänzen (wenn sich die Sonne denn mal durch die grauen Wolken kämpfen kann).

Hagebutten der Hechtrose © H. BruneHier im Bilde sieht man die Früchte der Hechtrose, die in Form und Farbe fast wie Kornelkirschen aussehen. Dann gibt es natürlich noch die Kartoffelrosen, die an der Elisabethallee in voller roter Pracht stehen und schon von den ersten Vögeln geplündert werden. Kleinere schwarz-glänzende Hagebutten präsentiert die Dünenrose und ganz winzige – aber dafür unzählige - Exemplare tragen die Ramblerrosen.

Wenn man nicht alle Früchte den Vögeln überlassen will, so kann man aus dem Fruchtfleisch sehr gut Marmelade herstellen. Jetzt ist die Zeit dazu.

Samstag, 28. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Königskerze

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Diese prächtige Wildpflanze, auf unwirtlichen Böden gedeihend, ist schon lange in unseren Gärten heimisch. Vor Jahren hatten wir eine Ödfläche am Hof, zur vielbefahrenen Bundesstraße hin. Dort hatte sich die zweijährige Pflanze reichlich vermehrt. In einem bestimmten Jahr blühte sie besonders üppig und prächtig. Viele vorbeikommende Autofahrer werden sich an diesem Anblick erfreut haben. E. Brune © H. Brune

Später lernte ich eine Dame kennen, die in jenem Sommer, ihren an Krebs erkrankten Mann mehrmals wöchentlich nach Münster in die Uni Klinik zur Behandlung fahren musste. Aus dem leuchtendem Blühen der Königskerzen habe auf diesen schweren Fahrten Kraft geschöpft, erzählte sie mir. Ihr Mann überwand später die Krankheit und wurde gesund.

Die Königskerzenblüten gesammelt, getrocknet und einen Tee daraus bereitet, bringen durch ihre schleimlösenden Wirkstoffe Erleichterung beim Abhusten. Immer habe ich gedacht, diese schöne, imponierende Pflanze, muss doch noch andere Heilkräfte besitzen. Und wie das so ist, wer fragt bekommt eine Antwort. Blüte der Königskerze © H. Brune

Auf einer Gartenausstellung fand ich sie, die Antwort. Der Gärtner hatte ein Schild angebracht, an seiner Königskerze, auf dem zu lesen stand: Hildegard von Bingen empfehle sie gegen ein trauriges Herz. Sie kräftige das Herz und mache es fröhlich. Wie schön.

Früher wurde der Stängel in Teer, Harz oder Wachs getaucht und angezündet als Fackel genutzt.