Freitag, 10. September 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Cantalooprose

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Einfach aus der Erde gerissen hat er ihn und mitgegeben, der Wirt des Restaurants Cantaloop.

Der Strauch hatte schon die ersten Blätter getrieben, besaß aber sehr wenig Wurzelwerk. E. Brune © H. BruneObwohl wir ihn eifrig gossen, wurde er von Tag zu Tag kümmerlicher. Das sehr heiße Frühjahr machte ihm das Leben schwer. Es hilft nichts, sagte ich zu Kerstin, wenn wir die Rose retten wollen, müssen wir sie ganz zurückschneiden. Brannte die Sonne zu heiß stellten wir noch einen Schattenspender auf. So langsam erholte sich die Pflanze.Cantaloop Rose © H. Brune

Im nächsten Jahr schon zeigten sich die ersten Blüten. Dicht gefüllt sind sie, reinweiß und einen märchenhaften Duft ausströmend. Da sie eine historische Rose und somit wurzelecht ist, ist sie auch nicht frostgefährdet. Über Wurzelausläufer vermehrt sie sich und ist inzwischen zu einem stattlichem Busch geworden.

Ihren wahren Namen haben wir trotz Rosenlexikon nicht herausgefunden. Sie ist einmalblühend, gesund und robust. Sie blüht sehr früh im Rosenjahr, in überaus reicher Fülle. Die einmal blühenden Rosen blühen so schön, weil sie elf Monate Zeit haben sich auf ihre Blüte vorzubereiten.

Mittwoch, 8. September 2010

Die Schmetterlinge sind hungrig

Man hätte annehmen können, dass die Schmetterlinge den schweren Regenfällen der letzten Wochen schon alle zum Opfer gefallen sein könnten, aber am vergangenen sonnigen Wochenende wurden wir mal wieder eines besseren belehrt.

C-Falter auf Fetthenne © H. Brune Allerdings sind die Falter offenbar sehr hungrig, denn sie sammelten sich auf den wenigen gerade verfügbaren Futterquellen in durchaus großer Zahl. Neben den Sommerfliedern bieten im Moment fast nur noch die Fetthennen Nahrung.

Im Bild sieht man übrigens einen C-Falter, den wir in diesem Jahr nur sehr selten beobachten konnten. Wie wir früher schon geschrieben hatten duldet er andere Falter nur ungern in seiner Umgebung. Und auch dieses Exemplar musste den mit ihm auf der Honigweide sitzenden Admiral (im Bild als verschwommener bunter Fleck rechts im Hintergrund zu sehen) kurz nach der Aufnahme erst einmal verscheuchen.

Dienstag, 7. September 2010

Die ersten Kastanien

Am letzten Wochenende haben wir leider einen untrüglichen Indikator für den Herbstbeginn vorgefunden, denn die erste Kastanie lag auf unserem Caféparkplatz. Zwar war es noch kein besonders prächtiges Exemplar, aber dafür ein total süßes. Das Kastänchen liegt hier zum Größenvergleich auf einer 2 Cent Münze.

Kastanie © H. Brune

Ihre großen Geschwister, die sich dann besser für Bastelarbeiten eignen, werden wohl bald folgen und dann wieder den ganzen Boden unter unserem kleinen Kastanienwäldchen bedecken.

Die nervigen Miniermotten scheinen in diesem Jahr – ähnlich wie andere Insekten – einen schweren Stand gehabt zu haben denn unsere Bäume sehen vergleichsweise gut aus. Vielleicht hat auch die zuletzt kühle und feuchte Witterung die Blätter geschützt.

Montag, 6. September 2010

Der Rote Korsar

Vor nun fast 11 Monaten haben wir in unserem Blog recht ausführlich vom Anlegen eines neuen Rosenbeets berichtet. Damals haben wir die gepflanzte Rosensorte noch nicht verraten, es handelt sich um ‘Roter Korsar’, und die Blüten machen dem Namen alle Ehre:

Rosenbeet © H. Brune Die Rosen sind – vielleicht durch unsere sorgfältige Vorbereitung? – sehr gut angegangen und haben wie im Bild zu sehen ziemlich lange Ranken gebildet. Sie übertreffen sogar schon die Höhe der Rosenelfe im Mittelpunkt, die noch aus der Ekkehard-Broermann-Ausstellung im Frühjahr stammt. Da werden wir uns wohl etwas einfallen lassen müssen um sie in Zukunft zu bändigen.

Weitere Bilder von den Blüten des Roten Korsaren finden Sie im übrigens in unserem Rosenfotoalbum. Im Moment sind es die beiden letzten Bilder im Album.

Sonntag, 5. September 2010

‘Gustav Paapilotto’ – Lesung für Kinder von Angelika Heidbrede im Café im Kräutergarten am 15.10. und 26.11.2010

“Mein Name ist Gustav Paapilotto. Das entzückende Wesen zu meinen Füßen ist meine Frau Sophie.

Unser kleiner Zwergenstaat lebte viele Jahre verborgen im Wiehengebirge, bis wir beschlossen, ins Große Torfmoor umzusiedeln. In diesem Buch wird über unser aufregendes Leben im Wiehengebirge und Großem Torfmoor erzählt.

Die Autorin und wir Zwerge (die es ja gibt, ihr müsst nur daran glauben) wünschen euch viel Spaß beim Lesen.”

Plakat der Lesung 'Gustav Paapilotto' von Angelika Heidbrede © H. Brune

Die Autorin Angelika Heidbreede hält in unserem Café im Kräutergarten zwei Lesungen für Kinder von 4 bis 8 Jahren aus ihrem bezaubernden Buch über das bisher viel zu wenig bekannte Leben unserer heimischen Zwerge. Die Lesungen beginnen jeweils um 16:30 Uhr und enden ca. gegen 18 Uhr an den Freitagen

  • 15. Oktober 2010
  • 26. November 2010
    Die Wegbeschreibung zu unserem Café finden Sie hier. Auch in unserer Facebook Seite finden Sie diese Veranstaltungen und können sich – wenn Sie mögen – registrieren. Und wer sich gar nicht mehr gedulden kann, der hat auf der Internetseite der Autorin die Möglichkeit sich mit Gustav schon einmal über das Zwergennetz in Verbindung zu setzen:)
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Weiterer Veranstaltungshinweis:

Im Anschluss an die beiden Lesungen findet - diesmal für die Erwachsenen - die Lesung von Amelie Wittmann ‘Rotkäppchen und der schwarze Golf’ statt.

Elisabeths Gartengeschichten: Blühstopp

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? In diesem Jahr setzen die Geranien kaum neue Blüten an. Auch die Rosen sind sehr verhalten mit ihrer Nachblüte. Die Geranien hatte ich im Frühjahr mit einem teuren Langzeitdünger beglückt  und auch fleißig gegossen in den heißen trockenen Wochen.E. Brune © H. Brune
Schnell sucht man die Schuld bei sich selber, oder denkt, da hast du eine schlechte Sorte erwischt.

Eine Gartenbekannte, auf dem Lande wohnend hat man viele Gartenbekannte, also diese Dame, die Jahr für Jahr ihren Garten in ein wahres Blütenparadies verwandelt, erzählte mir das gleiche von ihren Geranien.
Gestern besuchte ich den Garten eines Rentners dessen ganzer Lebensinhalt die Pflege seines grünen Domizils ist. Auch seine Rosen hatten, genau wie bei mir, nur zu einer kümmerlichen
Nachblüte angesetzt.
Inzwischen frage ich mich, ob die Pflanzen auf das Wetter reagieren. Da ich gut gegossen und gedüngt habe, müssten sie eindeutig bessere Blühergebnisse zeigen.
Diese Frage stelle ich ich mir, seitdem ich vor einigen Wochen, eine einjährige, schnell wachsende
Sommerblume im Topf geschenkt bekommen habe. Ich versorgte sie mit Flüssigdünger, goss sie gut und sie wuchs üppig. Nach einer einzigen Regennacht aber hatte sie sich um das Doppelte gestreckt.
Das trockene warme Sommerwetter, in Verbindung mit reichlichen Wassergaben, hat auch die Stockrosen und den Phlox zu wahren Blütenwundern veranlasst.
Also es gibt erfreulicherweise immer einen Ausgleich für unsere Bemühungen.

Freitag, 3. September 2010

Überraschende Ernte

Bei einer Familienfeier in der vergangenen Woche kamen die Kinder plötzlich mit ungewöhnlichen Früchten an, die sie in unserem Obstgarten gepflückt hatten. In ihrer Farbe kamen sie den Pflaumen nahe, aber von der Größe und Form her glichen sie eher Mirabellen.

© H. Brune Die Kinder hatten diese Früchte an wild gewachsenen Bäumen gefunden, die sich vor langen Jahren einmal selbst zwischen Bach und dem eigentlichen Obstgarten gesät hatten. Wir hatten sie wachsen lassen, da sie im Frühjahr mit als erstes blühen und somit das Winterende einläuten. Allerdings waren trotz der vielen Blüten bisher nie Früchte in wesentlicher Zahl zu finden.

Merkwürdig das es in diesem Jahr, in dem viele Obstbäume beim Ertrag zu schwächeln scheinen, ausgerechnet diese Bäume zu einer einmaligen Spitzenleistung treibt. Allerdings lässt der Geschmack – der irgendwie zwischen Pflaume und Mirabelle liegt - durch die fehlende Sonne noch etwas zu wünschen übrig.

Dienstag, 31. August 2010

Wo sind eigentlich die Wespen geblieben?

Nicht das wir – oder unsere Gäste im Café – sie besonders vermissen würden, aber trotzdem ist ihr Fehlen in diesem Jahr so auffällig, dass man die Frage einfach stellen muss: Wo sind die Wespen geblieben? Normalerweise werden die gelb-schwarz gestreiften Insekten spätestens mit der Pflaumenreife allmählich lästig, auch wenn sie bei uns nie besonders zahlreich waren. Aber bisher haben wir noch kein Exemplar im Café erwischt.

Wespe in Lauchblüten © H. BruneIm Garten trifft man gelegentlich auf einzelne Tiere wie dieses hier, dass sich in den vergangenen Regentagen unter Schnittlauchblüten versteckte.  Ob nur der Regen und das kühle Wetter als Erklärung reichen? Aber auch andere lästige Insekten wie die Mücken waren in diesem Jahr bei uns eher selten.

Montag, 30. August 2010

Einwanderer aus Amerika

In dieser Zeit, in der sich der blaue Himmel kaum zeigen mag, sind wir um so dankbarer für diesen kleinen Einwanderer von der anderen Seite des Ozeans:

Virginia Dreimasterblume © H. Brune

Die leuchtenden Blüten der Virginia-Dreimasterblume lassen sich auch vom schwersten Regen nicht unterkriegen und scheinen auch nicht weiter unter den Wassertropfen zu leiden. Bei der Wikipedia kann man nachlesen, dass diese Pflanze schon im 17. Jahrhundert zusammen mit anderen wie der Lobelie und dem Phlox aus Nordamerika in Europa eingeführt wurde.

Eigentlich hatten wir aber aus einem anderen Grund über die Dreimasterblume schreiben wollen: nach unserer Beobachtung schließen sich die Blüten oft schon an frühen Nachmittag wieder, offenbar insbesondere dann, wenn die Sonne scheint. Leider haben wir dazu keine Informationen gefunden, die das Verhalten bestätigen. Aber vielleicht kann uns einer unserer Leser bestätigen, dass wir hier nicht völlig falsch liegen?

Sonntag, 29. August 2010

Reiche Ernte

Nicht nur die Obstbäume produzieren jetzt im Spätsommer in unserem Garten Früchte, die wir nutzen können: auch die Rosen sind ganz ausgezeichnete Lieferanten! Die Rede ist natürlich von den Hagebutten, die nun in ganz unterschiedlichen Formen farbenfroh in der Sonne glänzen (wenn sich die Sonne denn mal durch die grauen Wolken kämpfen kann).

Hagebutten der Hechtrose © H. BruneHier im Bilde sieht man die Früchte der Hechtrose, die in Form und Farbe fast wie Kornelkirschen aussehen. Dann gibt es natürlich noch die Kartoffelrosen, die an der Elisabethallee in voller roter Pracht stehen und schon von den ersten Vögeln geplündert werden. Kleinere schwarz-glänzende Hagebutten präsentiert die Dünenrose und ganz winzige – aber dafür unzählige - Exemplare tragen die Ramblerrosen.

Wenn man nicht alle Früchte den Vögeln überlassen will, so kann man aus dem Fruchtfleisch sehr gut Marmelade herstellen. Jetzt ist die Zeit dazu.

Samstag, 28. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Königskerze

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Diese prächtige Wildpflanze, auf unwirtlichen Böden gedeihend, ist schon lange in unseren Gärten heimisch. Vor Jahren hatten wir eine Ödfläche am Hof, zur vielbefahrenen Bundesstraße hin. Dort hatte sich die zweijährige Pflanze reichlich vermehrt. In einem bestimmten Jahr blühte sie besonders üppig und prächtig. Viele vorbeikommende Autofahrer werden sich an diesem Anblick erfreut haben. E. Brune © H. Brune

Später lernte ich eine Dame kennen, die in jenem Sommer, ihren an Krebs erkrankten Mann mehrmals wöchentlich nach Münster in die Uni Klinik zur Behandlung fahren musste. Aus dem leuchtendem Blühen der Königskerzen habe auf diesen schweren Fahrten Kraft geschöpft, erzählte sie mir. Ihr Mann überwand später die Krankheit und wurde gesund.

Die Königskerzenblüten gesammelt, getrocknet und einen Tee daraus bereitet, bringen durch ihre schleimlösenden Wirkstoffe Erleichterung beim Abhusten. Immer habe ich gedacht, diese schöne, imponierende Pflanze, muss doch noch andere Heilkräfte besitzen. Und wie das so ist, wer fragt bekommt eine Antwort. Blüte der Königskerze © H. Brune

Auf einer Gartenausstellung fand ich sie, die Antwort. Der Gärtner hatte ein Schild angebracht, an seiner Königskerze, auf dem zu lesen stand: Hildegard von Bingen empfehle sie gegen ein trauriges Herz. Sie kräftige das Herz und mache es fröhlich. Wie schön.

Früher wurde der Stängel in Teer, Harz oder Wachs getaucht und angezündet als Fackel genutzt.

Freitag, 27. August 2010

Für den Herbst ist es noch zu früh!

Auch wenn die gestrigen sintflutartigen Regenfälle im Moment jeden Gedanken an Sonne und Wärme gründlich durchnässen: Der Sommer ist noch nicht vorbei! Zwar blühen schon die ersten Fetthennen in unserem Garten – und diese wurden in einer von Elisabeths Gartengeschichten des letzten Sommers mit dem Beginn des Herbstes in Verbindung gebracht – aber wir wollen diese schöne Pflanze nicht mit der Verantwortung für uns unangenehme Wetterlagen belasten und verfrüht Trübsal blasen.Fetthenne © H. BruneFreuen wir uns lieber auf noch kommende wunderschöne Tage eines Altweibersommers mit morgendlichen Dunstschleiern, in denen die Sonnen golden aufgeht und schillernde Spinnennetze, die die Landschaft in silberne Schleier hüllen. Und bis es so weit ist heizen wir im Café schon mal kräftig den Holzofen an.

Mittwoch, 25. August 2010

Der fünfte Geburtstag

In dieser Woche vollendet unser Caféhund Zorro sein fünftes Lebensjahr. Kaum zu glauben, was aus den kleinen aufgeregten Welpen, der im Oktober 2010 zu uns kam, inzwischen geworden ist:

Zorro © H. BruneGut erkennbar ist der kleine graue Bart, der sich im letzten Jahr eingestellt hat. Aber das ist wohl kein richtigen Alterszeichen, schließlich sollte Zorro uns und unsere Gäste noch viele Jahre unterhalten:)

Viele weitere Bilder von Zorro – von seinem ersten Tag bei uns an – finden sich in seinem Fotoalbum. Zorro freut sich über Kommentare zu seinen Performances:)

Montag, 23. August 2010

Vom Baum direkt in den Kuchen

Allmählich können wir in unseren Apfelkuchen die gekauften Äpfel wieder durch solche aus unserem Garten ersetzen. Das führt zu variantenreicheren Geschmackserlebnissen, denn die Äpfel kommen von ganz unterschiedlichen Bäumen.

Apfelbaum © H. Brune Da gibt es den frühen Apfelbaum, der sich weit über das Dach des Cafés lehnt. Leider ist die Ernte hier in diesem Jahr nicht so üppig und ein Teil der Äpfel ist auch noch am Baum braun geworden.

Dann wachsen an den Bachwiesen einige sehr alte Bäume, die sich schon teilweise so tief geneigt haben, dass sie halb im Gras liegen. Hier finden sich kleine Äpfel mit einem ganz roten Fruchtfleisch.

Und dann gibt es noch den weißen Winterglockenapfel, der auf einem zwar kleinen, aber immer überreichlich besetzen Baum sehr spät im Jahr wächst und uns in den letzten Jahren bis in den tiefen Herbst hinein mit frischen Äpfeln versorgt hat.

Jeder Apfel gibt dem Kuchen eine andere Note und im Fall der roten Äpfel sogar eine ganz eigene Farbe.

Donnerstag, 19. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Gartenbesucher

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es darum, dass wir letztlich immer von unserer Umgebung beeinflusst werden, auch wenn es uns manchmal nicht sofort bewusst wird:

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie unterschiedlich Ihr eigener Garten auf Sie selber wirkt, je nachdem, mit welchem Besucher Sie sich in ihm aufhalten? Meinen Garten empfand ich in den letzten Tagen als besonders schön und hatte deshalb kurz hinter einander 3 Freundinnen eingeladen, um mit ihnen ein gemütliches Stündchen Kaffee trinkend und Kuchen essend, im Garten zu verbringen. E. Brune © H. Brune

Die Erste die kam, war meine vertrauteste Freundin, eine überaus korrekte Dame. Obwohl sie nichts sagte, fielen mir an ihrer Seite alle Unvollkommenheiten meines Gartens ins Auge und er verlor seinen Glanz, so dass ich schließlich froh war - es war ein überaus kühler Tag - sie ins Haus bitten zu können.

Die Zweite die kam, eine Gartenexpertin, sah sich um, sagte wenig zu den Schönheiten die förmlich ins Auge fielen und bemerkte mit emporgehobenem Näschen "die und die Pflanze hast du aber nicht". Nein habe ich nicht, ganz vieles habe ich nicht. Muss ich auch nicht haben und selbst der größte Garten kann nicht alles fassen.

Die dritte Besucherin schließlich, eine Naturliebhaberin, schien auch meinen Garten zu lieben und verströmte augenblicklich Wärme und Wohlbehagen aus. Selbst die Wildecken erinnerten sie an Urlaub und nicht an Unkraut und alles war gut.

Übrigens besitzen Wildpflanzen, das ist wissenschaftlich bewiesen, mehr Robustheit als die hochgezüchteten Kulturpflanzen und das strömen sie auch aus. Wer an Elfen und Naturgeister glaubt kann ihnen in seinem Garten eine kleine Wildecke als Wohnstätte überlassen.

Mittwoch, 18. August 2010

Sonnenblumen blühen

Auf den Wildäckern in der Umgebung blühen nun die ersten Sonnenblumen. Die großen gelben Scheiben sind wunderschön, aber gleichzeitig auch ein Anlass für einen kleinen Melancholieanfall:

Sonnenblume © H. Brune Sind diese späten Blüten doch auch ein Symbol für das Enden des Sommers, ein Eindruck der von dem kühlen Wetter und den kalten Regenströmen noch verstärkt wird. Da hilft es nur den Ofen anzuheizen und darauf zu vertrauen, dass wir bestimmt noch einen wunderbaren Spätsommer zu erwarten haben.

Montag, 16. August 2010

Die große Wäsche

Seit gestern fällt wieder der westfälische Landregen. Der gleichmäßige Wasserfall hat dabei immer mal wieder kleine Sprints eingelegt in denen er sich geradezu zur Sintflut steigerte. Ein alter Nachbar – der es immer sehr genau mit der Bewässerung seines Gartens nimmt – hat gestern 20mm Regen verzeichnet. Wenn er es nicht genau gemessen hat, wer dann?
Rose im Regen © H. Brune Dem Garten tut die Feuchtigkeit im Grunde gut. Und wenn man sich den seit Wochen kaum Wasser führenden Bach an unserem Hof so ansieht ist klar, dass wir nicht immer nur Sonnenschein verlangen können. Selbst die Bauern – die ja eigentlich immer etwas am Wetter finden, dass sich kritisieren lässt – können eigentlich ganz zufrieden sein: das meiste Getreide ist geerntet und der Mais braucht den Regen ebenfalls.
Aber trotzdem: am nächsten Wochenende soll doch bitte wieder die Sonne scheinen:)

Sonntag, 15. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Sommerregen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. Diese Geschichte ist schon vor ein paar Wochen entstanden, passt aber gut zum heute angekündigten Regenwetter:

15mm hat es geregnet in der letzten Nacht. Dadurch sind die Pflanzen trotz hoher Temperaturen erst Mal für eine Woche mit Wasser versorgt. Trotz Unwetterwarnung für den hiesigen Bereich muss der Regen sehr sanft und ruhig E. Brune © H. Brunegefallen seien. Denn ich wurde von ihm nicht geweckt. Unsere Nachbarorte kamen nicht so glimpflich davon.

Im Garten blieben alle  Blumen aufrecht stehen. Die großblättrigen Iris, die zur Zeit mit ihren schweren Blütenkronen regelrecht protzen, hatte ich vorsorglich an feste Stäbe gebunden, so geschah ihnen nichts. Auf der Landpartie des Schlosses Bückeburg 2010 verlangte der ausstellende Gärtner 20 Euro
für ein solches Prachtexemplar mit nur einer Blüte.

Die kleinen Vogeltränken in den Beeten füllte der Regen bis zum Überlaufen. Die Kohlmeisen entdeckten sie am frühen Morgen sofort und nahmen ein ausgiebiges Bad. Sie spritzten und plantschten derart, das Wassertropfen, im Sonnenlicht aufspritzend, nach allen
Seiten stoben. Iris © H. Brune

Ein Bild von Lebensfreude pur.

Vor ein paar Jahren las ich einen Bericht über wissenschaftliche Untersuchungen, in denen Tieren die Fähigkeit zu Gefühlen abgesprochen wurde. Diese Wissenschaftler hätten nur einmal unsere fröhlichen Meisen sehen sollen, sie wären auf der Stelle eines Besseren belehrt worden. Nach ihrem Bad starteten sie mit noch unordentlichen Federkleid, voller Tatendrang, in den Morgen zu ihrem Blattlausfrühstück.

Donnerstag, 12. August 2010

Nachtschwärmer

Es ist immer wieder spannend mit der Kamera auch mal Nachts in den Garten zu gehen. Zum einen sehen die Blüten im Blitzlicht manchmal ganz anders aus als bei natürlichem Licht. Und man kann ungewöhnliche Gartengäste überraschen und beobachten:

Nachtschmetterling auf Rose c H. Brune Hier sieht man zum Beispiel einen Nachtschmetterling auf einer der Rosen an der Einfahrt. Um was für eine Art es sich dabei handelt konnten wir leider nicht bestimmen. Irgendwie sehen alle diese nachtaktiven Falter gleich aus, so lange sie ihre Flügel bedeckt halten:)

Montag, 9. August 2010

Hmmm, Himbeeren

Allmählich nähern wir uns wieder Jahreszeit, in welcher der Garten nicht nur Augenfreunden bietet sondern auch Gaumenschmaus. Zwar gab es schon Kirschen, aber die sind bei uns in diesem Jahr eher spärlich ausgefallen. Allerdings scheinen wir da nicht allein zu sein.

Nun kommen aber mit den Himbeeren wieder leckere rote Früchte ins Ernteeimerchen. Der gerade fallende Regen hilft ihnen zwar nicht beim Gewinn der ersehnten Süße, aber er war trotzdem dringend notwendig.

Wenn es so bleibt und noch ein paar Tage Sonne gibt können wir am kommenden Wochenende bestimmt die ersten Himbeertorten machen:)

Himbeeren © H. Brune