Freitag, 3. September 2010

Überraschende Ernte

Bei einer Familienfeier in der vergangenen Woche kamen die Kinder plötzlich mit ungewöhnlichen Früchten an, die sie in unserem Obstgarten gepflückt hatten. In ihrer Farbe kamen sie den Pflaumen nahe, aber von der Größe und Form her glichen sie eher Mirabellen.

© H. Brune Die Kinder hatten diese Früchte an wild gewachsenen Bäumen gefunden, die sich vor langen Jahren einmal selbst zwischen Bach und dem eigentlichen Obstgarten gesät hatten. Wir hatten sie wachsen lassen, da sie im Frühjahr mit als erstes blühen und somit das Winterende einläuten. Allerdings waren trotz der vielen Blüten bisher nie Früchte in wesentlicher Zahl zu finden.

Merkwürdig das es in diesem Jahr, in dem viele Obstbäume beim Ertrag zu schwächeln scheinen, ausgerechnet diese Bäume zu einer einmaligen Spitzenleistung treibt. Allerdings lässt der Geschmack – der irgendwie zwischen Pflaume und Mirabelle liegt - durch die fehlende Sonne noch etwas zu wünschen übrig.

Dienstag, 31. August 2010

Wo sind eigentlich die Wespen geblieben?

Nicht das wir – oder unsere Gäste im Café – sie besonders vermissen würden, aber trotzdem ist ihr Fehlen in diesem Jahr so auffällig, dass man die Frage einfach stellen muss: Wo sind die Wespen geblieben? Normalerweise werden die gelb-schwarz gestreiften Insekten spätestens mit der Pflaumenreife allmählich lästig, auch wenn sie bei uns nie besonders zahlreich waren. Aber bisher haben wir noch kein Exemplar im Café erwischt.

Wespe in Lauchblüten © H. BruneIm Garten trifft man gelegentlich auf einzelne Tiere wie dieses hier, dass sich in den vergangenen Regentagen unter Schnittlauchblüten versteckte.  Ob nur der Regen und das kühle Wetter als Erklärung reichen? Aber auch andere lästige Insekten wie die Mücken waren in diesem Jahr bei uns eher selten.

Montag, 30. August 2010

Einwanderer aus Amerika

In dieser Zeit, in der sich der blaue Himmel kaum zeigen mag, sind wir um so dankbarer für diesen kleinen Einwanderer von der anderen Seite des Ozeans:

Virginia Dreimasterblume © H. Brune

Die leuchtenden Blüten der Virginia-Dreimasterblume lassen sich auch vom schwersten Regen nicht unterkriegen und scheinen auch nicht weiter unter den Wassertropfen zu leiden. Bei der Wikipedia kann man nachlesen, dass diese Pflanze schon im 17. Jahrhundert zusammen mit anderen wie der Lobelie und dem Phlox aus Nordamerika in Europa eingeführt wurde.

Eigentlich hatten wir aber aus einem anderen Grund über die Dreimasterblume schreiben wollen: nach unserer Beobachtung schließen sich die Blüten oft schon an frühen Nachmittag wieder, offenbar insbesondere dann, wenn die Sonne scheint. Leider haben wir dazu keine Informationen gefunden, die das Verhalten bestätigen. Aber vielleicht kann uns einer unserer Leser bestätigen, dass wir hier nicht völlig falsch liegen?

Sonntag, 29. August 2010

Reiche Ernte

Nicht nur die Obstbäume produzieren jetzt im Spätsommer in unserem Garten Früchte, die wir nutzen können: auch die Rosen sind ganz ausgezeichnete Lieferanten! Die Rede ist natürlich von den Hagebutten, die nun in ganz unterschiedlichen Formen farbenfroh in der Sonne glänzen (wenn sich die Sonne denn mal durch die grauen Wolken kämpfen kann).

Hagebutten der Hechtrose © H. BruneHier im Bilde sieht man die Früchte der Hechtrose, die in Form und Farbe fast wie Kornelkirschen aussehen. Dann gibt es natürlich noch die Kartoffelrosen, die an der Elisabethallee in voller roter Pracht stehen und schon von den ersten Vögeln geplündert werden. Kleinere schwarz-glänzende Hagebutten präsentiert die Dünenrose und ganz winzige – aber dafür unzählige - Exemplare tragen die Ramblerrosen.

Wenn man nicht alle Früchte den Vögeln überlassen will, so kann man aus dem Fruchtfleisch sehr gut Marmelade herstellen. Jetzt ist die Zeit dazu.

Samstag, 28. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Königskerze

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten:

Diese prächtige Wildpflanze, auf unwirtlichen Böden gedeihend, ist schon lange in unseren Gärten heimisch. Vor Jahren hatten wir eine Ödfläche am Hof, zur vielbefahrenen Bundesstraße hin. Dort hatte sich die zweijährige Pflanze reichlich vermehrt. In einem bestimmten Jahr blühte sie besonders üppig und prächtig. Viele vorbeikommende Autofahrer werden sich an diesem Anblick erfreut haben. E. Brune © H. Brune

Später lernte ich eine Dame kennen, die in jenem Sommer, ihren an Krebs erkrankten Mann mehrmals wöchentlich nach Münster in die Uni Klinik zur Behandlung fahren musste. Aus dem leuchtendem Blühen der Königskerzen habe auf diesen schweren Fahrten Kraft geschöpft, erzählte sie mir. Ihr Mann überwand später die Krankheit und wurde gesund.

Die Königskerzenblüten gesammelt, getrocknet und einen Tee daraus bereitet, bringen durch ihre schleimlösenden Wirkstoffe Erleichterung beim Abhusten. Immer habe ich gedacht, diese schöne, imponierende Pflanze, muss doch noch andere Heilkräfte besitzen. Und wie das so ist, wer fragt bekommt eine Antwort. Blüte der Königskerze © H. Brune

Auf einer Gartenausstellung fand ich sie, die Antwort. Der Gärtner hatte ein Schild angebracht, an seiner Königskerze, auf dem zu lesen stand: Hildegard von Bingen empfehle sie gegen ein trauriges Herz. Sie kräftige das Herz und mache es fröhlich. Wie schön.

Früher wurde der Stängel in Teer, Harz oder Wachs getaucht und angezündet als Fackel genutzt.

Freitag, 27. August 2010

Für den Herbst ist es noch zu früh!

Auch wenn die gestrigen sintflutartigen Regenfälle im Moment jeden Gedanken an Sonne und Wärme gründlich durchnässen: Der Sommer ist noch nicht vorbei! Zwar blühen schon die ersten Fetthennen in unserem Garten – und diese wurden in einer von Elisabeths Gartengeschichten des letzten Sommers mit dem Beginn des Herbstes in Verbindung gebracht – aber wir wollen diese schöne Pflanze nicht mit der Verantwortung für uns unangenehme Wetterlagen belasten und verfrüht Trübsal blasen.Fetthenne © H. BruneFreuen wir uns lieber auf noch kommende wunderschöne Tage eines Altweibersommers mit morgendlichen Dunstschleiern, in denen die Sonnen golden aufgeht und schillernde Spinnennetze, die die Landschaft in silberne Schleier hüllen. Und bis es so weit ist heizen wir im Café schon mal kräftig den Holzofen an.

Mittwoch, 25. August 2010

Der fünfte Geburtstag

In dieser Woche vollendet unser Caféhund Zorro sein fünftes Lebensjahr. Kaum zu glauben, was aus den kleinen aufgeregten Welpen, der im Oktober 2010 zu uns kam, inzwischen geworden ist:

Zorro © H. BruneGut erkennbar ist der kleine graue Bart, der sich im letzten Jahr eingestellt hat. Aber das ist wohl kein richtigen Alterszeichen, schließlich sollte Zorro uns und unsere Gäste noch viele Jahre unterhalten:)

Viele weitere Bilder von Zorro – von seinem ersten Tag bei uns an – finden sich in seinem Fotoalbum. Zorro freut sich über Kommentare zu seinen Performances:)

Montag, 23. August 2010

Vom Baum direkt in den Kuchen

Allmählich können wir in unseren Apfelkuchen die gekauften Äpfel wieder durch solche aus unserem Garten ersetzen. Das führt zu variantenreicheren Geschmackserlebnissen, denn die Äpfel kommen von ganz unterschiedlichen Bäumen.

Apfelbaum © H. Brune Da gibt es den frühen Apfelbaum, der sich weit über das Dach des Cafés lehnt. Leider ist die Ernte hier in diesem Jahr nicht so üppig und ein Teil der Äpfel ist auch noch am Baum braun geworden.

Dann wachsen an den Bachwiesen einige sehr alte Bäume, die sich schon teilweise so tief geneigt haben, dass sie halb im Gras liegen. Hier finden sich kleine Äpfel mit einem ganz roten Fruchtfleisch.

Und dann gibt es noch den weißen Winterglockenapfel, der auf einem zwar kleinen, aber immer überreichlich besetzen Baum sehr spät im Jahr wächst und uns in den letzten Jahren bis in den tiefen Herbst hinein mit frischen Äpfeln versorgt hat.

Jeder Apfel gibt dem Kuchen eine andere Note und im Fall der roten Äpfel sogar eine ganz eigene Farbe.

Donnerstag, 19. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Gartenbesucher

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es darum, dass wir letztlich immer von unserer Umgebung beeinflusst werden, auch wenn es uns manchmal nicht sofort bewusst wird:

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie unterschiedlich Ihr eigener Garten auf Sie selber wirkt, je nachdem, mit welchem Besucher Sie sich in ihm aufhalten? Meinen Garten empfand ich in den letzten Tagen als besonders schön und hatte deshalb kurz hinter einander 3 Freundinnen eingeladen, um mit ihnen ein gemütliches Stündchen Kaffee trinkend und Kuchen essend, im Garten zu verbringen. E. Brune © H. Brune

Die Erste die kam, war meine vertrauteste Freundin, eine überaus korrekte Dame. Obwohl sie nichts sagte, fielen mir an ihrer Seite alle Unvollkommenheiten meines Gartens ins Auge und er verlor seinen Glanz, so dass ich schließlich froh war - es war ein überaus kühler Tag - sie ins Haus bitten zu können.

Die Zweite die kam, eine Gartenexpertin, sah sich um, sagte wenig zu den Schönheiten die förmlich ins Auge fielen und bemerkte mit emporgehobenem Näschen "die und die Pflanze hast du aber nicht". Nein habe ich nicht, ganz vieles habe ich nicht. Muss ich auch nicht haben und selbst der größte Garten kann nicht alles fassen.

Die dritte Besucherin schließlich, eine Naturliebhaberin, schien auch meinen Garten zu lieben und verströmte augenblicklich Wärme und Wohlbehagen aus. Selbst die Wildecken erinnerten sie an Urlaub und nicht an Unkraut und alles war gut.

Übrigens besitzen Wildpflanzen, das ist wissenschaftlich bewiesen, mehr Robustheit als die hochgezüchteten Kulturpflanzen und das strömen sie auch aus. Wer an Elfen und Naturgeister glaubt kann ihnen in seinem Garten eine kleine Wildecke als Wohnstätte überlassen.

Mittwoch, 18. August 2010

Sonnenblumen blühen

Auf den Wildäckern in der Umgebung blühen nun die ersten Sonnenblumen. Die großen gelben Scheiben sind wunderschön, aber gleichzeitig auch ein Anlass für einen kleinen Melancholieanfall:

Sonnenblume © H. Brune Sind diese späten Blüten doch auch ein Symbol für das Enden des Sommers, ein Eindruck der von dem kühlen Wetter und den kalten Regenströmen noch verstärkt wird. Da hilft es nur den Ofen anzuheizen und darauf zu vertrauen, dass wir bestimmt noch einen wunderbaren Spätsommer zu erwarten haben.

Montag, 16. August 2010

Die große Wäsche

Seit gestern fällt wieder der westfälische Landregen. Der gleichmäßige Wasserfall hat dabei immer mal wieder kleine Sprints eingelegt in denen er sich geradezu zur Sintflut steigerte. Ein alter Nachbar – der es immer sehr genau mit der Bewässerung seines Gartens nimmt – hat gestern 20mm Regen verzeichnet. Wenn er es nicht genau gemessen hat, wer dann?
Rose im Regen © H. Brune Dem Garten tut die Feuchtigkeit im Grunde gut. Und wenn man sich den seit Wochen kaum Wasser führenden Bach an unserem Hof so ansieht ist klar, dass wir nicht immer nur Sonnenschein verlangen können. Selbst die Bauern – die ja eigentlich immer etwas am Wetter finden, dass sich kritisieren lässt – können eigentlich ganz zufrieden sein: das meiste Getreide ist geerntet und der Mais braucht den Regen ebenfalls.
Aber trotzdem: am nächsten Wochenende soll doch bitte wieder die Sonne scheinen:)

Sonntag, 15. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Sommerregen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. Diese Geschichte ist schon vor ein paar Wochen entstanden, passt aber gut zum heute angekündigten Regenwetter:

15mm hat es geregnet in der letzten Nacht. Dadurch sind die Pflanzen trotz hoher Temperaturen erst Mal für eine Woche mit Wasser versorgt. Trotz Unwetterwarnung für den hiesigen Bereich muss der Regen sehr sanft und ruhig E. Brune © H. Brunegefallen seien. Denn ich wurde von ihm nicht geweckt. Unsere Nachbarorte kamen nicht so glimpflich davon.

Im Garten blieben alle  Blumen aufrecht stehen. Die großblättrigen Iris, die zur Zeit mit ihren schweren Blütenkronen regelrecht protzen, hatte ich vorsorglich an feste Stäbe gebunden, so geschah ihnen nichts. Auf der Landpartie des Schlosses Bückeburg 2010 verlangte der ausstellende Gärtner 20 Euro
für ein solches Prachtexemplar mit nur einer Blüte.

Die kleinen Vogeltränken in den Beeten füllte der Regen bis zum Überlaufen. Die Kohlmeisen entdeckten sie am frühen Morgen sofort und nahmen ein ausgiebiges Bad. Sie spritzten und plantschten derart, das Wassertropfen, im Sonnenlicht aufspritzend, nach allen
Seiten stoben. Iris © H. Brune

Ein Bild von Lebensfreude pur.

Vor ein paar Jahren las ich einen Bericht über wissenschaftliche Untersuchungen, in denen Tieren die Fähigkeit zu Gefühlen abgesprochen wurde. Diese Wissenschaftler hätten nur einmal unsere fröhlichen Meisen sehen sollen, sie wären auf der Stelle eines Besseren belehrt worden. Nach ihrem Bad starteten sie mit noch unordentlichen Federkleid, voller Tatendrang, in den Morgen zu ihrem Blattlausfrühstück.

Donnerstag, 12. August 2010

Nachtschwärmer

Es ist immer wieder spannend mit der Kamera auch mal Nachts in den Garten zu gehen. Zum einen sehen die Blüten im Blitzlicht manchmal ganz anders aus als bei natürlichem Licht. Und man kann ungewöhnliche Gartengäste überraschen und beobachten:

Nachtschmetterling auf Rose c H. Brune Hier sieht man zum Beispiel einen Nachtschmetterling auf einer der Rosen an der Einfahrt. Um was für eine Art es sich dabei handelt konnten wir leider nicht bestimmen. Irgendwie sehen alle diese nachtaktiven Falter gleich aus, so lange sie ihre Flügel bedeckt halten:)

Montag, 9. August 2010

Hmmm, Himbeeren

Allmählich nähern wir uns wieder Jahreszeit, in welcher der Garten nicht nur Augenfreunden bietet sondern auch Gaumenschmaus. Zwar gab es schon Kirschen, aber die sind bei uns in diesem Jahr eher spärlich ausgefallen. Allerdings scheinen wir da nicht allein zu sein.

Nun kommen aber mit den Himbeeren wieder leckere rote Früchte ins Ernteeimerchen. Der gerade fallende Regen hilft ihnen zwar nicht beim Gewinn der ersehnten Süße, aber er war trotzdem dringend notwendig.

Wenn es so bleibt und noch ein paar Tage Sonne gibt können wir am kommenden Wochenende bestimmt die ersten Himbeertorten machen:)

Himbeeren © H. Brune

Samstag, 7. August 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Schmetterlinge sind Frühaufsteher

Nach einer kleinen Sommerpause erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog jetzt wieder jede Woche eine Geschichte aus ihrem Garten:
Es war an einem dieser sehr heißen Tage und Nächte, auf die noch heißere Tage folgten. Ende Juni war es, am sehr frühen Morgen, ich hatte schon eine gute Zeitlang wach gelegen. Ein früh diesen Tag bevorstehender Arzttermin beschäftigte mich. E. Brune © H. Brune
In dem beginnenden Morgen drehte ich ohne Absicht meinen Kopf nach links und sah aus dem Fenster. Es wahr ganz windstill, trotzdem schwebte ein weißes Blütenblatt der New Dawn hoch durch die Luft. Nein, kein Blütenblatt flog da, ein weißer Schmetterling taumelte durch die Lüfte. Einen braunen hätte ich auf die Entfernung gar nicht gesehen.
Ich war verblüfft, sieht man die Schmetterlinge meistens erst in der Mittagssonne fliegen oder die Flügel auseinander geklappt, sich sonnen. Schmetterlinge © H. Brune
Aber um 5 Uhr morgens schon unterwegs zu sein, da schlafen die Blumen doch noch. Die Blumen, die Quellen seiner Nahrung, die Nektarspenderinnen. Aber vielleicht genügt es ihm ja fürs Erste, seinen Durst an einem Tautropfen zu stillen. 
Ich hatte den Stift schon aus der Hand gelegt und das Blatt Papier bereits zur Seite geschoben, da kam mir ein Gedanke, sind Schmetterlinge nicht das Symbol des wiederkehrenden Lebens?

Mittwoch, 4. August 2010

Äpfel im Pelz

Vermutlich gibt es in jedem Café bestimmte Fragen, die immer wieder gestellt werden. Und damit meinen wir nicht die Frage welche Torten wir denn heute im Angebot haben. Diese Fragen sind vermutlich ein Teil des Charakters eines Ortes und gehören einfach dazu.

In unserem ersten Café war es zum Beispiel die Frage nach dem Stillen Örtchen, das eigentlich ganz einfach zu finden, ja geradezu offensichtlich war, aber trotzdem so oft gesucht wurde, dass die entsprechende Antwort unter den Angestellten schon eine Art running gag war.

Auch in unserem heutigen Café gibt es solche Fragen, manche davon sind sogar jahreszeitlich bedingt. Eine dieser Fragen hat nun wieder Saison und zwar die nach den merkwürdigen pelzigen Äpfeln an unserem Caféparkplatz:

Quitte © H. BruneWir beantworten diese Frage jetzt und hier nicht. Wenn Sie die Antwort wissen möchten, so fragen Sie uns doch direkt vor Ort:)

Sonntag, 1. August 2010

Die Minze übernimmt

In bestimmten Beeten scheint es so zu sein, dass einzelne Pflanzen gerne mal die Regie übernehmen und alle anderen Blumen und Kräuter verdrängen wollen. Eines dieser Beete liegt direkt an der Caféterrasse. In diesem Jahr ist es mal wieder die Minze, die hier in verschiedenen Sorten wächst.

Minze H. BruneVor einiger Zeit hatten wir schon einmal mit einer Minzflut zu kämpfen und waren daher vorgewarnt. Diesmal haben wir rechtzeitig einen Teil der Pflanzen entfernt. Der aus dem Blättern selbst hergestellt Tee hat sich in den letzten Jahren immer als sehr lecker und intensiv erwiesen.

Trotz unseres Jätens sind aber immer noch viele Minzepflanzen übrig geblieben, nicht ohne Grund setzen manche die Minze im Garten mit Giersch und anderen Wucherpflanzen gleich. Wir hingegen erfreuen uns an den zarten Blüten, die nun überall hervorkommen.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Die Welt ist eine Kugeldistel

Wie in fast jedem Jahr beginnt die Blüte der Kugeldisteln jetzt gegen Ende Juli / Anfang August. Nun füllen sich die stacheligen Kugeln nach und nach von oben nach unten mit Blüten. Wie ein blauer Igel mit gesträubten Stacheln. Und wie in jedem Jahr ziehen sie am Tage große Zahlen von Hummeln und Bienen an.

Hummeln und Kugeldistel © H. BruneWenn die Hummeln so über die Blüten krabbeln und die Kugeln umrunden bekommt man manchmal den kurzen Eindruck von Weltreisenden, die in kürzester Zeit den Globus umrunden. Fast wie getriebene Geschäftsreisende, die hastig die Erde umfliegen. Aber dann wacht man wieder auf und ist in seinem Garten und alles ist entspannt und gut:)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Nur zu Besuch

Am Wochenende gelangen uns ein paar unscharfe Bilder eines kleinen schnepfenartigen Vogels, der wir bisher nur beim erschreckten Auffliegen kurz zu Gesicht bekamen:

Flussuferläufer © H. Brune Der Vogel sitzt hier am Ufer unseres Feuerlöschteiches und ist eifrig – aber unauffällig – damit beschäftigt den Gewässerrand abzusuchen. Irgendwie ähnlich einer großen Bachstelze. Wenn er auffliegt sieht man die leuchtend weiße Unterseite:

Flussuferläufer © H. BruneIndem wir unsere Bestimmungsbücher und das in der Familie vorhandenen ornithologische Potential nutzten kamen wir zur Lösung: Es handelt sich hier um einen Flussuferläufer. Auch eine Nachfrage bei der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh bestätigte unsere Bestimmung.

Dieser Vogel ist offenbar gar nicht so selten, laut der Wikipedia und unseren Bestimmungsbüchern kommt er in ganz Mitteleuropa vor. Aber da er so unauffällig ist bekommt man ihn selten zu sehen, da ist sein markanter Ruf schon deutlich eher zu bemerken. Den Winter verbringt dieser Langzieher dann im Mittelmeerraum und in Afrika.

Montag, 26. Juli 2010

Die Heiligenhafenrose

Unter den Kastanien am Café zeigt jetzt eine Rose ihre Blüte, die uns besonders ans Herz gewachsen ist. Nicht weil sie zu den besonders spektakulären Sorten in unserem Garten zählt, sondern weil sie eine spezielle Geschichte hat:

Rose © H. BruneAuch während unserer jährlichen Winterurlaube an der Ostsee im Städtchen Heiligenhafen müssen wir jeden Morgen früh mit dem Hund unsere Runden drehen. Oft landet man dabei an abgelegenen Stellen und auf Wegen, die die meisten Urlauber nicht finden. Diese Wege – oder eher Trampelpfade - sind dann auch nicht so geputzt und werden von den Einheimischen zum Beispiel für die Ablagerung ihrer Gartenabfälle genutzt.

Im tiefsten Winter stießen wir an einer solchen wilden Kompoststelle auf eine kleine blühende Rose. Was für ein Anblick die kleine rosa Knospe im Schnee bot. Da es sowieso unser letzter Urlaubstag war und wir nicht glaubten, dass das Röschen auf Dauer in seiner frostigen Umgebung würde überstehen können zogen wir es aus dem Boden, was ganz leicht und ohne Schäden an den feinen Wurzeln gelang.

Nach einer Reise von 400km bei uns angelangt haben wir es zunächst im Haus gelassen und dann im Frühjahr ausgepflanzt. Nun wächst die Heiligenhafenrose schon einige Jahre bei uns. Die ersten Jahre fiel sie weiterhin durch eine Blüte zu merkwürdigen Jahreszeiten auf. So also ob sie irgendwie aus dem natürlichen Takt geraten sei. Inzwischen hat sich das aber ausgeglichen.

Dienstag, 20. Juli 2010

Die nur in der Nacht blühenden

In unserem Garten – aber in noch größere Anzahl an den Wegesrändern – blühen in der Abenddämmerung die Nachtkerzen auf. Sie öffnen dabei ihre Blüten in erstaunlich kurzer Zeit. Die großen gelben Teller wirken so, als sei die Sonne nicht hinter dem Horizont verschwunden, sondern in vielen kleinen Abbildern auf die Stängel der Nachtkerzen gesprungen.

Nachtkerze © H. Brune Der Wikipediaartikel zur Nachtkerze enthält einige interessante Dinge: So ist diese Pflanze gar kein einheimisches Gewächs, sondern wurde erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa eingeführt. Und während wir schon lange wussten, dass das Nachtkerzenöl hilfreich bei bestimmten Hauterkrankungen ist, waren wir noch nicht auf die Idee gekommen, dass man die dicken Wurzeln essen könnte. Ob sie wirklich so schmecken wie der alternative Name Schinkenwurz es nahelegt?

Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Winden begrüßen den Morgen

Nicht nur der Mohn öffnet seine Blüten in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang, auch bei den Ackerwinden kann man nun gut beobachten, wie sie auf Licht reagieren. In der Nacht schließen sie ihre Kelchblüten:

Ackerwinde © H. Brune

Aber nur eine Stunde nach Sonnenaufgang haben sie sich meist schon komplett geöffnet:

Ackerwinde © H. Brune Überall kann man die Ackerwinden nun sehen, manchmal auch zusammen mit den noch deutlich größeren Zaunwinden. An den Ackerrändern ranken sie an den reifen Getreidehalmen empor. Bis dann der Mähdrescher kommt.

Samstag, 10. Juli 2010

Rosen, so viele Rosen

Trotz (oder wegen?) der großen Hitze ist unser Garten jetzt voll mit blühenden Edelrosen. Diese kleine Fotosammlung haben wir heute morgen geschossen, als es noch nicht so warm war:

Rosen © H. Brune

Auch wenn die Blüten bei mehr als 30° oft schnell welk werden, so kommen doch immer wieder ganz schnell neue hinterher. Ein höchst erfreulicher Anblick. Und den Duft nicht zu vergessen!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Der Geste neigt die Ähren

Wenn man heute durch die Getreidefelder wandert sieht man wie die Geste ihre Ähren immer tiefer hängen lässt. Das hat nichts mit der gestrigen Niederlage gegen Spanien zu tun: Die Gerste hat die Teigreife fast abgeschlossen und je weiter die Reifung fortschreitet, desto stärker knicken die Ähren:

Geste © H. Brune Da für die kommenden Tage wieder große Hitze angesagt ist könnte es tatsächlich sein, dass wir die ersten Mähdrescher schon an diesem Wochenende dabei beobachten können, wie sie in enorme Staubwolken gehüllt über die gelben Äcker ziehen. Vor allem falls der Wetterbericht für die kommende Woche Regen und Gewitter vorhersagen sollte gibt es bestimmt viele Landwirte, die lieber etwas höhere Trockungskosten in Kauf nehmen an statt zu riskieren, dass die im Moment noch wunderbar aufrecht stehenden Getreidehalme nach einem schweren Regen wie platzgewalzt zurück bleiben.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Jetzt stellen sich die Schmetterlinge ein

Bis vor wenigen Tagen hatten wir den Eindruck ein eher schmetterlingsarmes Jahr zu erleben. Allgemein schien es wenig Insekten zu geben, was in Bezug auf Fliegen und Mücken auch seine Vorteile hatte.

Mit der Hitzewelle der letzten Tage scheint sich dies aber sehr schnell zu normalisieren. Wir konnten zum Beispiel am vergangenen Wochenende erstmals wirklich viele Falter beobachten, wenn auch noch nicht in unserem Garten: Wie bereits schon früher bemerkt waren es insbesondere die wilden Kratzdisteln welche wie ein Magnet auf die Schmetterlinge zu wirken schienen. In wenigen Minuten konnten wir an einer einzigen Stelle gleich sechs verschiedene Arten beobachten und auch vor die Kameralinse bekommen:

Schmetterlinge © H. Brune

Im Uhrzeigersinn sieht man hier einen Kohlweißling, einen Dickkopffalter (vermutlich ein Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter), ein Großes Ochsenauge, einen Kleinen Fuchs sowie einen Jakobskrautbären. In der Mitte schließlich thront ein Kleiner Feuerfalter auf einer Kamillenblüte.

Hoffentlich kommen die bunten Sommervögel bald auch in größeren Scharen zu uns in den Garten.

Montag, 5. Juli 2010

Marshmallows essen oder Eibisch bewundern

Im Bett an der Caféterrasse gedeiht der Eibisch auch in diesem Jahr wieder prächtig und hat inzwischen mehr als Hüfthöhe erreicht. Nicht mehr lange und er wird wieder seine typischen Malvenblüten zeigen, aber auch jetzt ist sein sattes leicht grau mattiertes Grün schon eine Augenweide.

Eibisch © H. Brune Und wieder stellen wir uns wie in den vergangen Jahren die Frage, ob wir nun doch endlich einmal die Süßigkeit Marschmallow daraus herstellen sollen. Ob wohl unsere Kommentatorin vom vergangenen Jahr ihr Versprechen wahr gemacht und ein Eibischbeet angelegt hat?

Sonntag, 4. Juli 2010

Wo sind eigentlich die Phacelia Felder geblieben?

Erinnern Sie sich noch? So vor ca. 15 Jahren tauchten mit einem Male überall Äcker auf, die nach der Getreideernte mit tiefblauen Pflanzen bestellt wurden. Diese Pflanzen waren Phacelia. Sie wurden nicht geerntet, sondern sollten den Ackerboden verbessern - also als sogenannte Gründüngung dienen - und gleichzeitig das nachwachsende Unkraut im Zaum halten und über den Winter die Krume vor Erosion schützen.

Nun blüht die Phacelia in der Nähe unseres Hofe auf einem von den Jägern angelegten Wildacker und lockt alle möglichen Insekten an, hier im Bild sieht man eine Hummel, die schon vor Sonnenaufgang eifrig mit der Nahrungssuche befasst ist:

Phacelia mit Hummel © H. BruneErst bei diesem Anblick fiel uns ein, dass die blauen Felder ja schon seit vielen Jahren wieder verschwunden sind. Wir hatten uns bis dahin noch nie Gedanken gemacht, warum man sie nicht mehr sieht. Aber wozu hat man Familienmitglieder mit landwirtschaftlicher Fachausbildung, die einem eine solche Frage unmittelbar beantworten können?

Nach Auskunft unserer Expertin hat sich die Phacelia insbesondere deshalb nicht durchgesetzt, weil sie mit ihren eher dünnen Blättern das Unkraut wohl doch nicht richtig kurz halten konnte. Das schnelle Verschwinden nach wenigen Jahren ist wohl ein Zeichen dafür, dass diese Ansicht entweder an vielen Stellen gewonnen wurde, oder sie wurde sehr stark von den entsprechenden landwirtschaftlichen Beratern propagiert.

Schade eigentlich, der Anblick war im Spätsommer immer hochwillkommen, und die anderen Namen der Phacelia – Bienenweide und Bienenfreund – deuten auch auf ihre Bedeutung für die honigsammelnden Insekten hin.

Samstag, 3. Juli 2010

Manche Rose übertreibt

Beim morgendlichen Fotorundgang durch den Garten fiel uns heute ein großer abgeknickter Zweig an der Rose Moonlight auf. Offenbar hat es die Rose bei der Blütenbildung so sehr übertrieben, dass sie ihre eigene Last nicht mehr (er)tragen konnte. Und dabei stehen uns die angekündigten Unwetter doch noch bevor. Wir haben dann versucht das Beste daraus zu machen:

Rose Moonlight H. Brune So haben wir wenigstens eine schöne Tischdeko, für die wir sonst unsere Rosen nicht so häufig opfern:)

Freitag, 2. Juli 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Kohlmeisen

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um die Singvögel, die unseren und andere Gärten bevölkern:

Im Sommer nehmen wir sie kaum wahr, die munteren Gesellen, die so fleißig unseren Garten von Raupen und Blattläusen befreien. Im Winter sehen wir sie leicht und oft.

Sie turnen im kahlen Geäst herum, suchen in den Fensternischen nach Spinnen und Käfern und bevölkern unsere Futterplätze. Im beginnenden Frühjahr machen uns ihre Zizibe - Zizibe Rufe darauf aufmerksam, das die kalte Jahreszeit bald vorbei ist. E. Brune © H. Brune

Diese hübschen, nützlichen Vögel brauchen natürlich Nistplätze. Dabei scheuen sie auch nicht vor ungewöhnlichen Orten zurück. Christinas Mann hat hinter der Garage, an einem überdachten Platz, 4 Autoreifen mit Felgen übereinander gestapelt und gerade diese hielten die Meiseneltern für den idealen Nistplatz. Durch die Felgenöffnungen flogen sie hinein und bauten aus Moos, Halmen und Haaren ein kleines weiches Nestchen.

Es dauerte nicht lange und sieben Eier lagen im Versteck. Sieben Eier sind für eine kleine Vogelmutter ganz schön viel, um sie zu bebrüten. Nach der üblichen Brutzeit ertönte aus sieben Vogelbabykehlen der Schrei nach Futter. Dieses Schreien hörten nicht nur die Vogeleltern nein, es hörten auch die Katzen aus Nachbars Garten. In der Nacht kamen sie geschlichen und angelten mit langen Pfoten und spitzen Krallen nach den Meisenkindern. Leider konnten sie zwei erwischen.

Christina sah am andern Morgen die Bescherung mit Entsetzen. Seitdem deckt sie tagsüber die  beiden hinteren Löcher, unter die sie das Nest geschoben hat, zu. Am Abend für die Nacht auch die beiden vorderen. Des Morgens, wenn sie die Vogelkinderstube aufsucht, um Abdeckung fortzunehmen, warten die Vogeleltern bereits mit aufmerksamen Augen und Futter im Schnabel im nächsten Baum. Kohlmeise © H. Brune

Auf diese Weise sind fünf süße Meisenkinder groß geworden. Mein Gartenfreund, der in einer Siedlung mit wunderhübschen Gärten wohnt, erzählt, dass bei ihm wenig Singvögel zusehen sind. Katzen, Elstern und Krähen räubern die Nester aus. Leider stehen die räuberischen Vögel unter Schutz. Vielleicht sollte man mal eine Nistbaukasten Aktion starten. In Nistkästen sind die Vögel sicher.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Die Entenrettung

Zur Zeit scheint die Zeit der Entenrettungen zu sein, fast jeden Tag findet man im Internet Berichte von heldenhaften Polizisten und Feuerwehrleuten, die jungen Entenfamilien, die sich in unmöglichen Situationen befinden, in die Freiheit helfen. Hier zum Beispiel der Bericht einer Entenrettung von der Autobahn A1. Manchmal hat man fast den Verdacht die Entenmütter suchten sich bewusst Verstecke für ihr Gelege, bei denen sie auf menschliche Hilfe für nach Nachwuchs angewiesen sind. So brüten an der Universität Bielefeld seit Jahren Enten in den abgeschlossenen Innenhöfen, wo sie jedes Mal mit samt den Kleinen eingefangen und herausgetragen werden müssen.Enten © H. Brune

Seit gestern können wir uns jedenfalls auch Entenretter nennen, und das kam so: Als wir abends noch Einkäufe am Café ausluden hörte man vom Teich das typische aufgeregte Piepsen von Entenjungen, die sich zu weit von der Mutter entfernt haben. Nun ist das zunächst nicht weiter ungewöhnlich, die kleinen neugieren Kerlchen geraten halt manchmal auf ihren Exkursionen einen Moment in Panik, wenn sie die Mutter nicht sofort wieder finden.

Hier war das Gepiepse aber viel lauter und wollte überhaupt nicht mehr enden. Neugierig geworden schauten wir uns das Geschehen einmal an: Auf den ersten Blick war nur eine Ente mit zwei Jungen zu erkennen, die aufgeregt hin und her schwamm. Schließlich entdeckten wir den Grund für den Tumult: neun (9!) der Jungen waren in den kleinen Schacht gefallen, durch den das Wasser den Teich verlässt:

Entenjunge © H. BruneIn den Schacht fällt das Wasser über einen Miniturwasserfall etwa 30 Zentimeter. Ob die entdeckungslustigen Entchen einfach mal ausprobieren wollten was es da unten zu sehen gibt? Jedenfalls kamen sie nicht wieder aus eigener Kraft heraus und so mussten wir sie befreien. Die kleinen Flaumbälle ließen sich nicht gerne packen und waren während des kurzen Transports wie paralysiert. Aber sobald sie Wasser unter sich spürten und merkten, dass sie frei waren zogen sie wie kleine Schnellboote mit voller Geschwindigkeit von dannen.

Und sofort zeigte sich auch die Treue der Entenmutter, die sich zwar vor uns zurück gezogen hatte, auf das Piepsen der Kleinen aber sofort wieder auftauchte, so dass alle Jungen wieder zu ihr fanden. Am Ende war dann die zwölfköpfige Entenfamilie glücklich vereint.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Zeit für Experimente

An den Wegesrändern blüht jetzt wieder das Mädesüß. Dieses Rosengewächs haben wir im letzten Jahr zum ersten Mal verwendet um daraus eine Torte herzustellen.

Mädesüß H. Brune An diesem Wochenende müsste das auch wieder möglich sein, denn mit den Hochsommertemperturen blüht dieses intensiv nach Honig und Mandeln duftende Wildkraut jetzt sehr schnell auf. Vielleicht können wir unser selbst entwickeltes Rezept noch etwas verbessern, auch wenn das Ergebnis im letzten Jahr schon sehr zufriedenstellend war. Wenn es so weit ist und die Torte in der Kühlung steht werden wir das über Twitter vermelden:)

Dienstag, 29. Juni 2010

Jagdszenen aus Oldendorf

Die neu auf unserem Hof aufgetauchten Kaninchen haben offenbar Nachwuchs bekommen! Jedenfalls sieht man nun in den Gartenteilen an der oberen Hofeinfahrt häufig ein winziges keckes Kaninchen. Kaninchen © H. Brune

Möglicherweise ist es nicht nur eines, aber bisher haben wir noch nie zwei zur gleichen Zeit beobachten können.

Das Kaninchen fühlt sich hier offenbar sehr wohl und auch sehr sicher: es kann von Beetinsel zu Beetinsel huschen und bei ganz großer Not schnell in die nahen Brennnesseln am Bach flüchten.

Das macht Zorro ganz irre.

Er ist sowieso nicht gut auf die Kaninchen zu sprechen, die ihn seit Jahren bei den abendlichen Spaziergängen ärgern, in dem sie im Industriegebiet frech auf der Straße sitzen und cool abwarten, bis sich Zorro ganz nahe heran geschlichen hat. Hund © H. Brune

Dann verschwinden sie ohne Mühe hinter einem der Zäune und bleiben wenige Meter entfernt – aber unerreichbar für den schwarzen Jäger – sitzen. Der Hund empfindet das vermutlich als grobe Respektlosigkeit.

Auf der anderen Seite ist der Jagdtrieb einfach zu ausgeprägt, als dass er sie einfach ignorieren könnte. Also schleicht er nun jeden Morgen (und Abend) vorsichtig zur Hofeinfahrt und schiebt sich langsam durch die Beete. Aber das Kaninchen kennt ihn inzwischen und sitzt nur noch demonstrativer mitten auf dem Rasen, wo es eine gute Übersicht hat. Ein echtes Katz-und-Maus-Spiel….

Montag, 28. Juni 2010

Elisabeths Gartengeschichten: Vergissmeinnicht

Jede Woche erzählt Elisabeth Brune in unserem Blog eine Geschichte aus ihrem Garten. In dieser Geschichte geht es um das Vergissmeinnicht, welches inzwischen zwar weitgehend verblüht ist, aber unseren Garten auch in diesem Jahr wieder völlig blau gefärbt hat:

Himmelblaue Blütenwolken schweben über den Gartenbeeten. Sie haben sich richtig gut ausgesät im letzten Jahr, die Vergissmeinnicht. Das feuchte Frühjahr ließ sie sich prächtig entwickeln, zum Glück, denn der harte Winter setze den Rosen sosehr zu, dass sie ganz von unten wieder austreiben mussten. E. Brune © H. Brune

So sind die Vergissmeinnicht willkommene Lückenfüller. In dem großen Rosenbeet mit dem gemütlich auf einer dicken Kugel sitzendem Engel, schwebten über dem Vergissmeinnichthimmel, mit feinen weißen Blütenköpfen, die Dichternarzissen, wie kleine Wölkchen. Ein anmutiges Bild.

Besonders lange haben sie geblüht in diesem Jahr, dem kalten, nassen Mai ist das zu verdanken. Aber jetzt ist ihre Zeit vorbei. Es ist nötig sie aus den Beeten zu entfernen. Die stark zurückgefrorenen Rosen werden durch sie im Neuaustrieb behindert.

Auf abseits gelegenen Beeten lasse ich einige Pflanzen zur Samenreife gelangen. Diesen arbeite ich dann wieder in den Boden ein und bald keimen dort die neuen Pflänzchen. Vergissmeinnicht sind zweijährige Pflanzen, dass heißt sie blühen erst im Jahr nach der Aussaat. Bis zum Winterbegin ist es gut, wenn sie sich kräftig entwickelt haben. Im nächsten Frühjahr lassen sie sich bei Bedarf verpflanzen, um Beetlücken zu schließen.

Es gibt eine hübsche kleine Geschichte zu erzählen, wie das Schneeglöckchen zu seinem Namen kam: Der Himmel war ganz traurig darüber, dass die Menschen auf der Erde fast immer mit gesenkten Köpfen gingen. Traurig sahen sie auf ihre Füsse herab, allenfalls betrachteten sie ein paar Blumen am Wegesrand. Niemand nahm das leuchtende Blau des Himmels am Tag, über den hier und da ein paar weiße Wölkchen segelten, noch den dunkelsamtenen, mit goldenen Sternen bestickten Nachthimmel wahr. Vergissmeinnicht © H. Brune

In seinem Kummer besprach sich der Himmel mit den Engeln. Diese wussten Rat. Sie riefen die Pflanzenelfen herbei und eine neue Blume wurde kreiert. Eine Blume mit himmelblauen, kleinen Blüten und in jeder Blüte saß in der Mitte ein kleines goldenes Sternlein. Was meint ihr wohl wie hieß der Name dieser neuen Pflanze? Nun, sie hieß Vergissmeinnicht.

Vergissmeinnicht den Himmel.

So hatten alle traurigen, kopfhängerischen Menschen das Abbild des Himmels vor Augen und ihre Traurigkeit verwandelte sich in Freude.

Samstag, 26. Juni 2010

Kleine Ursache, große Wirkung

An der kleinen Trauerweide, die man uns im Frühjahr in einem Topf für das Café geschenkt hat, fanden sich in den letzten Tagen immer mehr kahlgefressene Blattstiele. Raupe © H. Brune Da wir nicht abwarten wollten, ob sich das Problem bis zur völlige Kahlheit des kleinen Bäumchens ausweiten würde, machten wir uns schließlich auf die Suche nach dem oder den Übeltätern.

Zuerst fanden wir einiges an Blattläusen, die sorgfältig von Ameisen bewachtet wurden. Was ihnen aber letztlich nichts genutzt hat. Allerdings fressen Blattläuse keine Blätter, es musste also noch etwas anderes geben.

Als nächstes stießen wir auf einige Gallen in den Blättern. Auch an solchen Blättern, die angefressen worden waren. Die Gallen hatte man dabei sorgfältig ausgespart.

Ganz zum Schluss, als fast alle Äste abgesucht waren, fanden wir dann doch die Ursache: eine einzige kleine Raupe, die hier im Bild schon in Schreckhaltung zu sehen ist. Die Bestimmung ist uns nicht wirklich gelungen, auch wenn auf dieser Internetseite ein identisches Exemplar zu sehen ist.

Jedenfalls sind nach Entfernung dieser kleinen Fressmaschine bisher keine weiteren Blätter angenagt worden. Kaum zu glauben, dass so eine kleine Ursache so viele Blätter vertilgen konnte…

Jasminblüte, 2. Aufzug

Schon vor drei Wochen hatten wir im Blog vom Beginn der Jasminblüte berichtet.Jasmin © H. Brune Der damals genannte Strauch an unserem Teich ist inzwischen komplett verblüht und zeigt uns nun seine Fruchtstände.  Zu seinen Füßen liegt immer noch ein Kranz aus weißen Blütenblättern, die vom sommerlichen Wetter schnell gebräunt werden.

Trotzdem ist die Jasminblüte noch lange nicht vorbei: Direkt an der Caféterrasse ist jetzt das späte Exemplar so weit und prachtvoll über und über mit weißen Blüten besetzt. Jasmin © H. Brune Und da dieser Strauch näher dran ist kann man ihn im Café auch viel intensiver riechen.

Es gilt also weiterhin: unser Garten ist ein Duftgarten, denn inzwischen sind auch viele Edelrosen in der Blüte, darunter einige der duftintensivsten Sorten wie die Cantaloop Rose oder Rose de Resht.

Montag, 21. Juni 2010

Das neue Rosenbeet lässt sich gut an

Im vergangenen Herbst hatten wir ausführlich darüber berichtet wie wir – mit Hilfe des Hundes – ein neues Rosenbeet in unserem Garten anlegten. Nun können wir die ersten Ergebnisse bewundern:

Rose © H. Brune Gestern blühten zwei der neuen Rosen und sie haben auch schon eine ordentliche Wuchshöhe erreicht. Sie umgeben dabei eine Rosenelfe (ihm Hintergrund zu sehen), die nach der Ekkehard-Broermann-Ausstellung im Frühjahr bei uns geblieben ist.

Wenn die Rosenblüte so weiter geht, dann stehen bis zum kommenden Wochenende sicher alle Exemplare in voller Pracht.

Sonntag, 20. Juni 2010

Ein gutes Jahr für den Holunder

Zur Zeit blüht bei uns der Holunder, und wie er blüht! Fast alle Büsche im Garten und der Umgebung sind dicht an dicht mit den großen Blütentellern besetzt.Holunderblüten © H. Brune

Bei der großen Blütenmenge muss man auch kein schlechtes Gewissen haben wenn man einige erntet und daraus zum Beispiel Holunderblütensekt ansetzt.

So wie wir heute. Das Getränk kann man auch nach 24 Stunden schon trinken, dann ist es noch alkoholfrei und sehr süß, aber schon sehr lecker.

Oder man frittiert die Blüten in einem Teigmantel. Ein Rezept dazu findet sich zum Beispiel auf chefkoch.de.

Samstag, 19. Juni 2010

Das Getreide wird reif

Auch wenn die Temperaturen im Moment wenig sommerlich erscheinen – der Sommer kommt und ganz sicher lässt sich das an den reifenden Getreidefeldern erkennen.

Getreide © H. Brune Schwer biegen sich inzwischen die Ähren der Gerste und man kann die weniger guten Stellen in den Äckern daran erkennen, dass hier das Getreide bereits ganz hell ist. Nur noch wenige Wochen, dann werden wir wieder die Mähdrescher rollen sehen.

Gleichzeitig ist jetzt auch die hohe Zeit der Kornblumen und des Klatschmohns. Diese beiden Wildblumen lassen sich offenbar auch von der modernen intensiven Landwirtschaft nicht unterkriegen und blühen nun überall, teilweise in großen Gruppen.

Getreide mit Mohn © H. Brune Es ist also die ideale Zeit für einen Sonntagsspaziergang durch die Felder mit einer anschließenden Einkehr in einem netten Gartencafé:)

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die Stunde der Nachtschmetterlinge

In unseren Beeten blühen nun wieder die roten Lichtnelken. Und wie schon im vergangenen Jahr ziehen sie mit Einbruch der Dämmerung einiges an Schmetterlingsbesuch an.Schmetterling an roter Lichtnelke © H. Brune

Leider ist es schwierig genau zu bestimmen welche Art gerade vor einem hektisch um die Blüten schwirrt. Selbst wenn einem ein richtiger Schnappschuss gelingt ist es für laienhafte Schmetterlingsfreunde wie uns oft nicht möglich aus der Vielzahl von braun-grauen Nachtfaltern das Exemplar herauszufinden, welches am besten passt.

Wir haben in diesem Fall den Verdacht, dass es sich vielleicht um die Lichtnelken-Eule handeln könnte. Aber möglicherweise hat ja eine Leserin oder ein Leser mehr Ahnung und kann uns auf die Sprünge helfen? Klicken Sie auf das Bild um es in einer großen Version sehen zu können.